Immer mehr Bürokratie - Fiskus stranguliert Vereine

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Familienunternehmen: Viel Tradition, wenig Frauen

Traditionsunternehmen in Familienhand sind eine der großen Stützen des deutschen Mittelstands. Was allerdings die Besetzung von Führungspositionen betrifft, scheint ein Großteil der Firmen noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Eine Drohende Folgen für die Zukunft Familienunternehmen hätten einen “Blind Spot”, wenn es um das Thema Frauen in Führungspositionen ginge, nennen diesen Umstand Wiebke Ankersen und Christian Berg, die Geschäftsführer von Allbright. Zwar seien Firmen in...

(mi). Vereine sind ein deutsches Phänomen: So wie bei uns gibt es sie nirgends in Europa. Deswegen haben jetzt die EU-Wettbewerbshüter den deutschen Vereinen den Kampf angesagt. Sie sollen ihre Mitgliedsbeiträge der Umsatzsteuer unterwerfen. Doch nicht nur Eurokraten, auch der deutsche Fiskus macht den Vereinen das Leben schwer

Vereine übernehmen bei uns vielfältige Funktionen - vom Breitensport über Heimatforschung bis zur Jugendarbeit. Doch wie lange noch? Immer neue Gesetze und immer mehr Bürokratie machen Vereinen das Leben zunehmend schwerer.
Arno Reglitzky, Vorsitzender des Sportvereins Blau-Weiss Buchholz (5.700 Mitglieder), benennt das Problem: Vor allem der Fiskus mit seinen vielfältigen Finanzgesetzen stranguliere die Vereine regelrecht. „Die Steuergesetzgebung ist mittlerweile so kompliziert, dass wir die Lage mit ehrenamtlichen Laien nicht mehr überblicken können“, so Reglitzky. Ein Beispiel: Vereine befinden sich derzeit in der Situation, dass EU-Recht und deutsches Steuerrecht nebeneinander existieren und sich teilweise sogar widersprechen. So will die EU Mitgliedsbeiträge von Vereinen der Umsatzsteuer unterwerfen, im deutschen Steuerrecht sind sie aber steuerfrei. Dazu kommt, dass Vereine, wenn sie investieren, selbst entscheiden müssen, ob sie besser mit einer Besteuerung nach EU- oder nationalem Recht fahren.
Arno Reglitzky: „Blau-Weiss Buchholz hat, damit der Vorstand beim komplizierten Steuerrecht nicht den Überblick verliert, bezahlte Hilfe durch einen Steuerberater und eine Buchhalterin“. Trotz der professionellen Unterstützung schätzt der Blau-Weiss-Chef, dass immer noch über ein Drittel der gesamten Vorstandsarbeit vom „Papierkram“ bestimmt werden. Für kleinere Vereine sei dieser Aufwand zeitlich und personell kaum noch zu bewältigen. „Wenn die Politik den Vereinen helfen will, sollte sie keine Spruchblasen und Fensterreden zur Förderung des Ehrenamtes produzieren, sondern dafür sorgen, dass die Steuergesetze verständlicher werden und die Finanzämter, anstatt die Vereine zu schröpfen, ihnen wieder mehr entgegenkommen“, so der Vereinschef.
Ähnlich sieht es auch Ulrich Mayntz, Vorsitzender des Turn- und Sportvereins BuxtehudeAltkloster (2.400 Mitglieder). „Der Aufwand für die Vereine ist deutlich schlimmer geworden, mittlerweile müssen wir jeden Kleinstbetrag angeben. Wenn bei einem Volleyballspiel ein paar Stücken Kuchen verkauft wurden, dann will das Finanzamt das wissen“, so der Vorsitzende. Das Ehrenamt werde so immer mehr zum unbezahlten Nebenjob. Ulrich Mayntz: „Ohne hauptamtliche Kräfte, die sich kleine Vereine nur schwer leisten können, ist die Vereinsarbeit bald nicht mehr zu schaffen“.
Die Einschätzung der Vereinschefs wird vom Buchholzer Steuerberater Wolfgang Schnitter bestätigt: „Die Steuererklärung und die Finanzbuchhaltung eines Vereins sind mittlerweile aufwendiger und schwieriger als die eines gewerblichen Betriebs“, so der Experte. Auch Schnitter beobachtet, dass sich die Finanzämter in den vergangenen Jahren immer mehr auf die Vereine einschießen. Die Regelungen dafür seien allerdings nicht neu, nur wurden sie früher vom Fiskus nicht voll ausgeschöpft, erklärt der Steuerberater.

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