Großflächige Rodung in Buchholz wegen Borkenkäfers / "Mit der Ostumgehung hat das nichts zu tun"
"Das ist hier Wald und bleibt auch Wald"

Von dem Waldstück am Itzenbüttler Weg ist nicht viel übriggeblieben Fotos: os/bim
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  • Von dem Waldstück am Itzenbüttler Weg ist nicht viel übriggeblieben Fotos: os/bim
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os. Buchholz. Die Feldwege rund um das Finanzamt in Buchholz sind bei den Bürgern als Naherholungsgebiet für Spaziergänge und als Joggingstrecke sehr beliebt. Passanten entlang des Itzenbüttler Wegs wunderten sich zuletzt: Dort, wo vorher noch Wald stand, liegen jetzt nur noch dutzende Stämme der gefällten Bäume. In Buchholz schossen sofort die Gerüchte ins Kraut. Grund: In dem Korridor zwischen Lüneburger Straße und Bendestorfer Straße liegt die mögliche Trasse für eine Ostumfahrung. "Soll der Ostring durch die Hintertür vorbereitet werden?", fragten sich besorgte Bürger. Das WOCHENBLATT hat bei Torben Homm von der Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Jesteburg nachgefragt. Warum wurde der Wald so großflächig gerodet?
Die Grünmaßnahme habe allein mit der Ausbreitung des Borkenkäfers zu tun, betont Homm. Wie berichtet, haben sich die Käfer im vergangenen Jahr stark ausgebreitet und vor allem alte Nadelbäume angegriffen und geschwächt. Gerade im Bodenstreu hatten die Schädlinge gute Überwinterungsmöglichkeiten und geben vorgeschädigten Bäumen in diesem Jahr den Rest. Die Rodung in Buchholz sei notwendig gewesen, erklärt Homm: "Das war eine ganz normale Sache." Die rund fünf Hektar große Fläche sei rechtlich Wald und bleibe auch Wald: "Dabei ist es völlig unerheblich, ob dort derzeit Bäume stehen oder nicht." Das Areal solle in Kürze wieder aufgeforstet werden: "Die Pflanzen sind bestellt, die ersten Pflanzlöcher haben wir bereits hergestellt", erklärt Homm.
Schon vor ein paar Wochen war der Forstexperte Spekulationen entgegengetreten, dass Waldbesitzer kurz vor der Brut- und Setzzeit schnell noch Holz zu Geld machen wollen. Seit dem vergangenen Jahr sei viel Holz auf dem Markt, die Preise entsprechend niedrig.
Mit der Ostumfahrung, betont Torben Homm, hätten die Baumfällungen nichts zu tun. "Wir werden darauf achten, dass das Waldstück auch als Wald erhalten bleibt", sagt er. Sollte doch einmal eine Ostumfahrung über Teile des Grundstücks führen, müsse dieses wie bei jeder anderen Baumaßnahme an anderer Stelle ausgeglichen werden. Die Fällung sei mit dem Landkreis Harburg abgestimmt. Derzeit bieten sich Grünmaßnahmen dieser Art laut Homm an, weil es in einem Katastrophenjahr - und das besteht nach dem extrem trockenen Sommer - Sonderregelungen gebe und das Land Aufforstungsmaßnahmen fördere. Homm: "Die entsprechenden Anträge haben wir gestellt."

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