Ehrung für besondere Persönlichkeiten
Auszeichnung für zwei Ehrenamtliche
- Die Geehrten Dietrich Alsdorf und Susanne Noack
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Ohne Menschen, die sich oft still und ohne großes Aufsehen engagieren, würde vieles im Ort nicht funktionieren: Der Flecken Harsefeld zeichnete Bürgerinnen und Bürger aus, die sich über viele Jahre hinweg in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Susanne Noack und Dietrich Alsdorf. Im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus ehrten Bürgermeisterin Susanne de Bruijn und Gemeindedirektorin Ute Kück die Ehrenamtlichen mit Urkunden, Blumensträußen und einer Uhr im Kristallglasquader mit dem Wappen des Fleckens.
Ob Vereinsarbeit, Unterstützung älterer Menschen oder der Einsatz für die Ortsgeschichte – das Ehrenamt hat in Harsefeld viele Gesichter. Seit 2007 würdigt der Flecken jedes Jahr Menschen, die meist im Hintergrund wirken, für ihren verlässlichen Einsatz. Bürgermeisterin Susanne de Bruijn betonte bei der Ehrung die große Bedeutung des Ehrenamts für das gesellschaftliche Leben und verwies zugleich auf den erstmals bundesweit begangenen Tag des Ehrenamtes am 23. Mai. Im Eingangsbereich des Rathauses zeigte eine Ausstellung die bislang Geehrten sowie Susanne Noack und Dietrich Alsdorf.
Susanne Noack setzt sich seit Jahren mit großem Engagement für die älteren Menschen in Ruschwedel ein. Die Krankenschwester rief im Herbst 2021 einen Seniorennachmittag im Dorfgemeinschaftshaus ins Leben, nachdem es zuvor über lange Zeit kein vergleichbares Angebot im Ort gegeben hatte. Auslöser war die Corona-Pandemie, in der Noack bemerkte, dass besonders ältere Menschen in Ruschwedel kaum Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten hatten. Kurzerhand suchte sie selbst nach Mitstreitern und stieß dabei auf große Resonanz. Seitdem organisiert sie zwischen September und März regelmäßig Treffen für Menschen ab 70 Jahren, die inzwischen zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt geworden sind.
Mit viel Einsatz und Kreativität sorgt Susanne Noack dafür, dass die Nachmittage abwechslungsreich gestaltet werden. Neben Kaffee und Kuchen – häufig selbst gebacken – stehen auch Vorträge, Spielenachmittage, Bingo, musikalische Unterhaltung, Mottoveranstaltungen oder Ausflüge auf dem Programm. Sogar eine Disco mit DJ und Polonaise gehörte bereits dazu. Für die Vorbereitung der Veranstaltungen nimmt sich Noack teilweise frei und baut Überstunden ab. Darüber hinaus engagierte sie sich maßgeblich bei der Planung der 500-Jahr-Feier in Ruschwedel und organisierte unter anderem den Dorfflohmarkt, einen Dorfgemeinschaftsabend mit Weinfest sowie die Weihnachtsfeier im Ort.
Dietrich Alsdorf beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte Harsefelds. Schon als Kind entwickelte er eine große Begeisterung für Archäologie und gründete bereits 1970 mit Gleichgesinnten einen kleinen Archäologieverein. Später war er als archäologischer Mitarbeiter des Landkreises Stade tätig und begleitete Anfang der 1980er-Jahre die umfangreichen Ausgrabungen im Bereich des Harsefelder Klosterparks. Durch seine langjährige Arbeit verfügt Alsdorf über ein umfangreiches Wissen zur Ortsgeschichte und insbesondere zu den historischen Gebäuden rund um das heutige Museum. Seit der Gründung des Vereins für Kloster- und Heimatgeschichte Harsefeld im Jahr 1985 gehört er zudem zu den aktiven Mitgliedern.
Seit 2008 verantwortet Dietrich Alsdorf als Redakteur das jährlich erscheinende Harsefelder Jahrbuch, das weit über die Region hinaus bekannt ist. Die aufwendige Arbeit daran begleitet ihn das ganze Jahr über: Autoren müssen gewonnen, Geschichten recherchiert, Anzeigen eingebunden und die Abstimmungen mit der Druckerei organisiert werden.
Darüber hinaus widmet sich Alsdorf intensiv historischen Recherchen. Besonders bekannt wurde seine Arbeit über das Leben der „Roten Lena“, der einzigen Frau, die jemals in Harsefeld hingerichtet wurde. Nach jahrelangen Nachforschungen veröffentlichte er darüber ein Buch und setzte sich auch für eine würdige Bestattung ihrer sterblichen Überreste ein. Trotz seines großen Engagements arbeitet Alsdorf meist bescheiden im Hintergrund und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Geschichte Harsefelds bewahrt und lebendig gehalten wird.
Redakteur:Saskia Corleis |
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