Zusammenhalt und Austausch
Buxtehuder Jugendleiter erneut in Israel
- Der Besuch des Geländes des Nova-Festivals führten den Buxtehudern das Ausmaß der Tragödie vom 7. Oktober 2023 eindrücklich vor Augen
- Foto: SJR
- hochgeladen von Nicola Dultz
Trotz der angespannten Lage in Israel hat eine Delegation junger Ehrenamtlicher aus Buxtehude ein klares Zeichen für Zusammenhalt und Völkerverständigung gesetzt: Im Rahmen eines Fachkräfteprogramms besuchten sie ihre Partnerorganisation in Netanya. Neben bewegenden Eindrücken stand auch die gemeinsame Weiterentwicklung des deutsch-israelischen Austauschs im Mittelpunkt.
Acht engagierte Jugendleiterinnen und Jugendleiter aus Buxtehude besuchten im November die israelische Partnerstadt Netanya. Der fünftägige Aufenthalt war Teil eines Fachkräfteprogramms, das der Stadtjugendring Buxtehude (SJR) in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und dem Gymnasium Buxtehude Süd seit nunmehr zehn Jahren organisiert.
Nach den erschütternden Ereignissen vom 7. Oktober 2023 war dieses persönliche Wiedersehen mit den Fachkräften der Matnasgan Community Centers in Netanya von besonderer Bedeutung. „Unser Besuch ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit und des gemeinsamen Willens, den deutsch-israelischen Austausch fortzuführen“, betonte SJR-Vorsitzender Achim Biesenbach.
Tiefe Einblicke in israelische Jugendarbeit und Gesellschaft
Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die breit aufgestellte Arbeit israelischer Gemeindezentren – von der Kinderbetreuung über Jugendclubs bis hin zu Kulturangeboten für Seniorinnen und Senioren. Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe vom Hephzibah Community Center, das sich für die äthiopisch-jüdische Community engagiert.
Ein emotionaler Höhepunkt war der Besuch im Grenzgebiet zum Gazastreifen. Orte wie Sderot, Kfar Azza und das Gelände des Nova-Festivals führten den Teilnehmenden das Ausmaß der Tragödie vom 7. Oktober eindrücklich vor Augen. Begleitet wurden sie von einer Reiseleiterin, die selbst Freunde verloren hat und selbst nur durch Zufall nicht beim Festival war. „Diese Erfahrungen werden uns noch lange begleiten“, sagt Anna Bundt, DIG-Vorsitzende und langjährige Begleiterin des Austauschs.
Begegnung, Dialog und Zukunftsplanung
Das „Global Shabbat Dinner“ im Gemeindezentrum bot einen Raum für Begegnung zwischen säkularen und religiösen Familien – eine Seltenheit im israelischen Alltag. In einer anschließenden Diskussionsrunde wurde die Komplexität religiöser Themen im öffentlichen Leben deutlich.
Neben emotionalen Momenten und persönlichen Wiedersehen mit ehemaligen Austauschpartnern stand auch die Weiterentwicklung des Programms im Fokus. Für Mai 2026 ist der Gegenbesuch der israelischen Fachkräfte in Buxtehude geplant, im Sommer folgt ein Schüleraustausch mit dem Gymnasium Süd.
Zehn Jahre gelebte Partnerschaft
Seit über einem Jahrzehnt besteht die enge Partnerschaft zwischen Buxtehude und Netanya. Das Projekt wird durch das Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch (ConAct) sowie die Stadtjugendpflege Buxtehude unterstützt. „Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig und tragfähig internationale Verständigung ist“, so Biesenbach.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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