24.000 Euro Zuschuss
Landkreis Harburg will die Niederlassung von Hausärzten fördern

(ts). Dem Landkreis Harburg könnte in Zukunft ein Mangel an Hausärzten drohen. Das machte Reiner Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales in der Kreisverwaltung, im Sozialausschuss des Kreistags deutlich. Mehr als 30 Prozent der niedergelassenen Hausärzte, insgesamt 48 Mediziner, seien 60 Jahre alt oder älter, sagte er. Angehende Mediziner, die heute ihr Studium aufnehmen, seien frühestens in sieben Jahren soweit, die Nachfolge antreten zu können.
Offiziell gilt der Landkreis Harburg nicht als unterversorgt mit Hausärzten. Der Versorgungsgrad liegt bei 95 Prozent. Von einem Ärztemangel ist laut Statistik erst ab 75 Prozent die Rede. Kaminski äußerte Zweifel, dass die geltende Statistik die Realität widerspiegele, und belegte das mit einem Beispiel: "Wir haben im Landkreis zwölf Augenärzte, erst bei sechs Augenärzten würden wir als unterversorgt gelten. Aber wir machen die Erfahrung, dass es selbst bei zwölf Augenärzten oft nicht möglich ist, einen Termin zu erhalten."
Zur Sicherung einer flächendeckenden Hausarztversorgung im Landkreis Harburg hat der Sozialausschuss des Kreistags einstimmig empfohlen, die Niederlassung mit einem Zuschuss von 24.000 Euro als Anschubfinanzie­rung zu unterstützen. Bei Einrichtung einer Zweigpraxis solle die Förderung 18.000 Euro betragen. Stellt ein Hausarzt einen Mediziner an, soll er demnach mit 12.000 Euro gefördert werden.
Zudem empfiehlt der Sozialausschuss, Studierende der Medizinwissenschaften ab dem fünften Semester mit einem Stipendium in Höhe von 500 Euro monatlich zu unterstützen, wenn sie sich verpflichten, nach ihrer Ausbildung mindestens fünf Jahre lang als Hausarzt im Landkreis Harburg niederzulassen. Das Stipendium sollen auch Studierende erhalten, die sich verpflichten, nach ihrem Studium in einem Krankenhaus im Landkreis Harburg zu arbeiten.
Im kommenden Jahr will der Landkreis Harburg zusätzliche Fördermaßnahmen beschließen, um Ärzte in die Region zu locken. Der Sozialausschuss des Kreistags beauftragte die Kreisverwaltung damit, Vorschläge zu unterbreiten.
Die SPD möchte, dass der Landkreis eine Machbarkeitsstudie zur Gründung von kommunalen Gesundheitszentren, die Städte und Gemeinden gründen, erstellt. In einem kommunalen medizinischen Versorgungszentrum können Haus-und Fachärzte in einem Angestelltenverhältnis arbeiten.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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