Mit drei interessanten Freizeitaktivitäten im Naturpark Lüneburger Heide und im Regionalpark Rosengarten endet die WOCHENBLATT-Serie "Naturwunder vor unserer Haustür". Ob Binnendüne, Geocaching oder "EntdeckerTouren": Die Region lädt zum Besuch ein.

Die Binnendüne in Bendestorf
Dünen gibt es an den Küsten – aber auch in der Lüneburger Heide. Offene Sandflächen zeigen sich selbst Jahrtausende nach den Eiszeiten und rund anderthalb Jahrhunderte nach dem Ende der Heidebauernwirtschaft im Naturpark Lüneburger Heide. Und so steht die Bendestorfer Binnendüne exemplarisch für Entwicklungen, die auch am Walderlebnis Ehrhorn oder am Schäferhof in Neuenkirchen zu sehen sind.
Wie also kamen die Dünen in die Heide? Zum einen durch die Eiszeiten. Die Gletscher der Saale-Eiszeit vor rund 200.000 Jahren reichten bis in die hiesige Region. Als die Gletscher sich zurückzogen, das Eis schmolz, lagerte sich durch Schmelzwasser der Sand hier am Rand des Seeve-Urstromtals ab. Der Eindruck einer Düne entsteht in Bendestorf, weil der Mutterboden fehlt und die Düne von einem Hangrelief umgeben ist. Knorrige Kiefern verleihen dem Naturwunder „Bendestorfer Binnendüne“ ihren wilden Charme, denn die freistehenden Bäume haben wenig gemein mit den aufgeforsteten Kiefern, die in Reih und Glied stehen und häufig in dieser monotonen Formation das Bild der Wälder prägen.
Zum anderen entstanden Dünen durch die jahrhundertelange Heidebauernwirtschaft. Die Heidjer-Bauern nutzten den Wald in Ermangelung anderer Ressourcen intensiv als Rohstoffquelle: als Weide für die Schweine, das untere Laub als Winterfutter, Bäume als Brenn- und Baumaterial. Genau genommen entstand so die Lüneburger Heide: durch eine Übernutzung – heute würde man wohl von nicht nachhaltiger Nutzung sprechen – der Wälder. Denn Baumschößlinge hatten wenig Chancen zu wachsen, die Flächen wurden offener und Heide nahm den Platz der Wälder ein. Wenn der Boden für die Vegetation zu nährstoffarm war, breiteten sich Dünen aus.
Diese Situation spitzte sich dramatisch zu, denn die Dünen wanderten im Wind und Dörfer drohten im Sand zu verschwinden. Politik und Bürger zogen die Reißleine, und Mitte des 19. Jahrhunderts starteten Wiederaufforstungsprogramme, um die Dünen zu befestigen. So sind sie heute fast immer begrünt und meist nur an dem welligen Relief zu erkennen. In Bendestorf hat sich ein nahezu einzigartiger Landschaftsausschnitt erhalten in einer Region, die heute wieder zu rund 50 Prozent von Wald bedeckt ist.
Neben der Bendestorfer Binnendüne gibt es weitere sandige Relikte im Naturpark Lüneburger Heide. Zu erkennen sind Dünen hinter dem Schäferhof in Neuenkirchen im Heidekreis. Hier zeigt sich eine typische lückenhafte Vegetation mit Gräsern und anderen Pionierpflanzen. Auch in Ehrhorn, das von den Sandverwehungen besonders betroffen war, sind die Flächen im Großen und Ganzen bewachsen und wandern nicht mehr.
Offene Sandflächen sind für viele heute selten gewordene Tier- und Pflanzenarten notwendig. Im Sand fühlen sich etwa Ameisenlöwen wohl, die Larven der Ameisenjungfer. Auch für den Bienenwolf, eine Grabwespe, stellen sandige Flächen Lebensraum dar. Offene Flächen benötigt zum Beispiel ferner das Birkhuhn, besonders für die Balz. Diese Vögel sind nur noch in einem kleinen Bestand von wenigen hundert Tieren im Naturpark Lüneburger Heide zu verzeichnen.

Idyllische Entdeckertouren
Drei Wege durch den Rosengarten genießen / Viele Informationen auf dem Smartphone
Die "EntdeckerRouten" in der Metropolregion Hamburg führen in die schönsten Gegenden südlich der Hansestadt. An jedem Entdeckerpunkt lassen sich mit dem Smartphone Informationen zu verschiedenen Themen abrufen. Die App „EntdeckerRouten“ macht einen Ausflug in den Regionalpark Rosengarten zu einem besonderen Erlebnis. Sie bietet drei GPS-gestützte "TourenHörtexte". Bilder stellen den Ort auf unterhaltsame Weise vor. Die "EntdeckerRouten" gibt es kostenlos als App im App Store und im Google Play Store. Alle ohne Smartphone können sich die Touren auf der Internetplattform der "EntdeckerRouten" unter www.entdeckerrouten.or. herunterladen.
Der Regionalpark Rosengarten bietet drei digitale "EntdeckerRouten".

Route 1: Schwarze Berge 
Die 36 Kilometer lange Route führt über die Wulmstorfer Heide in die eiszeitlich geprägte Landschaft der Schwarzen Berge und in die Buchenwälder im Rosengarten. Auf der Tour wird im Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg und am sagenumwobenen Karlstein Station gemacht.
Die Tour kann an der S-Bahnstation Neu Wulmstorf begonnen werden. Alternativ ist ein Beginn von der S-Bahn-Station Neugraben möglich. Per Rad durchquert der Teilnehmer ein ehemaliges Militärgelände, das nach und nach zum Naturschutzgebiet entwickelt werden soll. Am Entdeckerpunkt wird eine Sage zum Karlstein erzählt. Weiter geht es durch das Schutzgebiet Buchenwälder im Rosengarten, an einem alten Grenzstein vorbei und zum landwirtschaftlichen Entdeckergarten am Freilichtmuseum Kiekeberg. Dort lernen die Teilnehmer den Pommerschen Krummstiel oder den Gelben Richard kennen - alte Apfelsorten, die heute fast nicht mehr angebaut werden.
Für die Fahrt durch die Schwarzen Berge ist etwas Kraft in den Beinen aufgrund des abwechslungsreichen Geländes notwendig.
• Entdeckerpunkte auf dieser Route: Zwischen Marsch und Geest, Wulmstorfer Heide, Findling Karlstein, Buchenwälder im Rosengarten, Sieverser Grenzstein, Landwirtschaftlicher Entdeckergarten Kiekeberg

Route 2: Dibbersener Feldmark
Am Bahnhof Buchholz geht es auf den 22 Kilometer langen Rundweg durch die Dibbersener Feldmark – ideal zum entspannten Fahrradfahren. Unterwegs laden eine alte Windmühle und ein steinzeitliches Rentierjägerlager zum Verweilen ein. Der Bahnhof Buchholz hatte eine besondere Bedeutung für die Entwicklung der Nordheidestadt. Von hier führt die Tour auf landschaftlich abwechslungsreichen, überwiegend gut befahrbaren Nebenwegen nach Dibbersen. Hier erfahren die Teilnehmer etwas über die dort befindliche Windmühle. Weiter geht es durch die reizvolle Kulturlandschaft. Am Landschaftsschutzgebiet "Tötenser Sunder" sieht der Radfahrer und hört über sein Smartphone, wie der Mensch die Landschaft formt. Über Buensen – wo sich ein Hünengrab befindet – führt die Tour zurück nach Buchholz.
• Entdeckerpunkte auf dieser Route: Bahnhof Buchholz, Windmühle Dibbersen, Tötenser Sunder und Umgebung, Hünengrab bei Buensen

Route 3: Im Estetal
Auf der Wanderung durch das Estetal begegnet man am Start in Hollenstedt einem Sportidol aus vergangenen Tagen: Am Parkplatz der Max-Schmeling-Halle hat die Samtgemeinde Hollenstedt dem berühmten Boxer ein Denkmal gesetzt. Im Verlauf führt die Route zum mächtigen Viadukt in Hollenstedt und weiter zum Ringwall, einer Befestigungsanlage aus dem 9. Jahrhundert. Zwischendurch begleitet man das Flüsschen Este, das sich durch die Landschaft schlängelt. Auf der etwa acht Kilometer langen Route wandern die Teilnehmer durch das malerische Estetal auf Waldpfaden und zum Teil unmittelbar an der Este entlang weiter in eine landwirtschaftlich geprägte Gegend. Was ist ein Knick? Der Text per Smartphone erklärt an der Station „Wallhecken“ die Funktion dieser lebendigen Zäune. Zurück nach Hollenstedt wird durch Wald und Flur gewandert und ein Viadukt durchquert.
Die Nebenroute führt von Hollenstedt zum Viadukt und zum Ringwall mit einer alten Burganlage.
Neben der Navigation über die App können Wanderer sich im Gelände über die Ausschilderung „Estewanderweg“ orientieren.
• Entdeckerpunkte auf dieser Route: Max-Schmeling-Denkmal, Im Estetal, Knicks in der Landwirtschaft, Viadukt Hollenstedt und Ringwall „Alte Burg“

Auf "EiszeitTour" mit Geocaching
Schatzsuche für Erwachsene und Kinder im Regionalpark Rosengarten
Wer Lust auf ein kleines Abenteuer hat, sollte auf Schatzsuche gehen. Diejenigen, die ihren Ausflug mit dieser kombinieren möchten, können ab sofort Landschaft und Kultur im Regionalpark Rosengarten mit spannenden Geocaching-Touren erleben. Eine Wander- und drei Radrouten laden zur Schatzsuche mit oder ohne digitale Unterstützung quer durch den Regionalpark ein. Das Prinzip ist für alle Teilnehmer gleich: Während der Partie müssen spannende Rätsel gelöst werden. Am Endpunkt wartet ein Schatz auf seine Entdeckung. Nur wer alle Rätsel gelöst hat, kann die Schatzkiste öffnen und erhält ein kleines Geschenk.
Geocacher orientieren sich mit GPS-Geräten oder Smartphones und beschreiten die Touren mit Hilfe von Koordinaten. Technisch weniger versierte Schatzsucher können zusätzlich auf Wegbeschreibungen zurückgreifen. Nachdem spannende Rätsel gelöst wurden, führen entweder die Koordinaten (für Geocacher) oder die Wegbeschreibungen (für Einsteiger) zum nächsten Etappenpunkt. Die Lösungen, die auf der Schatzsuche ermittelt werden, sind der Schlüssel zum Öffnen der finalen Schatzkiste.
Eine interessante Tour ist die "EiszeitTour". Diese führt unter anderem zu einem „Findling“. Diesen und andere Zeitzeugen der Eiszeit entdecken die Teilnehmer auf dieser Route und müssen spannende Aufgaben passend zum Thema lösen.
Einige Angaben über die Route: Sie führt durch die Stadt Buchholz und die Gemeinde Rosengarten und hat eine Länge von 14 Kilometern.
Als Zeit für die Tour sollte man drei bis vier Stunden einplanen.
Die Strecke ist gut mit Kindern (ab etwa zehn Jahren) zu befahren; für die Rätsel ist für Kinder zum Teil die Hilfe von Erwachsenen erforderlich.
• Ausführliche Infos unter  www.regionalpark-rosengarten.de/aktiv-und-erleben-2/schatzsuche

Was ist Geocaching?
Geocaching ist eine Art moderner Schatzsuche und Schnitzeljagd. Kurz gefasst: Es gibt Leute, die verstecken irgendwo Dosen voller kleiner netter Dinge sowie einem Notizbüchlein, dem Logbuch. Und veröffentlichen das Versteck in Form von Koordinaten im Internet. Dies lesen andere, merken sich die Koordinaten und nutzen ihr GPS-Gerät, um diese Schätze zu finden. Dann wird eine Kleinigkeit aus dem Inhalt der Dose ausgetauscht, der Besuch geloggt und die Dose wieder an derselben Stelle für den Nächsten versteckt.
So weit zu den Grundregeln. Natürlich steckt viel mehr dahinter. Beispielsweise gibt es unterschiedlichste Cache-Arten, vom einfachen Cache, bei dem man praktisch fast mit dem Auto vorfahren kann, über Caches, die nur mit speziellem Equipment erreichbar sind (z. B. mit Bergsteiger- oder Schnorchelausrüstung), bis hin zu Rätselcaches, die vor Ort oder sogar schon im Vorfeld Recherche und Knobelei erfordern.   
Eine Gemeinsamkeit gibt es: der mit dem Geocaching verbundene Spaß. Spaß am Unterwegssein, am Draußensein, an der Suche und der Knobelei, an der Herausforderung und am Austausch mit anderen Geocachern - über die Logbucheinträge, über die einschlägigen Websites oder Foren oder auch bei Treffen, sogenannten Event-Caches. (Quelle: www.geocaching.de)

Autor:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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