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Kernkraftwerk Krümmel: Abbau bis 2033

Soll in den nächsten 15 Jahren abgebaut werden: das Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht

Grüne mahnen zur Sorgfalt bei Genehmigungsverfahren

  ce. Elbmarsch. Für das 2011 stillgelegte Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht hat der Energiekonzern Vattenfall als Betreiber beim Land Schleswig-Holstein den Rückbau beantragt. In diesem Sommer soll laut dem Landkreis Harburg das öffentliche Beteiligungsverfahren stattfinden, das einer Genehmigung durch das Landesministerium vorausgeht. Die Landkreise Harburg und Lüneburg informieren die Einwohner der an Krümmel angrenzenden Kommunen derzeit bei gemeinsamen Veranstaltungen über den Sachstand.
Beim kürzlich in Scharnebeck (Landkreis Lüneburg) stattgefundenen ersten Infoabend erörterte Kraftwerksleiter Torsten Fricke, dass Krümmel innerhalb von 15 Jahren abgebaut werden solle. Dabei sollen laut Fricke zwei Prozent der Baumasse als schwacher und mittelradioaktiver Abfall in einem Standortzwischenlager eingelagert werden. Zudem sollen etwa 33.000 Tonnen Abfall mit geringer Radioaktivität freigemessen werden. Diese Abfälle dürfen dann auf öffentliche Deponien, in die Verbrennung oder Wiederverwertung gehen.
Die grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden erklärt hierzu, dass noch mehr Informationen zur Abbrucharbeit und Dekontamination notwendig seien und die Genehmigungen schrittweise erteilt werden sollten. Außerdem solle nicht die billigste, sondern die unter Strahlenschutz-Gesichtspunkten beste Variante gewählt werden.
Grünen-Landtagsabgeordnete Miriam Staudte sagt zum Genehmigungsverfahren für den Abriss: "Freimessen ist keine Lösung. Auch schwach strahlende Baustoffe sollten nicht wieder in den normalen Verwertungskreislauf gebracht werden und im Falle von Stahl beispielsweise in Kochtöpfe wandern. Allenfalls kann man aus diesem Abfall Stahlbehälter für die Atommülllagerung machen!“
Die grüne Lüneburger Kreistagsabgeordnete Petra Kruse-Runge betont, dass nach den Leukämiefällen in der Elbmarsch die Aufmerksamkeit beim Abriss des Atommeilers nicht nachlassen dürfe, denn auch kleinste Strahlenmengen könnten Krebs verursachen. Sie fordert alle Bürger auf, sich mit Einwendungen zur Abrissgenehmigung kritisch einzubringen. Dieses Recht sei unabhängig vom Wohnort.
"Auch wenn der Rückbau eines Kernkraftwerkes zunächst für uns ein sehr positives Ereignis ist, sind dabei doch viele Fragen zu klären, die Gesundheit und Sicherheit unserer Bürger betreffen,“ so Landrat Rainer Rempe.
- Die zweite Infoveranstaltung findet am 9. August in Marschacht statt, die dritte am 16. Oktober voraussichtlich erneut in Scharnebeck. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Rückbau-Antragsunterlagen bereits in der öffentlichen Auslegung, und die Stellungnahmen werden bearbeitet. Thematisch soll es bei diesen Veranstaltungen stärker um die Freimessung von Reststoffen und um die Deponierung des hochradioaktiven Abfalls in den Standortzwischenlagern gehen. Letztere wird ab 2019 von der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ mbH) übernommen werden.