Kameraden packen an

Spannende Vogelperspektive: Die Freiwillige Feuerwehr Marxen bekommt eine neue Fahrzeughalle
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Das ist einfach nur beeindruckend! Die Freiwillige Feuerwehr Marxen baut eine Fahrzeughalle komplett in Eigenregie. So viel wie möglich wird von den Kameraden selbst übernommen, andere Aufgaben werden an Handwerker im Ort vergeben. Das hat positive Konsequenzen: Die fast 160 Quadratmeter große Halle kostet höchstens 80.000 Euro (20.000 Euro übernimmt die Gemeinde). Zum Vergleich: Die Fahrzeughalle in Glüsingen (130 Quadratmeter) kostet den Steuerzahler 700.000 Euro. "Unser Vorteil ist, dass wir nicht ausschreiben müssen. Zudem packen alle im Ort mit an", so Fördervereins-Vorsitzender Jürgen Tiedt.

mum. Marxen. Die Freiwillige Feuerwehr Marxen bekommt eine neue Fahrzeughalle! Zu deren Grundsteinlegung trafen sich jetzt Ortsbrandmeister Marc Borchers, sein Stellvertreter Klaus Beier sowie der Vorsitzende des Fördervereins Jürgen Tiedt und Marxenes Bürgermeister Christian Meyer auf der Baustelle am Marxener Feuerwehrgerätehaus.
Sensationell ist jedoch der Weg, den die Kameraden beim Bau des etwa 160 Quadratmeter großen Gebäudes verfolgen. Die komplette Abwicklung wird vom Förderverein der Feuerwehr organisiert und nicht etwa von der Gemeinde beziehungsweise Samtgemeinde. Da eine öffentliche Ausschreibung dann nicht notwendig ist, rechnet Fördervereins-Vorsitzender Jürgen Tiedt auch nur mit Kosten in Höhe von 80.000 Euro. Von der Gemeinde gibt es einen Zuschuss in Höhe von etwa 20.000 Euro. Die Samtgemeinde übernimmt die Kosten für eine neue Abgassauganlage (etwa 10.000 Euro). Die gesamte Restsumme wird durch Spenden abgedeckt. Zum Vergleich: In Glüsingen kostet eine neue Fahrzeughalle (130 Quadratmeter) 700.000 Euro.
"Bei uns bringen sich alle ein", freut sich Tiedt. Handwerker und Unternehmer aus dem Ort beteiligen sich entweder mit Spenden oder Einsätzen auf der Baustelle. Verantwortlich für die Koordination der Arbeitsdienste ist Florian Bade. Selbst aus der Baubranche kommend, hat er einen Plan aufgestellt, damit niemand umsonst seine Freizeit opfert. Der Einsatz spart nicht nur viel Steuergeld, sondern fördert auch die Gemeinschaft unter den Kameraden und im gesamten Dorf. "Wir ziehen alle an einem Strang und sehen, was gemeinsam erreicht werden kann", freut sich Tiedt.
Mit der neuen Fahrzeughalle werden gleich zwei neue Stellplätze der aktuell größten Stellplatzkategorie geschaffen. Die Pultdachhalle wird in Holzbauweise mit einer gedämmten Außenfassade errichtet. Die massive Stahlbeton-Bodenplatte hierfür wurde bereits Anfang des Jahres betoniert. In der, durch die neue Halle freiwerdenden, alten Fahrzeughalle sollen zukünftig die Umkleideplätze der inzwischen knapp 60 aktiven Marxener Feuerwehrkräfte untergebracht werden.
Offensichtlich ticken die Uhren in der Samtgemeinde Hanstedt ohnehin anders als in anderen Kommunen. "Unsere Feuerwehren zeichnen sich generell durch große Eigeninitiative aus", lobt Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus das Engagement der Kameraden. In den vergangenen Jahren habe die Feuerwehr Hanstedt mit eigenen Mitteln und in Eigenleistung eine größere Remise für Materialien gebaut, ebenso die Feuerwehr Asendorf. "Bei den Neu- beziehungsweise Umbauten der Gerätehäuser in Brackel und Egestorf wurden ebenfalls in erheblichem Umfang Eigenleistungen erbracht." Dies entlaste laut Muus den Haushalt der Samtgemeinde Hanstedt, so dass bei 15 Feuerwehren in der Samtgemeinde die anstehenden Fahrzeugbeschaffungen und Baumaßnahmen kontinuierlich gemäß dem Feuerwehrkonzept abgearbeitet werden können. "Einfach eine tolle Leistung", so der Verwaltungschef. Wie wichtig die Freiwilligen Feuerwehren für den Landkreis Harburg sind, steht außer Frage! Jedes Mal, wenn die Sirene erklingt, rücken die Kameraden aus, um während der Arbeitszeit oder in ihrer Freizeit Menschen zu retten, Feuer zu löschen oder Hilfestellung zu leisten. Das allein verdienst schon großen Respekt.

Auf ein Wort
Das verdient großen Respekt
Wie wichtig die Freiwilligen Feuerwehren für den Landkreis Harburg sind, steht außer Frage! Jedes Mal, wenn die Sirene tönt, rücken die Kameraden aus, um während der Arbeitszeit oder in ihrer Freizeit Menschen zu retten, Feuer zu löschen oder Hilfe zu leisten. Das allein verdient schon großen Respekt.
Doch was die Kameraden jetzt in Marxen leisten, setzt alledem nochmals die Krone auf. Der Bau der neuen Fahrzeughalle geschieht komplett in Eigenarbeit. Kameraden, Bürger, Handwerker und Unternehmer aus dem Ort ziehen an einem Strang, um den Neubau zu realisieren. Das spart richtig Geld! Zum Vergleich: Fleestedt (104-Quadratmeter-Anbau für 530.000 Euro), Lindhorst (115-Quadratmeter-Anbau für 630.000 Euro) und Glüsingen (130 Quadratmeter große Fahrzeughalle für 700.000 Euro) müssen tief in die Tasche greifen, um ähnliche Projekte zu realisieren.
Sollte das Beispiel Marxens jetzt Schule machen? Ich weiß es nicht. Ich denke, die Kameraden leisten wirklich schon genug. Und sollten nicht auch noch darüber hinaus anpacken müssen. Allerdings ist es schon erstaunlich, wie günstig im Landkreis gebaut werden kann, wenn nicht öffentlich ausgeschrieben werden muss. Und zudem die Handwerker aus dem eigenen Dorf kommen. Aber letztlich steht hinter dem Projekt ein äußerst engagierter Förderverein. Mein Respekt gilt allen, die in Marxen anpacken.
Sascha Mummenhoff

Spannende Vogelperspektive: Die Freiwillige Feuerwehr Marxen bekommt eine neue Fahrzeughalle
Bei der Grundsteinlegung (v. li.): Vize-Ortbrandmeister Klaus Beier, Jürgen Tiedt (Förderverein), Tim Dormann (Förderverein), Bürgermeister Christian Meyer und Ortsbrandmeister Marc Borchers

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