Hobbyastronom erklärt rätselhaftes biblisches Gestirn
Was war der Stern von Bethlehem?

Hobbyastronom Martin Falk beobachtet den Sternenhimmel mit dem Teleskop
  • Hobbyastronom Martin Falk beobachtet den Sternenhimmel mit dem Teleskop
  • Foto: Martin Falk
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ts. Buchholz. Er fehlt in kaum einer Weihnachtsdekoration: der Stern von Bethlehem. Ausschließlich im Evangelium nach Matthäus ist von dem mysteriösen Himmelsphänomen die Rede. Laut dem biblischem Zeugnis habe es Sterndeuter aus dem Osten, bekannt als die Heiligen Drei Könige, zu dem neugeborenen Jesuskind geführt. Aber haben Wissenschaftler eine Erklärung für den Stern von Bethlehem?
Die spezielle Weihnachtsgeschichte von der Jagd der Experten nach dem biblischen Gestirn hat der ambitionierte Hobbyastronom Martin Falk aus Kakenstorf in der Zukunftswerkstatt Buchholz erzählt. Der frühere Fluglotse und Lehrer betreut die Schulsternwarte des Albert-Einstein-Gymnasiums in Buchholz. Dort unterrichtete Falk viele Jahre als Lehrer.
Liefert die Heilige Schrift Wissenschaftlern einen Hinweis? Ein Stern, der laut Matthäus "zieht", also sich am Himmel bewegt, könnte ein Komet gewesen sein. Viele Darstellungen zeigen über der Krippe einen Schweif.
Aber: "Kometen galten damals als Unheilsbringer und passen nicht zu einem Ereignis wie der Geburt des Messias", sagt Martin Falk. Ein Komet wäre auch nicht an einer bestimmten Stelle plötzlich stehengeblieben. Astronomische Berechnungen zeigen: Ein hell leuchtender Komet wie der Halleysche Komet zog nicht in dem Zeitfenster vorbei, dem Wissenschaftler die Geburt Jesu zuordnen, die Jahre sieben bis vier vor der Zeitenwende. Die Kometentheorie scheidet also aus.
Eine Erklärung könnte eine Supernova sein. Ein explodierender Stern könne zwar hell wie eine "Disko-Beleuchtung" sein. Als Erklärung taugt er aber nicht. Keine Supernova sei dokumentiert, die zu der Zeit rund 100 Jahre vor und nach der Geburt Jesu passe, sagt Martin Falk.
Die Kultur der Weisen aus dem Morgenland habe über ein Handbuch verfügt, das astronomische Ereignisse beschreibt. "Sie hat eine 1.000 Jahre lange Erfahrung mit Himmelsbeobachtungen gehabt", sagt Martin Falk. Wahrscheinlich aus dem heutigen Bagdad haben sich die Weisen auf den Weg gemacht. Ihre beschwerliche Reise führte sie durch 860 Kilometer Wüste und habe wohl mindestens eineinhalb Jahre gedauert. Was könnte sie dazu bewogen haben?
Hartnäckig hält sich die Theorie, die Himmelserscheinung könnte auf eine Planetenkonstellation zurückzuführen sein. "Die Venus kann so hell strahlen wie ein Autoscheinwerfer", bestätigt Martin Falk und macht das mit Aufnahmen der Schulsternwarte am Himmel über Holm-Seppensen sichtbar.
Die dreifache Begegnung der Planten Jupiter und Saturn im Sternbild Fische im Jahr sechs vor der Zeitenwende (ein Vorschlag des Astronomen Johannes Keppler) gilt einigen als mögliche Erklärung. Anderen ein Zusammentreffen von Jupiter und Venus. Beweisen können Astronomen das aber nicht - zu wenig eindeutig ist das Zeitfenster.
Die Erklärung für den Stern von Bethlehem lautet daher: Die Beschreibung im Matthäus-Evangelium ist rein symbolisch. Martin Falk drückt das so aus: "Die Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein."

20 Jahre Astronomie-AG

Seit 20 Jahren treffen sich die Mitglieder der Astronomie-AG am Albert-Einstein-Gymnasium immer donnerstags zu einer Unterrichtsstunde. Wenn der Himmel über Norddeutschland klar ist, ziehen sie in die Mühlenschule in Holm-Seppensen um, bauen Teleskope und Gerätschaften auf der Terrasse auf, um über den dunkelsten Sternhimmel über dem Großraum Buchholz zu blicken. Die Schulastronomen beteiligen sich erfolgreich an dem Wettbewerb "Jugend forscht" und nahmen an Workshops der Europäischen Weltraumorganisation teil. In Arbeit ist ein Link im Internet, der ermöglicht, der Astronomie-AG bei ihrer Arbeit live zuzusehen.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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