Grosse-Brömer: „Wir wollen gestalten!“

Schafften den Wiedereinzug in den Bundestag: Michael Grosse-Brömer (CDU) wurde direkt gewählt...
15Bilder
  • Schafften den Wiedereinzug in den Bundestag: Michael Grosse-Brömer (CDU) wurde direkt gewählt...
  • Foto: archiv / Koch
  • hochgeladen von Oliver Sander

Nach der Bundestagswahl: Svenja Stadler sieht SPD als „demokratisches Regulativ“

(os). „Für mich persönlich ist das Wahlergebnis ein guter Erfolg.“ Diese Bilanz der Bundestagswahl zieht Michael Grosse-Brömer (56): Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus Brackel sicherte sich am vergangenen Sonntag erneut das Direktmandat im Landkreis Harburg. Grosse-Brömer setzte sich mit 40,6 Prozent der Wählerstimmen deutlich vor Svenja Stadler (SPD, 27,4 Prozent), Roderik Pfreundschuh (AfD, 9,2), Nadja Weippert (Grüne, 9,1), Wolfgang Knobel (FDP, 6,5), Joachim Kotteck (Linke, 5,4) und Timo Röntsch (Freie Wähler, 1,7) durch. Rechtsanwalt Grosse-Brömer hatte gute Chancen, auf der Fraktionssitzung der Bundestagsfraktion am gestrigen Dienstag in seinem Amt bestätigt zu werden.
Die hohen Verluste der CDU und CSU auf Bundesebene führt Grosse-Brömer auf ein „schwieriges Umfeld“ zurück. „Durch die Aussage, die Wahl sei bereits entschieden und Angela Merkel bleibe so oder so Bundeskanzlerin, sind viele unserer Anhänger entweder zu Hause geblieben oder haben ihre Zweitstimme einer anderen Partei gegeben“, mutmaßte Grosse-Brömer. Zudem sei die CDU durch den „unterirdischen Wahlkampf“ des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit runtergerissen worden. „Ausgerechnet in einer Zeit, in der es den Deutschen deutlich besser geht als vielen Nachbarn in Europa, hat Schulz einen Wahlkampf zur sozialen Gerechtigkeit geführt. Das hat viele Wähler in die Arme anderer Parteien getrieben, darunter haben auch wir als CDU gelitten“, so Grosse-Brömer. Er kündigte an, dass die CDU nicht nur mit den Grünen und der FDP Koalitionsgespräche führen werde, sondern auch die SPD ein Gesprächsangebot erhalten werde. „Wir als CDU wollen die Zukunft gestalten. Wenn die SPD der Ansicht ist, dass es erst um die Partei und dann um das Land geht, muss sie ihr staatspolitisches Verständnis hinterfragen.“
Für Svenja Stadler führt dagegen der Weg der SPD klar in die Opposition. „Die Menschen haben die Große Koalition klar abgewählt“, so Stadler, „es hat sich auskoaliert!“ Die SPD müsse sich auch als demokratisches Regulativ erweisen und dürfe der AfD nicht die Führung der Opposition überlassen. Beunruhigend findet sie, dass es immer schlecht um die Sozialdemokratie stand, wenn die antidemokratischen Tendenzen in der Gesellschaft anstiegen. Zudem habe sie keine Lust mehr, den Regierungsstil der Union mitzutragen und vor Ort zu erläutern. Stadler: „Da gehe ich lieber in die Opposition!“
• Im Landkreis Stade holten Oliver Grundmann (Wahlkreis Stade I / Rotenburg II) und Enak Ferlemann (Cuxhaven / Stade II, beide CDU) die Direktmandate.

Die Ergebnisse aus dem Landkreis Harburg

(os). Der Bundestrend bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag spiegelt sich auch in den Ergebnissen im Landkreis Harburg wider. CDU und SPD, bislang verbunden im Zwangsbündnis namens „Große Koalition“, verloren stark an Zustimmung. Die Christdemokraten verteidigten zwar eindeutig Platz eins in der Hierarchie der Parteien, mussten aber Verluste bis zu 8,5 Prozent hinnehmen. Die SPD rutschte in manchen Gemeinden sogar deutlich unter 20 Prozent. Im Landkreis Harburg besonders stark gewonnen hat dagegen die FDP, die z.B. in Jesteburg dicht an die SPD heranrückte. Teilweise stark zugelegt hat auch die AfD, während Grüne und Linke bis zu 2,5 Prozent dazugewannen. Auf dieser Seite finden Sie die Ergebnisse aus Ihrer Heimatgemeinde. Detaillierte Ergebnisse gibt es außerdem auf der Wahlseite des Landkreises Harburg unter www.wahlen.landkreis-harburg.de.

Auf ein Wort

Wie der Bundestag mit der AfD umgehen sollte

Mit einer bisher nie dagewesenen Deutlichkeit hat der Wähler als Souverän den bisherigen Volksparteien CDU und SPD ins Stammbuch geschrieben, was er von der Arbeit der „Großen Koalition“ hält: nichts! Eine Konkurrenz der politischen Ideen fand nicht mehr statt, die Positionen verkamen immer mehr zu einem Einheitsbrei. Von daher ist es eine Chance, mit einer Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen ein neues Politikmodell an den Start zu schicken. Die SPD muss die kommenden vier Jahre nutzen, um sich zu erneuern. Ob das mit dem ehemaligen Heilsbringer Martin Schulz gelingen wird, ist aber zumindest zweifelhaft.
Wie gut es tun kann, nach einem Denkzettel sich neu aufzustellen, hat die FDP bewiesen. Ich finde es bemerkenswert, dass in den Landkreisen Harburg und Stade in der überwiegenden Zahl der Kommunen der Wähler die Freidemokraten als bessere Alternative zur Großen Koalition gesehen hat als die selbsternannte „Alternative für Deutschland“ (AfD).
Apropos AfD: Wer noch nicht verstanden hat, mit welchem Politikstil Alexander Gauland, Alice Weidel & Co. künftig agieren wollen, musste am Wahlabend nur die Ohren aufsperren. Sätze wie „Wir werden Angela Merkel oder wen auch immer jagen“ und „Wir holen uns unser Land und unser Volk zurück“ kann man nicht missverstehen. Gegen rechtes Gedankengut hilft aus meiner Sicht nur konsequente Sachpolitik: Die künftigen AfD-Bundestagsabgeordneten müssen dort gestellt werden, wo sie zu drängenden Problemen außerhalb des Themas Flüchtlinge keine Antworten haben. Sie müssen gemaßregelt werden, wenn sie verbal ausfällig werden und gegen die Grundordnung des Bundestags verstoßen. Und sie müssen ernstgenommen werden, wenn sie sachliche Anträge stellen. Oliver Sander

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Politik
Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln, ist das nicht gefährlich, beruhigt der Landkreis

Antwort des Landkreises Harburg auf FDP-Antrag
Maden in Biotonnen sind ungefährlich

(os). Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln oder die Tonne einen unangenehmen Geruch verbreitet, ist das für Menschen ungefährlich. Das geht aus der Antwort des Landkreises Harburg auf eine Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion hervor. Wie berichtet, wollten die Freidemokraten wissen, ob es möglich ist, die Biotonne in den Monaten zwischen Mai und September jede Woche und nicht wie derzeit alle 14 Tage leeren zu lassen. Die FDP-Fraktion hatte auf viele Klagen von Bürgern verwiesen, denen beim...

Panorama
Die DLRG rät, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen

Viele Tote an ungesicherten Badestellen
24 Menschen sind bisher in Niedersachsen ertrunken

(bim). Eine Zwischenbilanz der bisherigen Ertrinkungszahlen veröffentlichte jetzt der DLRG-Bundesverband. Demnach sind in Niedersachsen 24 Menschen ertrunken und damit fünf weniger als im Vorjahr. Im Ländervergleich erreicht Niedersachsen dennoch den dritthöchsten Wert (in Nordrhein-Westfalen sind es 26, in Bayern 35). Bundesweit wurden 192 Ertrunkene registriert. Die meisten Unfälle ereignen sich nach wie vor im Binnenland - besondere Gefahr besteht an ungesicherten Badestellen, wie...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Politik
Auf dem Gelände der Stadtwerke an der Maurerstraße soll in einer Halle ein Feuerwehrfahrzeug stationiert werden

Sechsmonatige Probephase geplant
Feuerwehrstandort bei den Buchholzer Stadtwerken?

os. Buchholz. Steht bald ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Holm in der Waschhalle der Buchholzer Stadtwerke, um von der Maurerstraße zu Einsätzen z. B. ein Steinbeck auszurücken? Das sehen zumindest die Pläne der Stadtverwaltung und der Feuerwehrspitze vor, die Buchholz' Stadtjustiziarin Hilke Henningsmeyer jüngst im Bauausschuss vorstellte. Demnach soll es einen sechsmonatigen Probebetrieb geben und hinterher über weitere Schritte entschieden werden. Hintergrund der Maßnahme ist...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen