Warum möchte ich Bürgermeister werden?
Interview mit Dirk Hirsch
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Das WOCHENBLATT traf Dirk Hirsch, der sich für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Buchholz bewirbt. Was ihn bewegt, erklärt er im folgenden Interview:
WOCHENBLATT: Was treibt Sie an, um sich für dieses Amt zu bewerben?
Dirk Hirsch: Mich treibt vor allem meine persönliche Verbundenheit zu Buchholz an. Ich bin vor rund elf Jahren hierhergekommen – ursprünglich wegen des Jobs – und habe mich sehr schnell zuhause gefühlt. Heute lebe ich unglaublich gern hier.
Genau dieses Gefühl macht für mich auch den Unterschied: Wenn man sich mit einer Stadt wirklich identifiziert, wächst ganz automatisch der Wunsch, etwas zurückzugeben und sie aktiv mitzugestalten. In meiner Rolle als Erster Stadtrat war ich in den letzten Jahren sehr nah an vielen wichtigen Entscheidungen dran und konnte bereits einiges mit auf den Weg bringen.
Es macht mir viel Freude, Ideen zu entwickeln und dann ganz konkret zu sehen, was daraus entsteht, wenn diese umgesetzt sind – zum Beispiel bei unseren neugeschaffenen Kitas oder anderen Projekten, die wir auf den Weg gebracht haben. Hierzu zählt beispielsweise der Technologie- und Innvovationspark und der Ausbau unserer Schulen. “Etwas bewegen können“, motiviert mich persönlich sehr. Deshalb möchte ich jetzt den nächsten Schritt gehen: mehr Verantwortung übernehmen und die Zukunft der Stadt noch aktiver prägen. Buchholz hat viel Potenzial und genau das möchte ich entfalten.
WOCHENBLATT: Was können die Bürger von Ihnen erwarten und was nicht?
Dirk Hirsch: Die Bürger können von mir erwarten, dass ich ehrlich und direkt bin. Ich spreche Dinge offen an – auch dann, wenn sie vielleicht unangenehm sind – weil ich überzeugt bin, dass man Probleme nur lösen kann, wenn man sie klar benennt.
Mir ist wichtig, eine klare Haltung zu zeigen. Gleichzeitig suche ich den Dialog, höre zu und bin auch bereit, meine Meinung zu ändern, wenn mich gute Argumente überzeugen. Was man von mir nicht erwarten kann: dass ich es allen recht mache oder jede Erwartung erfülle. Das wäre schlicht unrealistisch.
Ich werde Entscheidungen treffen, die ich für gut und wichtig für die Stadt halte – auch wenn sie nicht immer jedem gefallen. Dafür stehe ich für einen ehrlichen, verlässlichen Umgang und sage auch klar, wenn etwas nicht geht.
WOCHENBLATT: Für Welche Themen stehen Sie?
Dirk Hirsch: Verkehr: Das ist für mich eines der zentralen Themen in Buchholz – weil wir die Probleme jeden Tag spüren. Unsere Hauptachsen sind überlastet, es staut sich regelmäßig, und mit dem Wachstum der Stadt wird das nicht besser, sondern eher noch schwieriger. Deshalb sage ich klar: Wir müssen Verkehr ganzheitlich denken. Es reicht nicht, nur auf einzelne Lösungen zu setzen – weder nur Auto noch nur Fahrrad oder ÖPNV. Wir brauchen ein Zusammenspiel, das funktioniert.
Ein wichtiger Baustein ist für mich die östliche Umgehung. Sie kann helfen, die Innenstadt spürbar zu entlasten und überhaupt erst den Spielraum schaffen, Verkehr in Buchholz neu zu organisieren – zum Beispiel mit mehr Platz für Radverkehr oder einer besseren Verkehrsführung.
Gleichzeitig müssen wir beim ÖPNV besser werden. Solange Bus und Bahn nicht verlässlich sind, bleiben viele Menschen auf das Auto angewiesen. Das ist die Realität. Mir ist wichtig: Ich verspreche keine einfachen Lösungen. Aber ich packe das Thema an – mit klarem Blick für die Zusammenhänge und dem Ziel, Buchholz Schritt für Schritt spürbar zu entlasten.
Arbeiten: Buchholz darf nicht nur Wohnstadt sein – wir müssen auch stärker Arbeitsort werden. Heute pendeln noch zu viele Menschen täglich nach Hamburg oder in andere Städte. Das kostet Zeit, Lebensqualität und belastet zusätzlich unseren Verkehr. Mein Ziel ist es deshalb, mehr Arbeitsplätze direkt vor Ort zu schaffen.
Wir müssen gezielt Unternehmen anziehen und weiterentwickeln, die hier gute Jobs bieten – auch für die Menschen, die schon hier leben und eigentlich gar nicht mehr pendeln wollen. Genau das erlebe ich immer wieder: Viele sagen, sie würden gern hier arbeiten, selbst wenn das vielleicht etwas weniger Gehalt bedeutet – einfach, weil die Lebensqualität steigt.
Dabei geht es mir nicht nur um Wirtschaftsförderung im klassischen Sinne, sondern um ein Gesamtkonzept: Wenn Menschen hier arbeiten, bleiben sie auch tagsüber in der Stadt, stärken den Einzelhandel und beleben die Innenstadt. Gleichzeitig reduzieren wir Verkehr und machen Buchholz insgesamt lebenswerter.
Mein Leitbild ist die „Stadt der kurzen Wege“: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen – alles möglichst nah beieinander. Das hilft nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den Menschen ganz konkret im Alltag.
Kurz gesagt: Ich will Buchholz so weiterentwickeln, dass mehr Menschen hier nicht nur leben, sondern auch arbeiten können – für mehr Lebensqualität, weniger Pendelverkehr und eine starke, lebendige Stadt.
Wohnen: Beim Thema Wohnen ist mir wichtig, dass wir die Wohnraumknappheit aktiv und gezielt angehen. Für mich heißt das: Die Stadt muss stärker selbst gestalten, neue Wohnflächen ausweisen und auch bewusst steuern, wie diese entwickelt werden. Dabei setze ich klar auf einen guten Mix: Mietwohnungen, Reihenhäuser und Eigentum – für unterschiedliche Lebenssituationen und Einkommen.
Wohnen darf kein Luxus sein. Deshalb müssen wir auch dafür sorgen, dass neue Projekte bezahlbar bleiben, zum Beispiel durch kluge Preisgestaltung bei städtischen Grundstücken oder durch Zusammenarbeit mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Ich bin überzeugt: Wir haben viele Instrumente bereits – wir müssen sie nur konsequenter nutzen. Dazu gehört auch, neue Ideen mitzudenken, etwa Unternehmen einzubinden, die Wohnraum für ihre Mitarbeiter schaffen. So verbinden wir Arbeiten und Wohnen direkt vor Ort.
Ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist: Wenn Menschen hier arbeiten, sich engagieren und Teil unserer Stadt sind – zum Beispiel im Ehrenamt – dann sollten sie hier auch wohnen können. Es kann nicht sein, dass wir engagierte Leute verlieren, weil sie keinen passenden oder bezahlbaren Wohnraum finden. Mein Ziel ist deshalb klar: mehr Wohnraum schaffen, ihn bezahlbar halten und Buchholz so entwickeln, dass Menschen hier nicht nur leben wollen – sondern auch bleiben können.
Lebenswerte (Innen-)Stadt: Für mich ist eine lebenswerte Stadt mehr als nur schöne Worte. Sie entsteht dort, wo Menschen gerne wohnen, arbeiten, einkaufen, sich begegnen und ihre Freizeit verbringen. Genau das wünsche ich mir für Buchholz: eine Innenstadt, in der etwas los ist, in der man sich gern aufhält und die sich lebendig und sicher anfühlt. Dazu gehören für mich nicht nur gute Angebote, kurze Wege und eine attraktive Innenstadt, sondern auch die vielen Menschen, die sich hier einbringen. Vereine, Feuerwehr, Ehrenamtliche und all die, die sich für andere engagieren, machen unsere Stadt menschlich und stark. Sie sorgen für Gemeinschaft und geben Buchholz ein Gesicht. Mir ist wichtig, dass wir genau das fördern: eine Stadt, die nicht nur funktioniert, sondern in der man sich zuhause fühlt. Ein Buchholz, das lebendig ist, zusammenhält und in dem man gerne bleibt.
Kultur, Bildung & Zusammenhalt: „Zusammenhalt entsteht im Alltag.“ Die Zukunft einer Stadt entscheidet sich nicht nur bei Bauprojekten oder Infrastruktur, sondern vor allem dort, wo Menschen zusammenleben: in Kitas, Schulen, Vereinen, im Ehrenamt und im täglichen Miteinander. Genau dort entsteht Zusammenhalt – und dort zeigt sich, wie lebenswert eine Stadt wirklich ist. Buchholz hat in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht, insbesondere beim Ausbau von Kita-Plätzen und Bildungsangeboten. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen: Familien brauchen verlässliche Betreuung, Schulen gute Rahmenbedingungen und Vereine sowie Ehrenamtliche die notwendige Unterstützung und Anerkennung. Mir ist wichtig, dass Buchholz eine Stadt bleibt, in der Menschen jeden Alters Gemeinschaft erleben und sich aktiv einbringen können. Die vielen Ehrenamtlichen, Vereine und Initiativen leisten dafür einen unverzichtbaren Beitrag und prägen das Leben in unserer Stadt. Dieses Engagement möchte ich stärken und sichtbarer machen. Dazu gehört für mich auch eine vielfältige Kulturlandschaft. Einrichtungen wie die Empore, aber auch lokale Begegnungsorte wie der Kulturbahnhof Holm-Seppensen, die Vierdörfer Dönz in Sprötze oder das Museumsdorf Seppensen schaffen Identität, Begegnung und Lebensqualität. Sie bringen Menschen zusammen und machen unsere Stadtgesellschaft lebendig. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen und darauf achten, dass kulturelle und gesellschaftliche Angebote möglichst viele Menschen erreichen und einen spürbaren Mehrwert für Buchholz schaffen.
Mein Ziel ist ein Buchholz, das Generationen verbindet – eine Stadt, in der Menschen sich zuhause fühlen, Gemeinschaft erleben und gerne bleiben.
Finanzen: Für mich sind solide Finanzen die Grundlage dafür, dass wir unsere Stadt überhaupt gestalten können. Ohne eine stabile Haushaltslage bleiben viele gute Ideen einfach Theorie.
Mein Anspruch ist klar: verantwortungsvoll wirtschaften und gleichzeitig investieren. Wir müssen handlungsfähig bleiben – das heißt, wir müssen unsere Finanzen im Griff haben, um wichtige Projekte überhaupt umsetzen zu können, sei es im Verkehr, beim Wohnen oder bei der Entwicklung unserer Stadt. Dabei geht es mir nicht nur ums Sparen, sondern um kluge Prioritäten.
Wir müssen dort investieren, wo es für Buchholz langfristig einen echten Mehrwert bringt – zum Beispiel in Infrastruktur, Lebensqualität und Zukunftsthemen wie die Gesundheitsversorgung. Ich bringe dafür die nötige Erfahrung mit. In den letzten Jahren haben wir gezeigt, dass beides gleichzeitig geht: investieren und Schulden reduzieren.
Genau diesen Weg möchte ich weitergehen. Kurz gesagt: Solide Finanzen sind für mich kein Selbstzweck – sie sind die Voraussetzung dafür, dass wir Buchholz aktiv weiterentwickeln können.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
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