"Man ist sofort ein Penner"

Heinz Jahnke an seinem „Stammplatz“. Er ist dankbar, dass ihm viele Menschen freundlich begegnen
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  • hochgeladen von Katja Bendig
Blaulicht
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Nächtlicher Großeinsatz in Agathenburg
Feuer in Motorradwerkstatt: 400.000 Euro Schaden

tk. Agathenburg. Ein Feuer in einer Motorradwerkstatt im Gewerbegebiet in Agathenburg hat in der Nacht zu Freitag einen Schaden von rund 400.000 Euro verursacht.  Der Brand wurde gegen 4.45 Uhr von einem Wachdienst entdeckt. Das Sicherheitsunternehmen hatte zuvor eine Alarmmeldung bekommen und vor Ort kontrolliert. Der Mitarbeiter bemerkte den Brand ind er werkstatt und alarmierte Feuerwehr und Polizei. Die Ortswehren Agathenburg und Dollern fuhren zum Brandort entsandt. Es schlugen bereits...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Service
Aktion

Jagd nach den Medaillen beginnt am 4. Februar
WOCHENBLATT-Umfrage: Verfolgen Sie die Olympischen Winterspiele in Peking 2022?

In wenigen Tagen ist es so weit: Die besten Athleten und Teams der Welt kämpfen bei den Olympischen Winterspielen in Peking (China) um Medaillen. Vom 4. bis 20. Februar messen sich fast 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in insgesamt 15 spannenden Disziplinen wie Skeleton, Eisschnelllauf, Biathlon und Skispringen. In Zeiten der Pandemie kein leichtes Unterfangen. Das WOCHENBLATT fragt: Viertelfinale im DHB-Pokal gegen die "Vipers" Nicolette Brunke wurde Vize-Weltmeisterin bei...

Blaulicht
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Horneburg: 68-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Toter nach schwerem Verkehrsunfall

sv/nw. Horneburg. Ein 68-jähriger Fahrer ist am frühen Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in Horneburg ums Leben gekommen. Gegen 13.30 Uhr war der VW-Tiguan-Fahrer aus Friedrichskoog auf der Landesstraße 124 zwischen Issendorf und Horneburg unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und dort frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Pkw auf die Beifahrerseite, der...

Blaulicht
Ein 64-jähriger Mann aus Hamburg wurde auf dem Steller Bahnhof lebensgefährlich mit einem Messer verletzt

Lebensgefährlich mit Messer verletzt
64-Jähriger Mann aus Hamburg auf dem Steller Bahnhof angegriffen

lm. Stelle. Auf einem Bahnsteig am Bahnhof in Stelle kam es in der Nacht zu Samstag zu einem versuchten Tötungsdelikt. Gegen Mitternacht erreichte die Polizei der Notruf einer Zeugin, demnach hatte ein Mann auf dem Bahnsteig auf einen anderen mit einem Messer eingestochen. Sofort wurden mehrere Streifenwagen der Landes- und der Bundespolizei zum Einsatzort entsandt. Wenige Minuten später trafen die ersten Kräfte vor Ort ein. Der Beschuldigte, ein 30-jähriger Mann, der in Stelle wohnhaft ist,...

Service
Rund 85 bis 90 Prozent der Fragen zu Corona werden direkt bei der Hotline beantwortet
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Corona-Update vom 28. Januar
Große Nachfrage: Corona-Hotline des Landkreises Stade ist ab 31. Januar auch nachmittags besetzt

jd. Stade. Das WOCHENBLATT hatte es im Corona-Update vom gestrigen Donnerstag bereits angekündigt (siehe unten): Der Landkreis Stade wird seine Corona-Hotline (Tel. 04141 – 123456) ab dem kommenden Montag, 31. Januar, auch nachmittags freischalten. Die Hotline wird ab dann nicht nur montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt sein, sondern zusätzlich auch montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. „Mit den steigenden Fallzahlen wird das Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger noch...

Panorama
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Corona-Zahlen am 28. Januar im Landkreis Harburg
697: Zahl der neuen Fälle steigt erneut an

(lm). Der Landkreis Harburg hat am heutigen Freitag, 28. Januar, 697 neue Corona-Fälle registriert. In den vergangenen sieben Tagen waren es 3.298. Der Inzidenzwert ist von 1.290,2 leicht auf 1.288,2 gesunken. Am Freitag der Vorwoche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1.117,5.  Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist angestiegen und liegt nun bei 7,7 (7,4 am Vortag). Die Intensivbettenbelegung ist dagegen von 5,4 auf 5,3 Prozent gesunken. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich im Landkreis...

Blaulicht
Für den 65-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, er verstarb noch an der Unfallstelle

Von zwei Pkw erfasst
65-Jähriger stirbt beim Überqueren der Bundesstraße 3 zwischen Sprötze und Welle

lm. Sprötze. Gegen 19:00 Uhr kam es am Freitagabend auf der Bundesstraße 3 zwischen Sprötze und Welle zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Nach ersten Erkenntnissen überquerte ein 65-jähriger Mann, kurz vor dem Abzweiger Neddernhof, trotz fließenden Verkehrs zu Fuß die Bundesstraße. Dabei wurde er von einem 31-jährigen Mann, der mit seinem Pkw in Richtung Welle unterwegs war, frontal erfasst. Der Fußgänger schleuderte durch den Aufprall auf die Fahrspur in Richtung Sprötze und wurde dort von dem...

Heinz Jahnke (60) lebt seit eineinhalb Jahren auf der Straße

kb. Seevetal. kb. Seevetal. „Die Tage sind schon verdammt lang“, sagt Heinz Jahnke (60). Mit einem Becher Kaffee in der Hand sitzt er an seinem „Stammplatz“, in einer Bushaltestelle in der Glüsinger Straße in Meckelfeld. Heinz Jahnke ist seit August 2016 wohnungslos. Sein wichtigstes Hab und Gut - Schlafsachen, Hygieneartikel und Kleidung - hat er in einem Einkaufstrolley und einer Plastiktüte bei sich. Obwohl er versucht, sich warm anzuziehen, die Kälte setzt Jahnke zu. „Das ist mein erster Winter, den ich komplett draußen lebe. Das ist schon hart.“
Heinz Jahnke ist gelernter Maschinen-Schlosser und Maschinen-Techniker, 36 Jahre hat er als Lkw-Fahrer gearbeitet. „Nach einem Unfall habe ich dann meinen Job verloren“, erzählt der 60-Jährige. Nach der Scheidung von seiner Frau lebte er zunächst mit seiner Tochter in einer Wohnung, als diese auszog, musste auch Heinz Jahnke raus. „Die Wohnung war für mich allein zu groß, das Amt übernahm die Miete nicht mehr“, sagt Jahnke. Sein Problem: Er fand keine geeignete Alternative. Anfangs übernachtete er noch zeitweise bei einem Bekannten, inzwischen lebt Jahnke komplett auf der Straße. Er versucht, seine Situation mit Humor und Optimismus zu meistern.
Der Alltag von Heinz Jahnke ist geprägt vom Umherziehen. Nach dem Aufstehen führt ihn der erste Weg des Tages zu einem öffentlichen WC.  Zähneputzen, Händewaschen, der Gang zur Toilette - für ihn ein wichtiges Stück Normalität. „Mir ist wichtig, dass ich halbwegs ordentlich aussehe und mich pflege“, sagt er. Vormittags pendelt Jahnke von einem windgeschützten Ort zum nächsten. Willkommen ist er selten. „Ich werde oft weggejagt, bekomme Platzverweise und Hausverbote. Manche Kunden beschweren sich hinter meinem Rücken bei Gastronomen, wenn ich mal länger in einem Imbiss stehe und etwas esse oder trinke“, sagt er. „Man ist für andere sofort ein Penner.“
Anders geht es ihm, wenn er in „seiner“ Bushaltestelle sitzt. „Es gibt wirklich viele nette Menschen, die fragen, wie es mir geht, mir einen Euro oder etwas zu essen zustecken“, erzählt er. Heinz Jahnke ist dankbar für jedes freundliche Wort und jede Hilfe, auch wenn es ihm manchmal schwer fällt, diese anzunehmen. „Gerade wenn ältere, alleinstehende Damen kommen, von denen man weiß, dass sie selber nicht viel haben“, so Jahnke. Eine, die ihm regelmäßig einen Kaffee vorbeibringt, ist Claudia Günter (50). Sie wohnt gegenüber der Bushaltestelle. „Ich habe Heinz immer im Blick und manchmal ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich in meinem Wohnzimmer sitze und es mir gemütlich mache“, sagt sie.
Gemütlich ist es für Heinz Jahnke selten und wenn sich andere in ihr warmes Bett kuscheln, begibt er sich zu seinem Schlafplatz unter freiem Himmel. „Dort ist es halbwegs geschützt und der Boden ist warm“, erzählt er. Ein Glücksfall bei der derzeitigen Kälte. Genau verraten, wo er schläft, will Heinz Jahnke aber nicht. Denn ein bisschen Angst begleitet ihn in jeder Nacht.
Der schlimmste Tag der Woche ist für den Wohnungslosen der Sonntag. „Dann ist im Ort nichts los und die Zeit vergeht noch langsamer“, sagt er. Selten leistet sich der Hartz IV-Empfänger einen kleinen Luxus und geht essen. „Das Leben auf der Straße ist teuer. Ich kann ja nicht selber kochen, mir keinen Kaffee machen - ich muss alles kaufen. Da muss man rechnen.“ Seine Tochter wohnt inzwischen in Ostfriesland, baut sich dort ein eigenes Leben auf. Auf der Tasche liegen will er ihr nicht.
Eine Küche fehlt dem begeisterten Hobby-Koch am meisten. Er hofft fest darauf, wieder in einer eigenen Wohnung zu leben: „Ich bin Optimist, durch und durch. Ich bleibe am Ball, laufe die Wohnungsämter ab und höre mich um.“ Der Gang in die Obdachlosenunterkunft - für Heinz Jahnke keine Lösung. „Da wird so viel getrunken und auf Dauer kann man da ja auch nicht wohnen“, sagt er. Gerne würde er in Meckelfeld oder Umgebung bleiben. „Hier habe ich 30 Jahre gelebt und kenne viele Leute“, sagt er.
Ein Leben auf der Straße - Heinz Jahnke hätte nie gedacht, dass er einmal in dieser Situation landen würde. Abfinden will er sich damit nicht: „Ich wünsche mir eine kleine Wohnung. Ein Zimmer würde reichen, es muss nichts Dolles sein. Dann kann ich mir wieder ein normales Leben aufbauen.“
• Wer ihm dabei helfen will oder auch nur zeitweise einen Ort zum Aufwärmen, einen Waschraum oder Ähnliches zur Verfügung stellen kann, meldet sich bei Heinz Jahnke unter Tel. 0176 - 27201261.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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