"Ich habe hier alles gesagt"

Die Harsefelder Kirche war für Pastor Flade immer eine Stütze. Jetzt nimmt er Abschied
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  • Die Harsefelder Kirche war für Pastor Flade immer eine Stütze. Jetzt nimmt er Abschied
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jd. Harsefeld. "Jegliches hat seine Zeit", heißt es in der Bibel. Für den Harsefelder Pastor Gerald Flade ist es nun an der Zeit, Abschied zu nehmen. Der evangelische Seelsorger verlässt die Stätte, an der er immerhin 18 Jahre gewirkt hat. Im August übernimmt er eine neue Pfarrstelle in Eldagsen, einem Ort südlich von Hannover. Am Sonntag, 20. Juli, sagt Flade den Harsefeldern offiziell "Tschüss": Um 14 Uhr wird er im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet.

Der Pastor betrachtet seine Zeit in Harsefeld als abgelaufen: "Hier habe ich nun alles gesagt. Wer von mir das Wort Gottes hören wollte, hatte dazu reichlich Gelegenheit."
Nach den vielen Jahren im Geestflecken sei eine "Klimaveränderung" für ihn und seine Frau Birte wohltuend, meint Flade. Und auch für die Gemeinde könne es eine Bereicherung sein, wenn nach einem Pastoren-Wechsel ein frischer Wind durch die Kirche wehe.

Die Zeit für einen Weggang ist aus Sicht Flades günstig: Alle Kinder sind mittlerweile aus dem Haus. Eine ideale Chance für ihn und seine Frau, anderswo einen Neustart zu wagen. "Das ist die letzte Gelegenheit für eine Veränderung", meint Flade. Bis zum Ruhestand bleiben ihm noch neun Jahre. Diese Zeit brauche er, um nach der Eingewöhnungsphase in der neuen Gemeinde fruchtbar wirken zu können.

Auf fruchtbaren Boden ist die Saat gefallen, die Flade in Harsefeld gelegt hat: Mit seinen Denkanstößen, Ideen und Taten hat er das Gemeindeleben bereichert. Er setzte sich dafür ein, alte Zöpfe abzuschneiden und die Kirchenarbeit moderner zu gestalten. So wurden überholte liturgische Formen aus der Gottesdienstordnung verbannt und der Konfirmanden-Unterricht grundlegend reformiert.

Auch in musikalischer Hinsicht tat sich einiges: Flade gründete den Gospelchor "Good News Singers". "Ich habe ein Faible für flotte geistliche Pop-Songs", bekennt der Pastor. Mit dieser Musik erreiche man heutzutage mehr Menschen als mit Chorälen und Orgelklängen. Die vielen gemeinsamen Reisen mit dem Chor werden ihm immer in guter Erinnerung bleiben.

In vielerlei Hinsicht hinterlässt Flade seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld. Doch es gebe auch "Baustellen", an denen dringend weitergearbeitet werden müsse. Als Beispiel nennt er die Unterstützung von Flüchtlingen. Flade engagierte sich stark im örtlichen "Arbeitskreis Asyl", um die Lebensbedingungen der in Harsefeld lebenden Asylbewerber zu verbessern. "Wer die Strapazen einer Flucht auf sich nimmt, muss zumindest im Gastland menschenwürdig aufgenommen werden", sagt der Pastor. Er ist wütend über die Ignoranz der Behörden. Mehr staatliche Unterstützung sei dringend vonnöten, da das Ehrenamt an seine Grenzen stoße. Pastor Flade bedauert es, dass er als freiwilliger Helfer für diese Sache nicht mehr Zeit aufbringen konnte.

Wobei man wieder beim Thema Zeit ist: "Pflanzen hat seine Zeit", heißt es etwas später in dem oben zitierten Bibeltext. Und da sind Gerald und Birte Flade gerade dabei: Sie pflanzen ihren Lebensmittelpunkt an einen anderen Ort.

Die Harsefelder Kirche war für Pastor Flade immer eine Stütze. Jetzt nimmt er Abschied
Unzählige Umzugskartons sind bereits gepackt
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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