"Wildretter" schützt die Kitze

Landrat Michael Roesberg und Arnold zum Felde (mit Urkunden, v.li.) wurden geehrt. Sie stellten sich mit dem Vorstand zum Gruppenbild auf
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jd. Harsefeld. Tier- und Naturschutz steht ganz oben an: Kreisjägerschaft tagte in der Harsefelder Festhalle. Jäger betreiben aktiven Umweltschutz und setzen sich für die Belange der Natur ein: Zu diesem Fazit kam Peter Heinsohn, Vorsitzender der Jägerschaft im Landkreis Stade, jüngst auf dem Kreisjägertag in der Harsefelder Festhalle. Er listete in seinem Bericht etliche Projekte auf, bei denen sich die Waidmänner kreisweit engagieren. Dazu zählen die Blühstreifen-Aktion, die Schaffung von sogenannten Lerchenfenstern, der Schutz von Wiesenvögeln in Kehdingen vor gefräßigen Räubern sowie das "Lernort Natur"-Mobil, ein Anhänger mit reichlich Anschauungsmaterial über die heimische Fauna und Flora. Außerdem ging es um die Gefahren durch die afrikanische Schweinepest, den wahrscheinlich ab 2015 zu erbringenden Schieß-Übungsnachweis und den "Mähtod" von Jungtieren.

Gerade letzteres Thema lag Heinsohn besonders am Herzen: Es gebe mittlerweile effektive Mittel, um zu verhindern, dass Rehkitze oder Junghasen von den scharfen Klingen der Mähwerke zerhackt werden. So habe sich der Einsatz eines etwa 60 Euro teuren "Wildretters", der hohe Pfeiftöne aussendet, in der Praxis als sehr effektiv erwiesen. Dabei gehe es nicht nur um Tierschutz, auch der Landwirt profitiere: Die Verseuchung des Heus durch Botulimus, einem Kadavergift, reduziere sich erheblich. Kreisjägermeister Günther Bube sprach in diesem Zusammenhang von "einer moralischen Verpflichtung für jeden Landwirt", sich entsprechende Warngeräte anzuschaffen.

Um tote Tiere ging es auch in Bubes "Streckenbericht": Der Kreisjägermeister legt traditionell die Zahlen des Wildes vor, das in der vergangenen Jagdsaison zur Strecke gebracht wurde. Während beim Dam- und Schwarzwild im Vergleich zum Vorjahr erhebliche Rückgänge zu verzeichnen waren, blieben die Abschusszahlen bei den Rehen nahezu konstant. Mit 3.484 erlegten Exemplaren führt diese Tierart die Abschussliste beim Haarwild an, gefolgt von den Hasen (2.760) und Füchsen (1.439).

Rehe sind laut Bube auch am häufigsten an Wildunfällen beteiligt: 816 mal kollidierten Autofahrer 2013 mit den braunen Paarhufern. Nach einem Tief im Jahr 2011 stiegen die Unfallzahlen wieder an. Großangelegte Maßnahmen der Jägerschaft wie das Aufstellen von Dreibeinen in Warnfarben an besonderen Unfallschwerpunkten nützten offenbar nur kurzfristig etwas. Zwar investieren Landkreis und Jäger jedes Jahr 10.000 Euro in die Anbringung neuer Reflektoren und akustischer Warngeräte, doch ein durchschlagender Erfolg wird damit offenbar nicht erzielt. In diesem Jahr soll nun erstmals eine neuartige Wildwarnanlage mit Blinklichtern zum Einsatz kommen.

Besonderen Dank richtete der Jägerschafts-Vorsitzende Heinsohn an den Landkreis. Dieser zeige sich in allen Belangen kooperativ. Jäger und Behörden zögen meist an einem Strang. Ein Beispiel sei das Blühstreifen-Projekt: Dem Antrag der Waidmänner, die Einnahmen aus der Jagdsteuer in die verbesserung des Lebensraumes der Wildtiere zu stecken, habe der Landkreis voll und ganz entsprochen. So würden nun jährlich 35.000 Euro aufgewendet, damit die Bauern an ihren Äckern rund sechs Meter breite Streifen mit Wildblumen und -kräutern anlegen. Für sein Engagement zugunsten solcher Projekte wurde Landrat Michael Roesberg von den Jägern mit dem "goldenen Rebhuhn" ausgezeichnet.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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