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Finanzielle Hilfe für Verbrechens-Opfer

Zur symbolischen Scheckübergabe trafen sich (v. li.): Hartmut Wegener (Reso-Fabrik), Albert G. Paulisch, Landrat Rainer Rempe und Dr. Lidia Mumm (Foto: thl)

Rotary-Club Winsen spendet 10.000 Euro für Täter-Opfer-Ausgleichsfonds

thl. Winsen. Ein Stoß von hinten, das Opfer stürzt und bleibt verletzt liegen. Der jugendliche Täter greift sich die Handtasche und verschwindet damit - Portemonnaie und Papiere sind weg. Eine Situation, wie sie oftmals vorkommt. "Das Opfer hat dann nicht nur den körperlichen, sondern auch den materiellen Schaden", weiß Albert G. Paulisch, Präsident des Rotary-Clubs Winsen, aus seiner Zeit als Amtsgerichtsdirektor. "Denn selbst wenn der Täter ermittelt wird, ist bei ihm in der Regel nichts zu holen."
Genau da soll künftig der Täter-Opfer-Ausgleichsfonds einsetzen, der jetzt von der Kreisverwaltung bei der Reso-Fabrik in Winsen eingerichtet wurde. Die notwendige Anschubfinanzierung in Höhe von 10.000 Euro wurde von den Rotariern gespendet. Die symbolische Scheckübergabe fand jetzt im Dorotheenzimmer des Winsener Schlosses statt.
"Weil der Täter kein Geld hat und sein Opfer nicht entschädigen, erhält es aus diesem Fond zumindest teilweisen Ersatz seines Schadens", erklärte Reiner Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis Harburg. "Die Entschädigungssumme ist auf 600 Euro begrenzt." Beim Ausgleichsfónd wird die Zahlung mit der durch das Gericht in der Regel als Strafe verhängten Arbeitsauflage verknüpft, so dass der Täter den Schadenersatz fiktiv abarbeiten muss. Dafür werden 6 Euro pro Stunden angesetzt. Dieses Geld fließt aus dem Fond direkt an das Opfer.
"Der Effekt ist, dass der Täter erfährt, dass er durch seine Arbeit zur Wiedergutmachung beim Opfer beiträgt. Das Opfer wiederum erfährt, dass der Täter für den Schadenersatz auch gearbeitet hat und nicht ein güter Mäzen für ihn eingesprungen ist. Das ist für beide Seiten positiv", lobte Jugendrichterin Dr. Lidia Mumm.
Der Täter-Opfer-Ausgleichsfond soll aus Geldbußen und Geldauflagen finanziert werden. "Ich freue mich sehr darüber, dass wir Rotarier dieser wichtigen Einrichtung helfen, auf den Weg zu kommen", so Albert G. Paulisch. "Ich würde mich aber auch freuen, wenn unser Beispiel Nachahmer findet, die den Fond unterstützen."