Fake News: Wer kontrolliert überhaupt, was falsch ist?

Lügen im Internet zu verbreiten ist einfach. Wer dazu noch Geld ausgibt, kann sich Reichweite kaufen
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tk. Landkreis. Lügen haben kurze Beine, heißt ein bekanntes Sprichwort. Die aktuelle politische Debatte darüber, ob das Verbreiten von Fake News - also gefälschten Nachrichten - bestraft werden muss, zeigt: die sprichwörtlichen Lügenbeine werden offenbar länger. Unisono fordern Bundespolitiker aus CDU und SPD, dass Nachrichtenfälscher, die mit dreisten Lügen Politik und Wahlkampf beeinflussen wollen, bestraft werden sollen. Ist das eine gute Idee, funktioniert das überhaupt? Das WOCHENBLATT hat mit Politikern vor Ort gesprochen, die auch IT- und Social Media-Experten sind.

Klemens Kowalski (Die Linke, Buxtehude) ist IT-Experte in einer Hamburger Behörde und Blogger zu Internetthemen. "Lügen im Internet zu bestrafen, ist schwierig", sagt er. Wenn ein Fake News-Produzent seine Seite in Rumänien betreibe, der Server irgendwo in Afrika stehe - "wie soll der Urheber überhaupt dingfest gemacht werden?", fragt Kowlaski.

Grundsätzlich sei es technisch sehr einfach, über eine Website gezielt Falschmeldungen zu verbreiten. "Eine Seite ist schnell programmiert und schon für kleinere Geldbeträge wird die Website von entsprechenden Dienstleistern bekannter gemacht." Likes, Shares und Retweets können gekauft werden. "Je mehr ein Nachrichten-Fälscher ausgibt, desto größer ist die Resonanz", sagt Klemens Kowalski.

Angesichts der aktuellen Debatte um Fake News konstatiert er: "Die Politik ist damit überfordert." Weil das Internet nicht mit nationalen Gesetzen kontrolliert werden könne, ist für Klemens Kowalski Gegenwehr gegen Lügen der richtige Weg. "Die Politik muss Gegenkampagnen starten."

"Wer soll kontrollieren, was Fake News sind", fragt der Buchholzer CDU-Ratsherr und IT-Experte Andreas Eschler. "Soll etwa eine Bundesbehörde für Nachrichtenkontrolle gegründet werden?" Hinzu komme für ihn ein weiteres Problem: Wann beginnen Fake News und wann ist nur etwas sachlich falsch? Wenn in einem Text vielleicht ein bis zwei Zahlen nicht stimmen würden, könne noch nicht von Fake News gesprochen werden.

Die bewussten Falschmeldungen entfalten nur dann ihre Wucht und Wirkung, wenn sie über Facebook und Co. verbreitet werden. Theoretisch sieht Eschler die Internet-Unternehmen in der Pflicht, besser und schneller zu reagieren. Praktisch aber werde das kaum möglich sein. "Wer soll das stemmen?", fragt er.

Die beiden Ratspolitiker sind sich einig: Letztendlich kommt es auf den Empfänger der News an. Besser einmal reflektieren als teilen und liken.
• Über Fake News wird verstärkt seit der Präsidentenwahl in den USA diskutiert. Der designierte Präsident Donald Trump hat selbst diverse Tweets verfasst, die einer Überprüfung der Fakten nicht standhielten. Zudem wird spekuliert, dass aus Russland gezielt Desinformationen im Wahlkampf gestreut wurden. Was deutsche Politiker auch für die Bundestagswahl 2017 befürchten.

• Fake News sind in der Regel halbwegs professionell getextete Nachrichten, die sich an emotionalen Aufreger-Themen, wie etwa der Flüchtlingsdebatte,orientieren. Statt auf kritisches Reflektieren wird auf Empörung und vor allem das Weiterverbreiten in den sozialen Medien gesetzt

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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