Die Kutschen rollen wieder

Die Kutscher im Landkreis Harburg atmen auf: Seit voriger Woche dürfen sie wieder mehrere Personen aus unterschiedlichen Familien ohne Mindestabstand befördern - selbstverständlich mit Mund-Nasen-Schutz. "Jetzt ist es uns endlich wieder möglich, Sammelfahrten anzubieten", sagt Kutscherin Britta Alpers (Foto). "Für viele Touristen ist dies eine gute Möglichkeit, günstig die Heide zu erleben."
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Weil der Mindestabstand nicht mehr gilt, bieten die Kutscher wieder Sammelfahrten an. 

mum. Egestorf/Undeloh.
Das sind gute Nachrichten für die Kutscher im Landkreis Harburg: "Der Mindestabstand auf den Kutschen ist endlich aufgehoben worden", freut sich Britta Alpers. Sie ist gelernte Pferdewirtin und leitet seit 1994 ihr Kutschengewerbe in Egestorf. Zudem ist sie Vorsitzende des Kutschenvereines Wilsede. "Wir dürfen die Kutschen ab sofort wieder normal besetzen. Selbstverständlich müssen alle Mitfahrenden einen Mund-Nase-Schutz tragen." Die Döhler Kutscher haben daher jetzt kurzfristig beschlossen, doch die gemeinsamen Sammelfahrten anzubieten. "Das ist ein gastfreundliches Angebot, denn die Gäste zahlen nur ihren einzelnen Platz und nicht gleich die ganze Kutsche."

Bereits seit Ende Mai durften die Kutscher wieder zu ihren Touren aufbrechen. Allerdings mussten unterschiedliche Haushalte einen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten. "Nur dann durften wir zwei Haushalte zusammensetzen", so Alpers. Anfang Juli hatte eine Kutscherin (und Juristin) für ihre Zunft im Eilverfahren geklagt. Denn während in Reisebussen bereits mehr Gäste ohne Mindestabstand transportiert werden durften, galten für die Kutscher noch strikte Verbote. "Daraufhin gab es einen richterlichen Beschluss vom Oberlandesgericht Lüneburg, sodass wir seit gut einer Woche normal besetzen dürfen", erklärt Alpers. "Das hat uns Mut gemacht, unsere gemeinsamen Sammelfahrten wieder anzubieten."
Laut der Vereinsvorsitzenden gebe es Gäste, die gern unter sich bleiben möchten. Sie bezahlen einen Pauschalpreis, um eine Kutsche allein für sich zu mieten. "Es gibt jedoch auch immer wieder Gäste, denen das zu teuer ist, und die nach einer Sammelfahrt fragen, bei der pro Person abgerechnet wird."

Alpers weist auf die ohnehin schwierige Situation der Kutscher hin. "Wir müssen auf einen Mindestpreis bestehen, um überhaupt existieren zu können." Viele Gäste würden die Vor- und Nachbereitungszeit nicht sehen. Um ein Gespann abfahrbereit zu machen, vergehen etwa 90 Minuten. Die Nacharbeit (Abschirren, die Pferde waschen, den Wagen fegen und die Planen wieder herunterlassen) dauert weitere 90 Minuten. Weiterhin kostet die Wartung der Kutschen sowie die Pferdehaltung und Versicherung sehr viel Geld. "Es gehört viel Idealismus dazu, ein Kutschunternehmen zu führen", sagt Alpers. "Die meisten unserer Zunft finden zudem keinen Nachwuchs." Umso wichtiger sei es, die Arbeit der Kutscher angemessen zu entlohnen. "So wie es momentan aussieht, stirbt unser Beruf langsam aus. Vielleicht wird es irgendwann keine Kutschfahrten in der Lüneburger Heide mehr geben." Alpers weist auf die strengen Auflagen hin, die auch ohne Corona schon enorm seien. "Wobei ich gern betone, dass die Landkreise und Gemeinden uns sehr geholfen haben, unsere Bedingungen zu verbessern." Dazu zähle sie auch den Verein Naturpark Lüneburger Heide, der beispielsweise das Dialogforum Kutsche initiiert hatte. "In meinen Augen sind alle Akteure zusammengerückt und haben gelernt, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln."

"Vier Hufe für ein Heidelujah"
Wer sich für das Leben der Kutscher interessiert, der sollte sich Zeit für die siebenteilige Webserie "Vier Hufe für ein Heidelujah" nehmen. Darin dreht sich alles um das sympathische Kutschpferd Fred und seine spannenden Erlebnisse. Mit von der Partie sind Pferdekollegin Maja, Mischlingshund Motte sowie Britta Alpers aus Egestorf. In jeder der rund fünfminütigen Folgen tauchen Zuschauer in die Welt eines traditionellen Heide-Kutschbetriebs ein und erleben den Alltag durch die Augen des lustigen Vierbeiners. Auf unterhaltsame Weise erklärt Fred, was es mit der außergewöhnlichen Kulturlandschaft auf sich hat, weshalb die typischen Heidschnucken dort als tierische Landschaftspfleger eingesetzt werden und wo das "Matterhorn der Heide" zu finden ist.
Die Folgen wurden bereits vorigen Herbst gedreht. Von Corona war damals noch nicht die Rede. "Ich hatte das Glück, mit meinem Betrieb bei den Filmaufnahmen mitspielen zu dürfen, um stellvertretend für alle Kutscher unsere Kutscherzunft zu repräsentieren", sagt Alpers. "Ich finde, die Episoden sind mehr als gelungen."
• Die Serie gibt es online unter www.lueneburger-heide.de/18371.

Die Kutscher im Landkreis Harburg atmen auf: Seit voriger Woche dürfen sie wieder mehrere Personen aus unterschiedlichen Familien ohne Mindestabstand befördern - selbstverständlich mit Mund-Nasen-Schutz. "Jetzt ist es uns endlich wieder möglich, Sammelfahrten anzubieten", sagt Kutscherin Britta Alpers (Foto). "Für viele Touristen ist dies eine gute Möglichkeit, günstig die Heide zu erleben."
Britta Alpers betreibt seit mehr als 20 Jahren ein Kutschengewerbe - seit voriger Woche darf sie auch wieder die Sammelkutschen anspannen
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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