Gesundheit
Eichenprozessionsspinner hat sich massiv ausgebreitet
- Der Eichenprozessionsspinner (EPS) hat sich stark ausgebreitet
- Foto: Tom Fisk
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Der Eichenprozessionsspinner (EPS) hat sich in diesem Jahr besonders stark verbreitet und wird zum Gesundheitsproblem. Der Grund: das Insekt profitiert vom Klimawandel. Überdurchschnittlich trockene und warme Frühjahre sowie Spätsommer sind für den Eichenprozessionsspinner optimal. Die Folge ist eine schwer kontrollierbare Vermehrung der Schädlinge.
Problematisch an den Raupen sind ihre mikroskopisch kleinen Brennhaare. Sie enthalten ein Nesselgift und können bei Kontakt Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen. Auch Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich, wenn Menschen oder Tiere mit den Brennhaaren in Berührung kommen. Mit der Verpuppung im Juli beruhigt sich die Gefahr durch die giftigen Brennhaare der Raupen vorerst nur wenig. Die Gifthaare verbleiben an den alten Raupenhäuten in den verlassenen Gespinstnestern und können durch den Wind verteilt werden. Zudem bleiben sie lange in der Umgebung erhalten und können so noch über mehrere Jahre hinweg allergische Reaktionen auslösen.
Die Situation hat sich in diesem Jahr verschärft: Betroffen sind nicht mehr einzelne Landkreise, der Eichenprozessionsspinner hat sich landesweit ausgebreitet. Damit ist auch die Gesundheitsgefährdung gestiegen.
Da der Biozideinsatz aufgrund der Entwicklung der Raupen nur im April und Mai wirksam ist, sollen aktuell vorhandene Befallsnester an belebten Hotspots wie Kitas, Pflegeheime, Plätze und Wege abgesaugt werden. Gleichzeitig werden bereits die Bekämpfungsmaßnahmen für das Frühjahr 2027 vorbereitet. Klar ist: nicht jede einzelne Eiche im Land kann behandelt werden. Aufgrund knapper Ressourcen muss die EPS-Bekämpfung konzentriert, insbesondere an Befallsschwerpunkten, erfolgen. Gemeinsam will man die Datenerhebung verbessern.
Zuständig für die Bekämpfung des EPS sind die Eigentümer der befallenen Flächen. Wer Raupen und Nester im öffentlichen Bereich findet, kann die Ordnungsämter oder Grünflächenämter der Städte und Gemeinden verständigen. Die Entscheidung zu notwendigen Maßnahmen trifft für öffentliche Grünanlagen die örtlich zuständige Kommunalverwaltung und für den Wald der Landesforstbetrieb.
Hinweise für die Bevölkerung:
Wenn man Raupen oder Gespinste entdeckt, sollte man folgendes beachten:
- Möglichst viel Abstand halten und weder Raupen noch Nester berühren. Das gilt auch für alte Gespinste.
- Nester keinesfalls selbst entfernen! Zuständig sind Fachfirmen oder die jeweiligen Kommunen.
- Befallene Bereiche möglichst meiden, Kinder und Hunde fernhalten, gerade für Hunde
können die alten, auf den Boden gefallenen Nester gefährlich sein.
- Lässt sich ein Aufenthalt in der Nähe befallener Bäume nicht vermeiden, kann lange
Kleidung und Kopfbedeckung helfen, Hautkontakt zu reduzieren.
- Nach möglichem Kontakt: duschen, Haare waschen und getragene Kleidung reinigen.
- Wer schwere oder anhaltende Reaktions-Symptome hat, sollte eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
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