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Neuer Mega-Windpark im Moor

Im Nordwesten der AOS-Rotschlammdeponie in Stadermoor (unten re.) planen die Stadtwerke Stade einen Windpark mit einem knappen Dutzend Anlagen. Der Mindestabstand zur Siedlung Groß Sterneberg (unten)beträgt rund einen Kilometer (Foto: Landkarte: Stadtwerke Stade)
 
Erschließen für ihr Unternehmen regenerative Energiequellen: Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Born (li.) und Vertriebsleiter Frank Bünte

Region in der Energiewende: Stadtwerke Stade ziehen mit / Zwölf Windriesen nahe Rotschlammdeponie geplant

tp. Stade. Die Region befindet sich in der Energiewende. Überall im Landkreis Stade halten Unternehmen nach neuen Standorten für Windräder Ausschau. Auch die Stadtwerke Stade gehen mit der Zeit und planen einen modernen Windpark, der im Jahr 2017 errichtet werden soll. Für die Hochleistungs-Anlage mit bis zu einem Dutzend Windspargeln der neuesten Generation haben die Stadtwerke ein überwiegend zur Gemeinde Hammah gehörendes, rund 270 Hektar großes Areal nahe der Rotschlammdeponie des Unternehmens "Aluminium Oxid Stade" (AOS) ins Auge gefasst.

"Wir sichten schon seit zwei Jahren nach einem geeigneten Standort", sagen Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Born und der Vertriebsleiter Frank Bünte. Im Kreisgebiet hätten gut 20 potenzielle Flächen in der engeren Auswahl gestanden, von denen wegen unterschiedlicher Planungshürden nur dieses im Stader Moor übrig geblieben sei.

Das Projekt stehe "ganz am Anfang", betont Born. Für die Anlage gibt es noch kein Planungsrecht. Noch ist das Grundstück als Grünland genutztes Moorgelände mit der Genehmigung zum Torfabbau ausgewiesen. Da die Landesregierung aber das Ziel verfolgt, Torfgewinnung zu begrenzen, könnte das Areal einer neuen Nutzung zugeführt werden. Dazu müsste der Landkreis Stade sein Regionales Raumordnungsprogramm anpassen und ein "Vorranggebiet Windkraft" schaffen. Seitens der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten wäre die Änderung des Flächennutzungsplanes nötig.

Born versichert, dass die Stadtwerke das Vorhaben transparent und behutsam vorantreiben wollen: "Wir werden nichts unternehmen, was gesellschaftlicher Streit provozieren könnte." Beispielsweise soll die Schallbelastung für die Anwohner nicht über 35 Dezibel liegen. Zur Wohnbebauung soll ein Abstand von 1.000 Metern eingehalten werden.

Zoff scheint dennoch programmiert: In den nahe der vorgesehenen Windpark-Fläche gelegenen Dörfern Groß Sterneberg und Hammah kämpft eine Bürgerinitiative gegen den von Verkehrslärm begleiteten Sandtransport zur AOS-Deponie, deren Schutzdamm kontinuierlich erhöht wird. Beim Bau des Windparks würde die Geräuschbelastung durch Lastwagen zunehmen. Ähnlich wie im Nachbarort Bützfleth könnten Gegner auf das Projekt mit weiterem Widerstand - etwa gegen gesundheitsschädlichen Infra-Schall im nicht hörbaren Bereich und Verschandelung der Landschaft - Widerstand leisten. Im Fall der Baustellentransporte ziehen die Stadtwerke vorsorglich in Betracht, dieselben Zufahrtswege wie die AOS zu benutzen, um die Anwohner zu schonen.

Nicht nur die öffentliche Hand muss mitspielen: Auch die Privatbesitzer der Grundstücke müssen einem Verkauf zustimmen. Es gibt noch keine Vorverträge.
Der ca. 15 Millionen Euro teure "Windpark Stader Moor", deren Anlagen eine Nabenhöhe von 140 Metern und einen Rotordurchmesser von 120 Metern haben, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Stade und der "Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG" mit Sitz in München. An der Thüga-Gruppe sind 46 Stadtwerke als Gesellschafter angeschlossen. Die Thüga hat seit ihrer Gründung vor vier Jahren gut 100 Windenergieanlagen errichtet. Bis 2020 will die Gruppe eine Milliarde Euro investieren.

Der Windpark ist ein Baustein der Stadtwerke-Kampagne "Stader Zukunftsideen - Kohlendioxid sparen und Klima schonen!" Zum Portfolio des großen Energieversorgers gehören u.a. der Öko-Stromtarif "Stade Natur-Watt", Bürgerbeteiligung an Photovoltaikanlagen mit dem "Stade Solar-Strom-Zertifikat" oder das "Stader Energiehaus", eine umweltfreundliche Pellet-Heizung in der Salztorsvorstadt.