„Die Arbeitnehmer erwarten von uns Ideen“
Unternehmensnetzwerk Frau & Wirtschaft Landkreis Harburg e.V. feiert 10. Geburtstag

Vorstand, Mitarbeiterinnen und Referentin beim Unternehmensnetzwerk (vorne v.li.): Geschäftsführerin Andrea Kowalewski, Referentin Kerstin Witte, Gründerin Brigitte Kaminski, 2. Vors. Carina Hellwege (Landkreis Harburg, hintere Reihe v.li.), Vors. Dirk Hartung (Bruno Bock GmbH), Geschäftsstellenleiterin Kirsten Adomßent (Buchholz) und Annika Flüchter (Freilichtmuseum am Kiekeberg)
  • Vorstand, Mitarbeiterinnen und Referentin beim Unternehmensnetzwerk (vorne v.li.): Geschäftsführerin Andrea Kowalewski, Referentin Kerstin Witte, Gründerin Brigitte Kaminski, 2. Vors. Carina Hellwege (Landkreis Harburg, hintere Reihe v.li.), Vors. Dirk Hartung (Bruno Bock GmbH), Geschäftsstellenleiterin Kirsten Adomßent (Buchholz) und Annika Flüchter (Freilichtmuseum am Kiekeberg)
  • Foto: Unternehmensnetzwerk Frau & Wirtschaft Landkreis Harburg e.V.
  • hochgeladen von Axel-Holger Haase

ah. Landkreis. Es sind zwar nur zehn Jahre, aber es war eine andere Zeit: Junge Mütter kehrten später in den Job zurück als heute, und die Wirtschaftsflaute schreckte viele Firmen ab, sich mit dem Thema Familienfreundlichkeit auseinanderzusetzen. Trotzdem gründete eine Gruppe Aktiver im Jahr 2009 das Unternehmensnetzwerk Frau & Wirtschaft Landkreis Harburg e.V., dessen Mitgliederzahlen ständig steigen.
Vieles ist heute anders als vor zehn Jahren, aber das Thema Familienfreundlichkeit steht noch stärker im Mittelpunkt. „Die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, werden immer wichtiger“, sagte der Vorsitzende Dirk Hartung, Personalleiter bei der Bruno Bock Chemische Fabrik in Marschacht, bei der Zehnjahresfeier des Vereins auf dem Gelände des Freilichtmuseums am Kiekeberg. „Die Arbeitnehmer erwarten von uns Ideen, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bekommen. Den Fachkräftemangel merken wir jeden Tag.“ 32 Mitglieder zähle das Unternehmensnetzwerk derzeit. „Das ist erfolgreich“, sagte Hartung. „Aber es gibt noch Luft nach oben. Denn beim Thema Vereinbarkeit geht es längst nicht mehr nur um Frauen, sondern auch um Männer.“
Wie sich Frauen in einer Männerdomäne präsentieren können, zeigte Kerstin Witte, Geschäftsführerin des Autohauses Kuhn und Witte in Jesteburg, in ihrem Vortrag. Gegründet 1965, beschäftigt der Betrieb heute mehr als 100 Frauen – von insgesamt 360 Angestellten. Eine zweite Niederlassung in Fleestedt ist derzeit im Bau, und das Unternehmen sucht nach neuen Kollegen und vor allem auch Kolleginnen. „Wir wollen zeigen, dass bei uns viele Frauen arbeiten“, sagte Witte. Deswegen hat das Autohaus im Winter die Plakatkampagne „Frauen mit Profil“ gestartet: Elf Mitarbeiterinnen, fotografiert mit lila Boxhandschuhen und einem knackigen Spruch dazu, zum Beispiel: „Als Profis brauchen wir keinen Promoter.“
Die Geschäftsführung will Frauen mit den Fotos Mut machen, sich bei dem Autohaus zu bewerben – vor allem auch auf handwerklich-technische Ausbildungsstellen. Von den 14 Azubis ist derzeit immer mindestens eine junge Frau im technischen Bereich dabei – auch hier ist also noch Luft nach oben. „Wir erleben viele positive Reaktionen auf die Kampagne, sowohl von innen als auch von außen“, sagte Witte. Nach den Sommerferien sind neue Fotoserien mit lila Boxhandschuh geplant.
Initiiert hatte das Netzwerk 2009 Brigitte Kaminski, ehemalige Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Landkreis Harburg. Sie betonte, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf keine Privatangelegenheit mehr sei. „Das ist den Unternehmen klar. Sie wissen, dass sie sich um Familienfreundlichkeit bemühen müssen, wenn sie Fachkräfte gewinnen und halten wollen.“
Das Unternehmensnetzwerk e.V. vermittelt zwischen Betrieben und Frauen, außerdem organisiert und bezuschusst der Verein Theaterwerkstätten für Grundschulkinder in Winsen und Buchholz, um Engpässe in der Ferienbetreuung zu überbrücken und Eltern die Chance zu geben, in den Schulferien zu arbeiten. Das Netzwerk ist angesiedelt bei der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft, die Frauen und Betriebe berät, und ist am FaMi-Siegel für Familienfreundlichkeit beteiligt. Interessant für die Mitgliedsunternehmen ist vor allem auch der Austausch untereinander. „Von der Vernetzung profitieren alle“, sagte Geschäftsführerin Andrea Kowalewski. „Nicht jeder Betrieb muss das Rad neu erfinden.“
Über Baumaßnahmen im Freilichtmuseum am Kiekeberg berichtete Annika Flüchter, Referentin des Vorstandes: So entsteht ein Straßenzug aus der Nachkriegszeit, die "Königsberger Straße". 2022 soll das mehr als sechs Millionen Euro teure Projekt eröffnet werden.

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