Fünfzehn Jahre Stadtorchester Buxtehude
Jubiläumskonzert in der St.-Paulus-Kirche

Schlussapplaus im Stadtpark: Das Stadtorchester nach dem Picknickkonzert 2025 – die Sommertradition besteht seit 2016 | Foto: Stadtorchester Buxtehude
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  • Schlussapplaus im Stadtpark: Das Stadtorchester nach dem Picknickkonzert 2025 – die Sommertradition besteht seit 2016
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Vom Clubraum zur Kulturinstitution der Hansestadt: Neun Musiker kommen am 3. Oktober 2011 im Clubraum des Gasthofs Klindworth in Sauensiek zusammen und gründen einen Verein. Drei Trompeten, eine Posaune, zwei Tenorhörner, eine Tuba, eine Klarinette und ein Schlagzeug – mehr ist das Stadtorchester Buxtehude an diesem Abend nicht.

Fünfzehn Jahre später stehen 42 Instrumentalisten und drei Sängerinnen auf der Bühne, Sebastian Wiesener führt sie am Dirigentenpult. Aus der kleinen Gründungsformation ist ein modernes Blasorchester geworden, dessen jüngstes Mitglied 13 und dessen ältestes 74 Jahre alt ist.

„Ich freue mich, das Stadtorchester Buxtehude in einer Zeit zu führen, in der es sich zu einer echten Institution in unserer Kulturlandschaft entwickelt“, sagt der Vorsitzende Dr. Heiko Hofer. Gefeiert wird diese Entwicklung am Samstag, 26. September, mit einem Jubiläumskonzert in der St.-Paulus-Kirche.

Stadtorchester Buxtehude: Ein Orchester mit einem besonderen Konzept

Die Idee für das Stadtorchester stammt von Carsten Klein. Im Frühjahr 2011 plant er ein Blasorchester, das Jugendarbeit sowie die Aus- und Weiterbildung von Erwachsenen von Beginn an miteinander verbindet. Für den Aufbau der Vereinsstruktur holt er Alf Niquet ins Boot, der den neuen Verein als Gründungsvorsitzender sieben Jahre lang führt.

Das Ziel formuliert das junge Stadtorchester selbstbewusst: Es will zum musikalischen Aushängeschild der Region werden. Klein übernimmt die musikalische Leitung, erwirbt nebenbei seine Dirigentenqualifikationen und formt aus der kleinen Truppe den ersten Klangkörper.

Ausbildung gehört dabei von Anfang an zum Konzept. Neue Mitglieder werden ermutigt, sich über Lehrgänge weiterzuentwickeln und die Orchesterreife zu erlangen.

Eine Konstante gibt es seit den ersten Tagen: Geprobt wird donnerstags. Die Orte wechseln dagegen mehrfach. Vom Klassenraum an der Sporthalle im Schulzentrum Süd geht es über die Waldorfschule Apensen und das Freizeithaus bis zur Aula der IGS. Seit 2018 hat das Stadtorchester im ehemaligen Technologiezentrum am Alten Postweg 41 seine feste Heimat.

Zwei Musiker aus dem Gründungsjahr sitzen bis heute im Orchester: die Schlagzeuger Ingo Kiel und Nico Herkt. Trotz Umzügen und Dirigentenwechseln sind sie geblieben – und geben weiterhin den Rhythmus vor.

Zehn Jahre Markus Bruker prägen den Klang des Orchesters

Ein wichtiger Abschnitt in der Geschichte beginnt im Juli 2015. Carsten Klein übergibt den Taktstock an Markus Bruker, der das Orchester mehr als zehn Jahre lang leitet. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Traditionen, die das Stadtorchester Buxtehude bis heute prägen.

Das erste Picknickkonzert im Stadtpark am Viver findet 2016 statt. Seither kommen jeden Sommer Hunderte Besucher mit Decken und Picknickkörben. Zwischen 2017 und 2023 folgen die Adventskonzerte in Neukloster. Im Jahr 2019 feiert zudem das Mitsingkonzert in St. Paulus Premiere und wird zur festen Adventstradition.

Auch über die Region hinaus ist das Stadtorchester zu hören. Eine Reise führt die Musiker im Oktober 2015 nach Saarburg, wo sie gemeinsam mit befreundeten Orchestern aus Saarburg und dem französischen Sarrebourg auftreten. Zwei Jahre später folgt ein Konzert im Miralles-Saal der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg.

Gleichzeitig wird das Orchester zum festen Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders: beim Blütenfest in Jork, beim Buxtehuder Altstadtfest, beim Maibaumaufstellen in Altkloster, bei eigenen Muttertagskonzerten und immer wieder beim Wintermärchen, dem Buxtehuder Weihnachtsmarkt.

Rund 70 Auftritte und Konzerte, elf Workshops und zwei Probenwochenenden kommen während Brukers zehnjähriger Amtszeit zusammen. Eine besondere Auszeichnung erhält der Verein im August 2018: Beim Picknickkonzert überreicht Landesmusikdirektor Floris Freudenthal das Gütesiegel „Nimbus“ des Niedersächsischen Musikverbandes für hervorragende Vereins- und Jugendarbeit.

Bruker prägt zugleich den musikalischen Anspruch. Aus der klassischen Musik kommend, setzt er auf anspruchsvolle Stücke, die dem Orchester viel Fleiß abverlangen. Musik- und spielerfahrene Erwachsene bestimmen in diesen Jahren maßgeblich den Klangkörper.

Stadtorchester Buxtehude übersteht schwierige Pandemie-Jahre

Auch an der Vereinsspitze beginnt 2018 ein neues Kapitel. Nach dem Rücktritt von Alf Niquet übernimmt Rolf Simon, selbst Euphonist im Orchester, zunächst kommissarisch die Führung. Die Mitgliederversammlung wählt ihn im März 2019 zum Vorsitzenden.

In seine Amtszeit fallen die schwierigsten Jahre der Vereinsgeschichte. Zwischen Weihnachten 2019 und dem Hochsommer 2021 bleibt das Picknickkonzert der einzige Auftritt. Die Pandemie erschwert die Proben und macht Konzerte nahezu unmöglich.

Als das gemeinsame Musizieren wieder möglich wird, zeigt sich jedoch, wie stark der Zusammenhalt ist: Fast alle Musiker sind noch dabei.

Neue Mitglieder und bekannte Ohrwürmer: Das Orchester wächst

Einen weiteren Wechsel an der Vereinsspitze gibt es im März 2024. Rolf Simon übergibt den Vorsitz an Dr. Heiko Hofer. Der Verein entwickelt sich nun auch abseits der Musik weiter – mit einem neuen Außenauftritt, einer neuen Website und professionellerem Vereinsmarketing.

Zugleich öffnet sich das Orchester stärker für Wiedereinsteiger und neue Mitglieder. Das Programm ist so gestaltet, dass Musiker mit mindestens zwei Jahren Spielerfahrung schnell Anschluss finden und erste Erfolgserlebnisse haben können.

Bekannte Stücke sollen dafür sorgen, dass Publikum und Musiker mit einem Ohrwurm nach Hause gehen. Pop- und Rockklassiker, Filmmusik, Latin und Swing bilden das musikalische Rückgrat. Hinzu kommen Gesang, Klavier und E-Bass. Mitglieder schreiben außerdem eigene Arrangements, die bei Konzerten vor Publikum aufgeführt werden.

Wer eine zusätzliche musikalische Herausforderung sucht, kann in zwei Kleingruppen anspruchsvollere Stücke einstudieren, die bei Konzerten als besondere Einlagen präsentiert werden. Das Orchester wächst auf 45 aktive Musikerinnen und Musiker.

Nachwuchs und Wiedereinsteiger sind beim Stadtorchester willkommen

Die musikalische Förderung erfolgt mit Workshops im eigenen Probenraum, Registerproben, Fortbildungsangeboten und vermitteltem Instrumentalunterricht über die Kreis-Jugend-Musikschule Stade und MusikConTakte.

Als Mitglied der Kreismusikvereinigung Stade e.V., des Bezirksverbandes Hansa und des Niedersächsischen Musikverbandes e.V. können die Musiker zudem deren Lehrgänge und Workshops nutzen – von der Orchesterreife bis zur Dirigentenausbildung.

Der Einstieg soll bewusst unkompliziert bleiben. Wer zwei bis drei Jahre Erfahrung an seinem Instrument mitbringt und mitspielen möchte, ist bei den Proben willkommen. Ein erster Kontakt ist per E-Mail an musik@stadtorchester-buxtehude.de möglich.

Inzwischen spielen 16 Jugendliche im Stadtorchester – mehr als ein Drittel der Aktiven.

„Das Miteinander über Generationen hinweg funktioniert so gut, weil die Musik das verbindende Element ist“, sagt Heiko Hofer. „So mancher erfahrene Musiker dient als Vorbild für die Jüngsten im Orchester. Andererseits staunt so mancher ‚alte Hase‘, auf welchem Niveau ein Jungmusiker spielt, auch wenn er erst vor wenigen Jahren mit dem Instrumentalunterricht begonnen hat.“

Zugleich beobachtet der Vorsitzende eine weitere Entwicklung: „Wir verzeichnen eine steigende Zahl von Spätberufenen und Wiedereinsteigern – es ist also nie zu spät, das Instrument wieder aus dem Schrank zu holen und bei uns mitzumachen.“

Der Zusammenhalt endet nicht mit dem Schlussakkord. Sommerfeste, Vereinsabende und Grillrunden gehören ebenso zum Jahresprogramm. Mal geht es zum Kanufahren, mal zum Boßeln oder Bauerngolf. In diesem Jahr schickte das Stadtorchester erstmals sogar ein eigenes Team beim Buxtehuder Altstadtlauf ins Rennen.

Sebastian Wiesener übernimmt den Taktstock

Nach mehr als zehn Jahren entscheidet sich Markus Bruker, die musikalische Leitung abzugeben. Drei Kandidaten werden zum Probedirigat eingeladen. Die Wahl des Orchesters fällt auf Sebastian Wiesener, der zu diesem Zeitpunkt am Gymnasium Neu Wulmstorf unterrichtet und vom Vorstand angesprochen worden war.

„Mein erster Eindruck vom Orchester war, dass alle Musiker sehr zugewandt und herzlich miteinander und mir umgingen; ich fühlte mich gleich aufgenommen und integriert. Daran hat sich nichts geändert“, sagt Wiesener.

Positiv entwickelt habe sich insbesondere „die Fähigkeit, den Klang zu gestalten und das Selbstbewusstsein, als organisches Ganzes zu klingen“. Zugleich seien zahlreiche junge wie erwachsene Mitglieder hinzugekommen. „Das Orchester wächst stetig“, sagt Wiesener.

Der an der Universität der Künste Berlin ausgebildete Musiker und Lehramtspädagoge war zuvor als Pianist und Schlagzeuger in Bands aktiv und wollte schon lange ein großes Ensemble leiten. Seit Oktober 2025 steht er am Dirigentenpult des Stadtorchesters.

„Es macht mir unglaublich viel Spaß, mit allen Orchestermitgliedern gemeinsam ein neues Stück zu erarbeiten“, sagt Wiesener. Bei diesem Gestaltungsprozess gehe es um die Wirkung und um eine gemeinsame Vorstellung davon, wie ein Stück interpretiert werden soll. Jeder Einzelne sei dabei von Bedeutung und zugleich für den Gesamtklang verantwortlich.

Seinen ersten Auftritt mit dem Stadtorchester hat Wiesener beim Weihnachtskonzert 2025 in St. Paulus. Nun kehrt er für das Jubiläumskonzert dorthin zurück.

„Der Ort strahlt eine feierliche und behagliche Ruhe aus, weshalb er hervorragend zum Jubiläumskonzert passt“, sagt der Dirigent. Besonders freue er sich „auf die gespannte Stille vor dem ersten Ton und auf den natürlichen Nachhall des Raumes, den die Kirche nach Verstummen des letzten Tones eines Stücks erfüllt“.

Stadtorchester Buxtehude dankt seinen Förderern

Die Entwicklung der vergangenen 15 Jahre wäre nach Einschätzung des Vereins ohne Unterstützung von außen nicht möglich gewesen. „Wir danken all unseren Sponsoren, die das Orchester in den letzten 15 Jahren unterstützt haben – ohne sie wären wir heute nicht an diesem Punkt“, sagt Hofer.

Zu den Unterstützern gehören die Sparkasse Harburg-Buxtehude, die Buxtehude-Stiftung, der Lions Club Buxtehude und der Lions Club Buxtehude-Franziska von Oldershausen, Bastein Holzblasinstrumente, Tipkes Hofkontor, Marktkauf Buxtehude, der Landschaftsverband Stade, die Klosterkammer Hannover und das Modehaus Stackmann.

Eine besondere Verbindung besteht zudem zur Firma Synthopol Chemie. Seit 2017 spielt das Stadtorchester bei der Weihnachtsfeier des Unternehmens.

Zum 15. Geburtstag wünscht sich das Orchester 30 Quadratmeter

Neben allen Jubiläumsfreuden beschäftigt den Verein eine ganz praktische Frage: Wohin mit Noten und Instrumenten? Rund 30 Quadratmeter Lagerfläche würden dem Stadtorchester genügen – beispielsweise eine trockene Ecke in einer Halle oder ein nicht genutzter Kellerraum.

Der bisher genutzte Platz am Alten Postweg steht nicht dauerhaft zur Verfügung. Bis zum Jahresende wird deshalb eine neue Lösung benötigt. Umzüge kennt das Stadtorchester aus seiner 15-jährigen Geschichte bereits zur Genüge, doch dieses Mal ist noch kein neuer Lagerplatz gefunden.

Wer geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen kann, erreicht Heiko Hofer unter Telefon 01525 3127386 oder per E-Mail an musik@stadtorchester-buxtehude.de.

Jubiläumskonzert am 26. September in St. Paulus

Aus neun Gründungsmitgliedern ist innerhalb von 15 Jahren ein Klangkörper mit 45 Aktiven geworden. Beim Jubiläumskonzert am Samstag, 26. September, feiern die Musikerinnen und Musiker diese Entwicklung in der St.-Paulus-Kirche – gemeinsam mit ihrem Publikum.

Auf dem Programm stehen Stücke, die das Orchester mit seinem neuen Dirigenten Sebastian Wiesener erarbeitet hat. Eine Altersgrenze gibt es dabei weder auf der Bühne noch in den Kirchenbänken.

In der Pause bleibt Zeit für ein Getränk und Gespräche mit den Musikern. Anschließend gehört die Bühne wieder dem Stadtorchester – und damit einem Ensemble, für das Buxtehude in den vergangenen 15 Jahren zur musikalischen Heimat geworden ist.

Jubiläumskonzert – 15 Jahre Stadtorchester Buxtehude
Samstag, 26. September 2026, Beginn 19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr – mit kleiner Pause
St.-Paulus-Kirche, Finkenstraße 53, Buxtehude
Eintritt: Erwachsene: 15 Euro, Kinder bis 14 Jahre: 10 Euro

Vorverkauf:
Buchhandlung Schwarz auf Weiß
Kulturbüro im Rathaus
unter www.stadtorchester-buxtehude.de (nw).

Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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