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Tag der Schnucke im Wildpark Lüneburger Heide

Die Graue Gehörnte Heidschnucke ist ein Symboltier für die Lüneburger Heide und trägt als Landschaftspflegerin wesentlich zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. | Foto: Wildpark/Thomas Ix
  • Die Graue Gehörnte Heidschnucke ist ein Symboltier für die Lüneburger Heide und trägt als Landschaftspflegerin wesentlich zum Erhalt der Kulturlandschaft bei.
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Wenn sanftes Blöken erklingt, frisch geschorene Wolle durch geübte Hände gleitet und kleine Lämmer neugierig ihre Welt entdecken, dann ist Tag der Schnucke im Wildpark Lüneburger Heide. Am Sonntag, 7. Juni, von 12 bis 17 Uhr dreht sich dort alles um eines der bekanntesten Tiere Norddeutschlands: die Graue Gehörnte Heidschnucke.

Die traditionsreiche Schafrasse wurde in diesem Jahr zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ ernannt – ein Anlass, dem der Wildpark den besonderen Thementag widmet. Direkt am Heidschnuckengehege erleben Besucher hautnah, warum die Schnucke weit mehr ist als nur ein Symboltier der Lüneburger Heide: Sie ist Landschaftspflegerin, Kulturgut und unverzichtbarer Teil eines einzigartigen Ökosystems.

Mit ihren genügsamen Ansprüchen und ihrem besonderen Fressverhalten hält die Graue Gehörnte Heidschnucke seit Jahrhunderten die Heideflächen offen. Sie verhindert die Verbuschung der Landschaft und schafft damit Lebensräume für seltene Pflanzen, Insekten und bodenbrütende Vögel. Ohne die Schnucke gäbe es die weiten lilafarbenen Heideflächen, für die die Region weltberühmt ist und die jährlich tausende Besucher anzieht, in ihrer heutigen Form kaum noch.

Die Tierpfleger des Wildparks geben am Aktionstag spannende Einblicke in Haltung, Pflege und Alltag der Vierbeiner und beantworten Fragen rund um die besondere Schafrasse. Ein Höhepunkt des Tages ist die Live-Schur der Heidschnuckenherde, bei der Besucher erleben können, wie aus dichter Wolle ein wertvoller Naturrohstoff wird. Wie aus der Schnuckenwolle schließlich Garn entsteht, zeigt der Spinnkreis Soltau an historischen Spinnrädern. Dabei darf nicht nur zugeschaut, sondern auch selbst ausprobiert werden.

Auch die Naturzusammenhänge der Heidelandschaft werden anschaulich vermittelt: Imker Martin Orthmann erklärt das faszinierende Zusammenspiel von Schnucke, Heidepflanzen und Bienen. Lehrgläser, Schautafeln und spannende Geschichten machen sichtbar, wie eng Beweidung, Blütenvielfalt und Honigproduktion miteinander verbunden sind. Zusätzliche Einblicke in die besondere Kulturlandschaft der Region bietet der Naturpark Lüneburger Heide. Für Kinder warten kreative Bastelstationen, kleine Mitmachaktionen und liebevoll vorgelesene Schnuckengeschichten.

Der Frühsommer ist im Wildpark traditionell auch die Zeit des tierischen Nachwuchses – und so gibt es derzeit überall junge Bewohner zu entdecken. Besonders niedlich präsentieren sich die Heidschnucken-Lämmer, die neugierig über die Anlagen tollen.

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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