Wahl zur Samtgemeinde-Bürgermeisterin
Zehn Orte, zehn Themen: Unterwegs mit Ute Kück in der Samtgemeinde Harsefeld

Ute Kück setzt sich für die Naherholungsgebiete wie das Auetal ein: "Hier sollen sich die Menschen vom Alltag entspannen können"
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jab. Harsefeld. Samtgemeinde-Bürgermeister Rainer Schlichtmann legt zum Herbst sein Amt nieder. Für die Wahl des Nachfolgers oder besser der Nachfolgerin tritt am Sonntag Ute Kück an - ohne Gegenkandidat.

Das WOCHENBLATT ließ es sich nicht nehmen, mit der Anwärterin eine Tour durch die Samtgemeinde unter dem Motto „Zehn Orte, zehn Themen“ zu unternehmen. Vor Ort wurden Themen angesprochen, die die Bürger bewegen bzw. die der Kandidatin wichtig sind. Dabei wählte Kück fünf Themen (gekennzeichnet mit Sternchen*) und fünf die Redaktion. Nach einem holprigen Start - die angehende Samtgemeinde-Bürgermeisterin kam aufgrund eines vorangegangenen Termins zu spät und das, obwohl sie nach eigenen Angaben Zuspätkommen nicht leiden kann - startete die Fahrt zum ersten Ziel.

1. *Straße „Im Sande“
Ein Thema, das eigentlich nicht zu Kücks Schwerpunkten zählt, ist der Verkehr. Dennoch wählte sie gleich zwei Mal eine Straße für die Rundtour aus. Viele Bürger seien bereits an sie herangetreten, dass der Verkehr in der Straße "Im Sande" extrem zugenommen habe und dadurch auch der Lärmpegel gestiegen sei, so die Kandidatin. Daher wolle sie sich des Themas verstärkt annehmen, schließlich habe sie in der Gemeinde Burgweg (Oldendorf-Himmelpforten) damit bereits Erfahrung sammeln können. „Mit mobilen Lärmschutzwänden kommen wir hier nicht weiter“, stellt sie vor Ort fest. Auch verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Schwellen sieht sie hier kritisch, da das Darüberfahren sowie das Gasgeben danach mehr Lärm verursachen können als die Schwellen verhindern, besonders bei Lkw sei das der Fall. Eine Temporeduzierung oder aber sogenannter Flüsterasphalt könnte hier die Lösung sein. „Dabei muss aber auch das Finanzielle im Blick behalten werden“, so Kück.

2. Mögliche Neubaugebiete an der Umgehungsstraße
„Ich habe viele Beschwerden gehört, die sich auf das Wachstum des Fleckens beziehen“, meint Kück. Auch sie ist kein Freund von zu schnellem Wachstum. „Entwickeln ja, aber in Maßen.“ Man müsse dem Ganzen mehr Zeit geben, z.B. müsse die Infrastruktur hinterherkommen. Allerdings entscheide so etwas nicht sie allein. Gemeinsam mit Politik und Fachleuten müsse geschaut werden, ob, wie und vor allem wann weitergebaut werden soll. „Es muss geguckt werden, was geht und was eben nicht.“ Zudem sollte sichergestellt werden, dass die Wohngebiete nicht zu dicht an die Naturschutzgebiete heranrücken, um diese zu schützen und zu erhalten.

3. Künftiger Waschpark
Ein durchaus heikles und heftig diskutiertes Thema im Flecken ist der seit Längerem von Astrid Ospalski, der Frau vom ehemaligen Bürgermeister Harsefelds Michael Ospalski, geplante Waschpark an der Buxtehuder Straße. Das Grundstück wurde auch nach Jahren noch immer nicht bebaut - bis auf eine gepflasterte Fläche. Kück wollte sich dazu nicht äußern. „Ich habe selbst nur aus der Presse davon erfahren“, meint die angehende Samtgemeinde-Bürgermeisterin. Sollte es bei ihrem Amtsantritt im Oktober noch Gesprächsbedarf geben, werde sie sich aber darum kümmern. Eine ziemlich harmlose Formulierung für ein Thema, das durchaus in einem juristischen Prozess enden und nach Kücks Amtsantritt eines der ersten Themen sein könnte, mit dem sie sich auseinandersetzen muss.

4. Bahnübergang Griemshorster Straße
Wo sich regelmäßig die Fahrzeuge am beschrankten Bahnübergang oft hunderte Meter weit stauen, wünschen sich die Anwohner eine Lösung und einen besseren Anschluss an den Rest von Harsefeld. Von diesem Problem ist Kück noch nichts zu Ohren gekommen. Daher könne sie spontan keine Lösungen vorschlagen, aber sie werde sich schlau machen, was von der Verwaltung bisher geplant und besprochen wurde. „Die Bürger möchte ich auf jeden Fall nicht ungehört lassen. Hier ist Kommunikation, was geht und was nicht, wichtig.“ Kommunikation ist hier das Stichwort: Kücks Aussage, noch nichts von dem Hauptärgernis in puncto Verkehr gehört zu haben, verwundert, haben doch bereits intensive Gespräche mit der örtlichen Politik stattgefunden.

5. Fahrradbrücke
Nur einen Katzensprung vom Bahnübergang entfernt steht die neue Fahrradbrücke über die Ortsentlastungsstraße sowie die Bahnschienen. Sie ist Teil des Fahrradkonzeptes, das Stück für Stück im Flecken umgesetzt wird. „Das Bauwerk hat für mich Aushängeschild-Charakter“, sagt Kück. Trotz aller Kritik sei es eine gute Idee, für die die finanziellen Mittel da waren und sogar viele Fördergelder geflossen sind.

6. *„Marktstraße“
An der sehr belebten Marktstraße nimmt die Amtsanwärterin kurz auf einer Bank Platz. „Es ist dringend nötig, die Straße zu entlasten.“ Eine Fußgängerzone sei bereits diskutiert worden und sei nicht gewollt, weiß Kück. Über weitere Maßnahmen, die bereits im Gespräch waren oder noch sind, müsse sie sich noch genauer informieren. Eine Idee, die sie in einer anderen Gemeinde gesehen habe, würde sie gern mit den Fachberatern erläutern. Daher bleibt diese Idee vorerst noch unter Verschluss.

7. *Auetal
Einen kurzen Moment der Ruhe und zum Durchatmen gibt es im Auetal am Ehrenberg. „Naherholung ist ein wichtiges Thema – für mich und für die Menschen, die hier leben. Hier sollen sie sich erholen, einen Ausgleich zum hektischen Alltag finden“, so Kück. Mit dem Blick ins Grüne erklärt sie, dass die Menschen hier die Natur erleben, Sport treiben und ihre Freizeit verbringen sollen. Auch wenn sie derzeit keine Maßnahmen in diesem Bereich plant, ist sie für Ideen dennoch offen.

8. Ahlerstedt
Auch in die übrigen Orte der Samtgemeinde führt der Weg der kleinen Rundtour. In Ahlerstedt liegt der Fokus vor allem auf dem Einzelhandel und der Verkehrsanbindung. Auch hier kann die angehende Samtgemeinde-Bürgermeisterin noch keine Pläne liefern. „Es müssen erst noch Gespräche geführt werden“, lautet auch hier ihre Aussage. Allerdings solle die Gemeinde attraktiver für den Einzelhandel und so auch für die Menschen vor Ort gestaltet werden. Denn die Nahversorgung bedeute Lebensqualität. Ebenso gehört für sie dazu die Mobilität. „Der ÖPNV muss weiterentwickelt, die Taktung erhöht und mehr Bushaltestellen realisiert werden“, so Kück. Dies bezieht sich auch auf den Bürgerbus, der für sie eine wichtige ehrenamtliche Institution auf dem Land ist. Aber auch über Möglichkeiten wie das Carsharing sollte nachgedacht werden, das andernorts bereits umgesetzt wird.

9. *Bargstedt
In Bargstedt steuert Kück das Feuerwehrhaus an. Denn die Feuerwehr hat für sie einen enorm hohen Stellenwert. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Ehrenamtlichen über eine Ausstattung verfügen, mit der sie ihre Arbeit richtig ausüben können.“ Mit dem Bedarfsplan werde stets ermittelt, in welche Bereiche investiert werden muss. „Das sind Investitionen, die ich allem anderen vorziehen würde, hätte ich die Wahl“, gibt Kück zu. Gerade auf dem Land, wo die Entfernungen groß sind, müsse die Notfallversorgung vor Ort sichergestellt werden.

10. *Reith
„Dorfgemeinschaftshäuser sind das Synonym für Traditions-, Heimat- und Kulturpflege“, so Kück. Daher hätten die Häuser wie hier in Reith bei ihr einen hohen Stellenwert, sind sie doch die Treffpunkte in den Dörfern – sofern nicht noch Gaststätten vorhanden seien. Hier würden Feste und Veranstaltungen abgehalten, was unbedingt erhalten bleiben müsse. Ob wirklich jedes kleine Dorf ein Dorfgemeinschaftshaus benötigt, sei dennoch zu hinterfragen. „Es ist nicht nur mit den Kosten für die Einrichtung getan, auch die Folgekosten müssen im Blick behalten werden.“ Dennoch sei sie stets bemüht, Dorfgemeinschaftshäuser zu unterstützen und gegebenenfalls Zuschüsse zu generieren. Um neue Häuser zu realisieren, sollten zunächst Umbau oder Umnutzung bedacht werden.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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