Kreisschulausschuss
Auslaufmodell Oberschule?

Die IGS Buchholz muss jedes Jahr Schüler abweisen, weil keine freien Plätze vorhanden sind
  • Die IGS Buchholz muss jedes Jahr Schüler abweisen, weil keine freien Plätze vorhanden sind
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Nachfrage nach Gymnasium und IGS hoch
(as). Enorme Bauprogramme zur Erweiterung und gleichzeitig Leerstände an vielen Oberschulen - das ist die derzeitige Situation der weiterführenden Schulen im Landkreis Harburg. Im Kreisschulausschuss stellte Wolf Krämer-Mandau (Gutachterbüro biregio) jetzt den Kreis-Schulenentwicklungsplan vor. Krämer-Mandau hat die (zukünftigen) Entwicklungen an den 29 Schulen im Landkreis untersucht.
Das Ergebnis: "Die Zahl der Oberschulen ist weit größer als die Nachfrage nach ihnen", teilte Krämer-Mandau dem Fachgremium mit. Neun der zwölf Oberschulen im Landkreis liegen dauerhaft bei unter 50 Anmeldungen pro Schuljahr. Gleichzeitig müssen die Gymnasien jedes Jahr Schüler abweisen, weil zu wenig Plätze vorhanden sind, und auch die Plätze an den Integrierten Gesamtschulen (IGS) sind heiß begehrt. In Buchholz und Winsen sei der Druck besonders hoch, so Krämer-Mandau. Er forderte: "Es braucht mehr Plätze für Schüler in Gymnasien und Gesamtschulen!"
Um unnötige Erweiterungen und gleichzeitigen Leerstand zu verhindern, schlägt er vor, einige Oberschulen zu regionalen Oberschulen zusammenzuschließen und dafür vier zusätzliche Gesamtschulen einzurichten:
Tostedt: Neben das Gymnasium Tostedt tritt eine IGS, diese ersetzt Haupt- und Realschule. Dadurch soll die IGS Buchholz entlastet werden.
Jesteburg/Hanstedt: Die Oberschule Jesteburg, derzeit mit gymnasialem Zweig, wird zur IGS und die Oberschulen Hanstedt und Salzhausen fusionieren an zwei Standorten, alternativ könnten die Oberschulen Jesteburg und Hanstedt eine IGS an zwei Standorten werden, die Oberschule Salzhausen wird zur regionalen Oberschule.
Elbmarsch: Die Oberschule Elbmarsch wird zur Oberschule für die Elbmarsch und Winsen. Alternativ könnte die Oberschule Elbmarsch zur IGS umgestaltet werden und Schüler aus der Elbmarsch und aus Lüneburg aufnehmen.
Stelle/Meckelfeld: Die Oberschule Stelle wird zum Gymnasium umfunktioniert oder zu einer gemeinsamen Oberschule für Stelle und Seevetal, das Gymnasium Meckelfeld könnte dann die Räume der jetzigen Oberschule Meckelfeld nutzen.
Neu Wulmstorf/Rosengarten: Zwar hat die Politik in Neu Wulmstorf sich damals gegen die IGS entschieden, doch Krämer-Mandau rät dazu, die junge Oberschule, die erst im vergangen Jahr ihren Betrieb aufgenommen hat, zur IGS umzugestalten, um andere Gymnasien und Gesamtschulen zu entlasten. Alternativ wäre auch ein Zusammenschluss der Oberschulen Neu Wulmstorf und Rosengarten zu einer IGS an zwei Standorten denkbar. Die Oberschule Hollenstedt könnte dann als regionale Oberschule dienen.
Doch nicht alle sind von dem Konzept überzeugt. Das Gymnasium am Kattenberge (GAK) muss jährlich etwa 40 Schülern absagen. Gerade wird die Schule erweitert, um ausreichend Platz für den doppelten Jahrgang des G8/G9-Wechsels zu haben. Pro Jahr verzeichnet die Schule zwischen 185 und 199 Neuanmeldungen. In Klasse elf kommen noch einmal zwischen 20 und 30 Anmeldungen von anderen weiterführenden Schulen hinzu. Schulleiter Armin May glaubt aber nicht, dass eine zusätzliche IGS daran etwas ändert: "Die IGS hat ja ein ganz anderes Angebot. Die Eltern, die ihr Kind bei uns anmelden, haben sich bewusst für das Gymnasium entschieden. Ich glaube nicht, dass diese Umstrukturierung zu einer Entspannung bei den Erstanmeldungen führen wird." Zudem sei man in Buchholz mit zwei Gymnasien gut aufgestellt. Eine Erweiterung des GAK von fünf auf sechs Züge pro Jahrgang sieht er kritisch. "Jetzt haben wir eine gute und persönliche Schulatmosphäre, aber wenn wir zu groß werden, könnte das kippen." Zumal auch die Lehrerversorgung etc. noch geklärt werden müsste.
"Die Aussagen von Herrn Krämer-Mandau haben uns doch sehr überrascht", sagt Robert Krause, Konrektor der Schule am Düvelshöpen, der einzigen Hauptschule des Landkreises. Die Hauptschule genieße einen guten Ruf und biete viele besondere Projekte, von der Berufsorientierung bis hin zum "geschützten Raum" für sozial-emotional auffällige Kinder. Mit einer möglichen Zusammenlegung werde man sich erst befassen, wenn die Entscheidung der Politik gefallen sei. "Wir machen uns solange lieber Gedanken darüber, wie wir unsere Schule weiter nach vorn bringen können", so Krause.
Ausgenommen vom Schulentwicklungsplan ist die Waldschule Buchholz. Die Oberschule ist in Trägerschaft der Stadt und verzeichnet seit Jahren gleichbleibende Neuanmeldungen. "Die Dreizügigkeit ist bei uns gesichert", sagt Schulleiterin Kirsten Fuhrmann.
Bis zum Jahresende solle die Endfassung des Gutachtens der Politik vorliegen, im Frühjahr soll der Schulentwicklungsplan dann im Kreisschulausschuss beraten werden.

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