Testweise Schließung der Deichscharte
Tiefe Maulwurfslöcher: Deichschau an der Lühe
- Die Rathauschefs der Samtgemeinde Lühe und Horneburg, Timo Gerke (li.) und Knut Willenbockel, nahmen auch an der Deichschau an der Lühe teil
- Foto: SG Lühe
- hochgeladen von Jörg Dammann
Als sich Weihnachten 2023 das Wasser in der Lühe bedrohlich der Deichkrone näherte, wurde vielen Anwohnern mulmig. Tagelanger Regen, steigende Pegel – und plötzlich war klar: So knapp war es lange nicht mehr. Doch allmählich floss das Wasser ab. Die Menschen in den Dörfern entlang der Lühe konnten aufatmen. Der Deich hat standgehalten. Damit der Lühedeich auch künfig Hochwasser und Sturmfluten trotzen kann, muss er gut in Schuss sein. Den Zustand des Deichkörpers begutachteten jetzt Vertreter des Deichverbandes, der Behörden und der Anrainer-Kommunen auf der Frühjahrs-Deichschau. Auch die Bürgermeister der Samtgemeinden Lühe und Horneburg, Timo Gerke und Knut Willenbockel, nahmen an der Deichschau teil.
Begehung der linken Flussseite
Die rund sechsstündige Begehung erfolgte auf der linken Flusseite. Dort ist der Deichverband der I. Meile Alten Landes für den Lühedeich zuständig. Die Strecke führte von Horneburg, wo die Lühe noch Aue heißt, über Guderhanderviertel, Steinkirchen und Grünendeich bis zum Lühesperrwerk – also genau durch die Bereiche, die beim Hochwasser besonders im Fokus standen.
Maulwurfslöcher und Absackungen
Tatsächlich wurden auch Mängel bzw. schadhafte Stellen im Deichkörper festgestellt: Tiefe Maulwurfslöcher, kleinere Absackungen an den Böschungen – nichts Dramatisches, aber genug, um tätig zu werden. Die Schäden werden nun gezielt behoben, damit der Deich auch künftig das hält, was er verspricht: Schutz für die Menschen, die hinter ihm wohnen.
Schließen der Deichscharte testen
Die Teilnehmer der Deichbegehung richteten ihr Augenmerk auf ein Thema, das seit dem Weihnachtshochwasser 2023 im Fokus steht: die Deichscharte an der Lühe. Diese Durchlässe im Deich müssen im Ernstfall schnell und zuverlässig geschlossen werden können. Nach den Erfahrungen aus dem Winter 2023/24 soll die Vorgehensweise noch einmal praktisch überprüft werden. Der Deichverband hat laut Aussage von Rathauschef Gerke zugesagt, noch in diesem Sommer eine praktische Vorführung durchzuführen. Ziel sei es, die Funktionsfähigkeit der Systeme im Ernstfall zu überprüfen. Bei der Übung wird auch die Feuerwehr eingebunden. Dann zeigt sich unter realistischen Bedingungen, ob im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.
Die Samtgemeinde ist unter anderem für das Deichschart am Hafen Steinkirchen zuständig und trägt damit eine wichtige Mitverantwortung im Hochwasserschutz der Region. Das Weihnachtshochwasser hat deutlich gemacht, wie sensibel das System entlang der Lühe ist: unterschiedliche Wasserstände, mögliche Engstellen im Flusslauf. Ziel ist es, künftig noch besser vorbereitet zu sein.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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