Umfangreiche Baumfällaktion in Buchholz
"Ein massiver Eingriff, der uns echt weh tut"

Zum Teil mit schwerem Gerät arbeitete die Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Jesteburg im Wald am Hittfelder Kirchweg
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os. Buchholz. Eine umfangreiche Baumfällaktion am Hittfelder Kirchweg in Buchholz lässt die Spekulationen in der Nordheidestadt ins Kraut schießen. In Facebookgruppen ist von einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" die Rede. Betroffen sind verschiedene Waldstücke auf einer Gesamtfläche von mehr als sechs Hektar.
Was hat es mit der Fällaktion auf sich? Das WOCHENBLATT fragte bei Torben Homm von der Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Jesteburg nach, die die Baumfällungen durchführt. "Wir haben nach wie vor mit den Nachwehen von Borkenkäferbefall aus den letzten trockenen Sommern zu kämpfen", erklärt Homm. Die kleinen Insekten hätten dadurch hervorragende Bedingungen, sich zu vermehren. "Wir haben eine unwahrscheinlich große Population von Borkenkäfern", betont der Forstexperte. Das Problem sei, dass man nicht genau wisse, ob das Schlimmste bereits überstanden ist oder ob man mittendrin in der Käferkrise sei.
Homm hat bereits Gespräche mit diversen Passanten geführt und dabei die Maßnahme am Hittfelder Kirchweg - in Sichtweite zum Schulzentrum I am Buenser Weg - erklärt. "Das ist ein massiver Eingriff, der uns echt weh tut", sagt Homm. Man sei teilweise auch gezwungen gewesen, gesunde Bäume mit zu fällen, da ihre Standsicherheit nicht gewährleistet gewesen sei und sie Anlieger gefährdet hätten. Allein im vergangenen Jahr seien im von der Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Jesteburg betreuten Gebiet rund 20.000 Kubikmeter Schadholz angefallen, die auf Schäden durch den Borkenkäfer und Wind zurückzuführen seien. Deutschlandweit habe es auf einer Fläche von ca. 110.000 Hektar Schadholz gegeben.
Die immensen Mengen an Holz haben dazu geführt, dass die Preise komplett im Keller sind. "Die Holzpreise sind so schlecht, dass niemand auf die Idee kommen würde, derzeit gesundes Holz zu schlagen", verdeutlicht Homm. Auch die Fällaktion in Buchholz sei nicht freiwillig geschehen, sondern notwendig gewesen.
Die Grundstücksbesitzer sind verpflichtet, ihre Flächen wieder aufzuforsten. Das geht ins Geld: Homm beziffert die Kosten der Aufforstung auf 10.000 bis 15.000 Euro pro Hektar. Die Bundesregierung hat ein Programm über bundesweit 800 Millionen Euro aufgelegt, durch das die privaten Waldbesitzer bei der Aufforstung unterstützt werden sollen. "Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein", erklärt Homm. Man habe aber erkannt, dass man die Kosten der Wiederaufforstung - in der Regel mit einem Laub-/Mischwald - den Privatleuten nicht allein aufbürden könne. So überarbeite das Land Niedersachsen gerade die Richtlinien für die Nutzung und die Unterhaltung von Privatwäldern.
Übrigens: Spekulationen, dass der Wald möglichen Neubauvorhaben weichen muss, sind unbegründet. Das gesamte Areal liegt im sogenannten Außenbereich, dort bestehen keine Baurechte.
Eines ist für Torben Homm klar: Man werde noch einige Zeit mit dem Borkenkäferbefall von Nadelbäumen zu kämpfen haben. "Die Fällaktion in Buchholz wird bestimmt nicht die letzte gewesen sein."

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