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Sprachrohr des Stader Chemie-Giganten sagt Ade

"Freue mich aufs Nichts-tun": Joachim Sellner, Dow-Pressesprecher im Ruhestand

Nach 26 Jahren erleben, was Nichts-tun bedeutet: Dow-Sprecher Joachim Sellner freut sich auf den Ruhestand

tp. Stade. Die Organisation von Firmenjubiläen mit Tausenden Gästen oder von medienwirksamen Politiker-Besuchen gehörten ebenso zu seinem Job wie die Beantwortung von Bürger- und Journalisten-Anfragen zu Reizthemen wie Gasaustritte, Kohlekraft, Asbest und die Auslagerung von Geschäftszweigen: Nach 26 Jahren geht Joachim Sellner (63), Chef-Pressesprecher des Chemie-Riesen Dow in Stade, in den Ruhestand.

Der gebürtige Hesse Joachim Sellner studierte Elektrotechnik in Aachen. Nach seinem ersten Ingenieurs-Job in Düsseldorf stieg er 1989 bei Dow in Stade ein, wurde Anlagenleiter der Materialwirtschaft. Seine Qualitäten als Öffentlichkeitsmitarbeiter stellte er erstmals 1997 bei der Vorbereitung des Jubiläums "100 Jahre Dow international" unter Beweis. Nach Stationen als Verantwortlicher im Einkauf wurde er 2004 endgültig Stader Pressesprecher des Chemiekonzerns, organisierte mit seinem Team örtliche Events zu den Jubiläen "50 Jahre Dow Deutschland" und "40 Jahre Dow Stade" in den Jahren 2010 und 2012 sowie vor einigen Jahren das Laufspektakel "Blue Planet Run" mit rund 400 Teilnehmern. "Darüber hinaus empfangen wir jährlich rund 1.000 Besucher, die unser Werk in Kleingruppen besichtigen", sagt Sellner.

Eine besondere Herausforderung sei der Umgang mit völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen der Besucher gewesen: Manche verfügten über "wenig Sachverstand" im Bereich der Chemie, andere kämen mit "vorgefertigten Meinungen und Parolen, denen man etwas entgegen setzen muss" - etwa zum geplanten Industriekraftwerk, in dem Steinkohle, Biomasse und Wasserstoff zum Einsatz kommen." Gezielt laden wir auch erklärte Gegner ein", betont Sellner, der in seiner Laufbahn lernte, dass die Meinungen unterschiedlicher Interessengruppen "nicht immer nur auf Fakten beruhen".

Stressig wurde es in der Presseabteilung, als Dow den Verkauf von drei der 16 Chemie-Anlagen in Stade zum 1. Mai dieses Jahres bekannt gab.
Seine Tätigkeit, die er nach eigenen Bekunden immer mit viel "Energie und Fantasie" anging, habe ihm "insgesamt sehr gut gefallen".

Nun freut sich Joachim Sellner, der verheiratet ist und einen erwachsenen Sohn hat, auf den Ruhestand. Erstmal will er "einfach nichts tun und spüren was das bedeutet". Nach der Verschnaufpause will Sellner reisen - ein Wunschziel ist die Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha. Bei seinen zahlreichen Interessen - Schwimmen, Gitarre spielen und sein Haus und Garten in Hollern - wird auch der neue Lebensabschnitt garantiert nicht langweilig.

• Joachim Sellners Abschiedsfeier fand kürzlich mit Dow-Führungskräften, Kollegen und Mitgliedern des Dow-Bürgerberatergremiums im von-Stemmen-Hof in Stade-Brunshausen statt. Sein Nachfolger ist der Journalist Stefan Roth.