Regionalgeschichte und Kunst
Erster Einblick in Buxtehudes erweitertes Museum

Museumsleiterin Dr. Susanne Keller neben einem Gemälde von Hermann Martens (li.), 
das einen Blick auf Buxtehude zeigt Fotos: sla
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  • Museumsleiterin Dr. Susanne Keller neben einem Gemälde von Hermann Martens (li.),
    das einen Blick auf Buxtehude zeigt Fotos: sla
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Einige Passanten blicken bereits neugierig durch die verschlossene Eingangstür des Buxtehude Museums am St. Petri-Platz. Auch Dr. Susanne Keller und ihr Team können die Eröffnung kaum erwarten. "Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir im Sommer endlich wieder Besucher empfangen", sagt die Museumsleiterin. Über fünf Jahre hat der Umbau gedauert. Ein genauer Öffnungstermin steht aktuell noch nicht fest. Das bisherige Museumsgebäude von 1992 mit seinem Eingang am Stavenort und das Gebäude der einstigen Bäckerei Samel am St. Petri-Platz wurden hinter den Fassaden zusammengelegt. Aufgrund des Denkmalschutzes und einiger Überraschungen gestaltete sich die Sanierung zeitaufwendiger als gedacht. So wurde u.a. ein neues Fundament nötig und auch die Balkendecke im Samel-Gebäude brach unerwartet zusammen.
Doch kurz vor der Fertigstellung erstrahlen die neue Museums-Ausstattung sowie einige der historischen Kunstschätze bereits im neuen LED-Licht. Das WOCHENBLATT durfte sich bei einem Rundgang einen ersten Einblick verschaffen, was die Besucher künftig erwartet.
Im Eingangsbereich am St. Petri-Platz steht bereits der moderne Ticket-Tresen, zudem gibt es hier einen Museums-Shop und ein Café mit Zugang zum Innenhof. Ein barrierefreier Übergang führt zum variablen Sonderausstellungsraum, der auch für Veranstaltungen mit bis zu 60 Personen genutzt werden soll, erklärt die Museumsleiterin. Im alten Gebäudetrakt wurde zudem ein Raum für museumspädagogische Angebote für Kitas, Schulen und Kindergeburtstage geschaffen. Türen öffnen sich vollautomatisch, über den Fahrstuhl geht's bequem nach oben. In der Dauerausstellung "Typisch Buxtehude!?" bietet eine interaktive Station großen und kleinen Besuchern Wissenswertes rund um das Thema Hase und Igel mit Filmen, Märchen, Anekdoten und einer Ursachenforschung, warum Buxtehude überall bekannt ist und vielerorts doch geglaubt wird, dass es diesen Ort gar nicht gibt.
Wenige Schritte weiter wird im Kunstkabinett das Klima noch überprüft, aber einige Gemälde des renommierten Buxtehuder Künstlers Hermann Martens wurden bereits aufgehängt. Gleich nebenan vor knallroten Wänden imponieren die Gemälde und Zeichnungen des bekannten Hamburger Malers Jacob Gensler zur Buxtehuder Schützengilde, und passend dazu, historische Relikte wie eine Trommel und ein Säbel, aufwendig restauriert und hinter Glas arrangiert. Im Verborgenen befindet sich ein Lagerraum für weitere Gemälde mit besonderer Klimatechnik, der dank einer Förderung durch die Reemstma-Stiftung möglich wurde, erläutert Keller.
In der Abteilung zur Stadtgeschichte wird auch auf die geografische Lage Buxtehudes eingegangen - mit modernster Technik wie einem Touchmonitor, durch den man auf eine Zeitreise von der Stadtgründung bis in die Gegenwart starten kann. Ein Film, gedreht mit einer Drohne, soll später noch den Besuchern einen visuellen Flug durch die Straßen der Stadt ermöglichen. Wissenswertes bieten zudem Themeninseln, ausgestattet mit Monitor und Hörinseln, etwa zum Stadtbrand, zur Hanse und zu St. Petri - u.a. mit dem Original-Drachen - die Kopie thront übrigens auf der Kirchturmspitze.
In der neuen archäologischen Abteilung sind bedeutsame Fundstücke des Immenbecker Gräberfeldes zu bewundern: Keramiken, Perlen und als absolutes Highlight dreizehn filigrane Gläser aus dem dritten bis fünften Jahrhundert nach Christus, die als Leihgabe auch bei anderen Museen sehr begehrt sind. Eine sogenannte Laborzeile mit Spielen und Mitmach-Angeboten soll den Archäologen in jedem Besucher wecken.
Relativ wenige Veränderungen wurden an dem Sakralturm im bisherigen Museumsgebäude vorgenommen. Völlig neu ist allerdings die Fluchttreppe, so dass entsprechend der Brandschutzverordnung jetzt ein Aufenthalt von mehr als zehn Personen möglich ist. Während der Bauphase mussten die Kunstschätze, darunter Sakralobjekte wie der Passionsaltar, die Kreuzigungsgruppe oder die Madonna, die alle aus der Zeit um das 15. Jahrhundert stammen, innerhalb des Hauses in andere Räume verfrachtet werden. "Eine externe Lagerung in einem klimatisierten Container wäre über die langen Jahre viel zu teuer geworden", erklärt Dr. Susanne Keller.
Die Kosten allein für die neue Ausstattung des Museums, ohne die Baukosten, werden mit 950.000 Euro beziffert, die größtenteils über Fördergelder finanziert wurden. Zum neuen Buxtehude Museum gibt es künftig auch ein neues Logo und eine neue Anschrift: Buxtehude Museum für Regionalgeschichte und Kunst, St.-Petri-Platz 11, ( 04161 507 97 0, E-Mail: info@buxtehudemuseum.de.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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