Rettung in letzter Sekunde
Stadttauben Buchholz e.V. evakuiert sieben Taubenküken aus leerstehendem Haus

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Buchholz – Es war ein Einsatz, der nicht nur Nerven, sondern auch Herz und Verstand forderte. Der Stadttauben Buchholz e.V. hat am vergangenen Montag in buchstäblich letzter Minute sieben Taubenküken aus einem verlassenen Haus im Stadtgebiet gerettet, eines davon noch ungeboren im Ei. Bereits vor Monaten hatte es in dem Gebäude gebrannt, das seitdem unbewohnt mit offenem Dach dem Wetter ausgesetzt war. Schon früh fiel den Ehrenamtlichen des Vereins auf, dass Stadttauben das beschädigte Dach zum Brüten nutzten. Immer wieder beobachteten sie, wie die Tiere ein- und ausflogen, ein klares Zeichen für Nachwuchs. Der Verein versuchte alles, um Zugang zum Gebäude zu erhalten. Weder die Stadtverwaltung, die aus Datenschutzgründen keine Eigentümerdaten herausgeben durfte, noch das Veterinäramt konnten oder wollten helfen. Auch Briefe an potenzielle Besitzer blieben unbeantwortet. Die Situation spitzte sich zu, als Ende der vergangenen Woche Bauarbeiten am Dach begannen und eine Plane gespannt wurde, die den Zugang für die Tiere fast vollständig versperrte. Ein Notruf bei der Polizei blieb erfolglos. Doch später entdeckte der Verein einen kleinen offenen Spalt unter der Plane und es bestand Hoffnung, dass die Altvögel zumindest weiterhin zu ihren Nestern gelangen konnten.

Am Montagmorgen endlich ein Lichtblick: In Absprache mit der ausführenden Baufirma durfte der Stadttaubenverein das Gebäude betreten. Zunächst betrat ein Vereinsmitglied allein das Objekt, doch schnell wurde klar: Unterstützung war dringend nötig. In kürzester Zeit waren fünf Helferinnen und Helfer vor Ort, ein weiteres Mitglied fuhr los, um eine Wärmebildkamera zu besorgen, während eine Person von Zuhause aus die Koordination übernahm. Die Suche erstreckte sich über zwei Etagen, mehrere Dachböden und sogar ein angrenzendes Nebengebäude. Die Zeit drängte, denn die Bauarbeiten hatten bereits begonnen. Ein hohes Risiko für die dort lebenden Tiere. Am Ende konnten sieben Küken geborgen werden, eines davon noch im Ei. Die erwachsenen Tiere haben vorerst weiterhin Zugang über den verbleibenden Spalt, zumindest bis eine tierfreundliche Lösung mit der Baufirma gefunden wird. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden und stellte für den kleinen Verein eine enorme Herausforderung dar, emotional wie logistisch. „Zwischendurch glaubten wir, alle Küken seien bereits tot. Wir fühlten uns machtlos und von den zuständigen Stellen allein gelassen“, berichtete Sarah Zierke, erste Vorsitzende des Vereins. Umso größer war die Erleichterung, als die ersten lebenden Tiere gefunden wurden.

Der Stadttauben Buchholz e.V. versorgt nun die geretteten Küken gemeinsam mit weiteren Pflegetauben, die derzeit in Obhut des Vereins leben. In den kommenden Tagen wird der Verein erneut das Gespräch mit der Baufirma und dem Bauleiter suchen, um langfristige Lösungen zu finden.

Trotz aller Herausforderungen überwiegt am Ende die Freude über das, was erreicht wurde.

Der Verein arbeitet ausschließlich ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen. Weitere Infos: www.stadttauben-buchholz.de

Leserreporter:

Stadttauben Buchholz e.V. aus Buchholz

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