Vermisster Schotte: Keine neue Spur von Liam Colgan in Buxtehude

Die Polizei hatte am Freitagmittag mit einem Suchhund erneut vergeblich nach Liam Colgan in Buxtehude gesucht
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tk. Buxtehude/Hamburg.
Das rätselhafte Verschwinden von Liam Colgan (29) und seine mögliche Odyssee durch Buxtehude gibt der Polizei Rätsel auf. Der Schotte wird seit  Samstag vor anderthalb Wochen vermisst. Er hatte für seinen Bruder einen Junggesellenabschied auf dem Kiez organisiert und ist seit Samstag, 10. Februar, 1.30 Uhr von der Bildfläche verschwunden. Nachdem es mehrere Zeugenhinweise aus Buxtehude gab, hatte die Polizei auch in der Estestadt nach Liam Colgan gesucht. Bislang ohne Ergebnis. Fest steht immerhin, dass die am Sonntag in der Nähe des Burchardkais in Hamburg gefundene Leiche nicht der Gesuchte ist. Das bestätigt die Polizei auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Mit Hilfe eines Hundes wurde am Montag beim Hamburger Michel erneut nach Liam Colganggesucht. Auch das verleuf ergebnislos.

Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte es erste Hinweise auf Liam Colgan in Buxtehude gegeben. Den Angestellten einer Bäckerei sowie eines benachbarten Tabak- und Zeitschriftengeschäftes war ein verwirrt erscheinender Mann aufgefallen, der Englisch sprach. Hundertprozentig sicher waren sich die Zeuginnen aber nicht, erklären sie im WOCHENBLATT-Gespräch. Dass der Mann in Bäckerei und Tabakgeschäft vielleicht der Schotte gewesen sein könnte, sei ihnen erst im Nachhinein eingefallen. Eine der Zeuginnen ergänzt, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass Kunden Englisch sprechen. "Das Ganze ist belastend", sagt sie.
Aufgrund der Zeugenaussagen hatte die Polizei am vergangenen Donnerstag mit einem speziell ausgebildeten Suchhund, einem sogenannten Mantrailer, die Bahnhofstraße abgesucht. Der Hund hatte dabei eine Spur bis zum Bahnhof erschnüffelt.

Am Freitag will ein weiterer Zeuge Liam Colgan in der Nähe des Mühlenteichs in Höhe des "Lidl"-Parkplatzes gesehen haben. Die Polizei setzte erneut einen Suchhund ein, der allerdings keine Spur fand. Am Samstag meldete sich ein weiterer Zeuge bei der Polizei, der den Verschwundenen an der Moorender Straße - also am entgegengesetzten Ende der Stadt - gesehen haben will. Doch Liam Colgan bleibt verschwunden. Weitere Suchaktionen in Buxtehude seien derzeit nicht geplant, erklärt der Hamburger Polizeipressesprecher Rene Schönhardt. "Wir gehen aber jedem Hinweis nach."

Dass der Tote aus der Elbe nicht der Gesuchte ist, stehe dagegen fest. "Es müssen aber noch abschließende DNA-Proben ausgewertet werden", so der Polizeisprecher. Weil es möglich ist, direkt vom Kiez mit der S3 bis Buxtehude bzw. Stade zu fahren, schließen die Ermittler zumindest nicht aus, dass sich Liam Colgan in der Region aufhalten könnte. "Jede Aussage wird von uns ernst genommen", so Rene Schönhardt. Über mögliche Motive des Verschwindens könne nur spekuliert werden, sodass die Polizei dazu keine Stellung beziehe.

Liam Colgans Bruder Eamonn Colgan, der selbst Polizist ist, und der in drei Wochen heiraten wollte, hat in Hamburg und Buxtehude Zettel aufgehängt und appelliert an die Menschen, nach seinem Bruder Ausschau zu halten.

• So wird Liam Colgan von der Polizei beschrieben: schlanke Figur, 1,80- bis 1,85 groß, rötliche, kurz rasierte Haare und ein Drei-Tage-Bart. Er trug blaue Jeans der Marke Denim und eine braune Jacke sowie zum Zeitpunkt des Verschwindens einen Strohhut .
Hinweise unter 040/4286-56789 oder an jede andere Polizeidienststelle.

• Gut gemeint: Am Samstag, 24. Februar, wollen sich Mitglieder der Buxtehuder Facebook-Gruppe "Buxtehude schnackt 2.0" um 10 Uhr vor Stackmann treffen, um nach Liam Colgan zu suchen.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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