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Bahnhof Stade: Es fuhr ein Zug nach Nirgendwo

Info-Wirrwarr: Laut Hinweistafel fährt der Metronom nach Hamburg. Am Zug steht das richtige Ziel: Cuxhaven
(jd). Verwirrende Durchsagen nach Streckensperrung. Das Orkantief Elon wirbelte am vergangenen Freitag vielerorts den Bahnverkehr tüchtig durcheinander. Auch auf der Strecke zwischen Stade und Horneburg ging stundenlang nichts mehr. Bäume waren auf die Oberleitungen gekracht. Doch die Reisenden auf den betroffenen Bahnhöfen ließ man im Regen stehen. Die Lautsprecher-Ansagen waren kryptisch und die Hinweistafeln kündigten Metronom-Züge an, die gar nicht fuhren. Im Nachhinein schieben sich die Deutsche Bahn und die Metronom-Gesellschaft gegenseitig die Schuld am Informations-Chaos zu.
Vor allem auf den Bahnhof Stade herrschte bei vielen Fahrgästen Ratlosigkeit: War von der Strecken-Sperrung nur die S-Bahn betroffen oder galt sie auch für den Metronom? Der wurde in den Durchsagen überhaupt nicht erwähnt. Zusätzliche Verwirrung stifteten die Hinweistafeln: Sie kündigten weiterhin die reguläre Abfahrt des Metronom an, obwohl dessen Betrieb zwischen Stade und Buxtehude längst eingestellt war. So warteten die Reisenden auf dem sturmdurchtosten Bahnsteig auf einen "Zug nach Nirgendwo".

Als der Metronom aus Cuxhaven ankam, stiegen zahlreiche Bahnfahrer mit dem Reiseziel Hamburg zunächst dort ein. Erst per Mundpropaganda bekamen sie mit, dass der Zug gleich wieder zurück nach Cuxhaven fuhr. Ähnlich chaotisch ging es am Horneburger Bahnhof zu: Auch dort wurde die Abfahrt des Metronom auf den Hinweistafeln angekündigt. Aus dem Lautsprecher hieß es lapidar: "Bitte warten!"

Verantwortlich für das Durchsagen-Debakel ist laut Metronom-Pressesprecher Björn Pamperin die Deutsche Bahn. Deren Tochterunternehmen "Station und Service" betreibe die Bahnhöfe und sei auch für die Lautsprecher-Durchsagen zuständig.
"Wir haben dem Unternehmen rechtzeitig alle relevanten Informationen über unsere Zugausfälle zukommen lassen", so Pamperin. "Station und Service" sei vertraglich verpflichtet, solche Mitteilungen an die Reisenden durchzugeben. Schließlich zahle die Metronom-Gesellschaft viel Geld für diese Serviceleistung.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis weist die Vorwürfe zurück: "Wir haben von der Metronom-Gesellschaft keinerlei Daten zum Zugverkehr während des Sturms erhalten." Diese Daten würden per EDV übermittelt. Doch am Freitag habe in Bezug auf den Metronom nichts vorgelegen, so Meyer-Lovis: "Daher konnten wir die Reisenden auch nicht über Zugausfälle informieren."