Vieles war den Behörden nicht bekannt
Bluttat in Stade: Landesregierung beantwortet Anfrage der CDU zum mutmaßlichen Täter

In dieser Jugendhilfe-Einrichtung in Stade erschoss der mutmaßliche Täter Fatih G. sechs Menschen | Foto: jd
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Toppenstedt
Flucht nach beinahe Zusammenstoß zwischen PKW und LKW

Am Samstag, 22. August, befuhr ein 25-Jähriger gegen 20.15 Uhr mit einem LKW die Landstraße 212 von Toppenstedt nach Garlstorf, als ihm auf seiner Fahrbahnhälfte in einer Kurve ein Pkw entgegenkam. Der LKW-Fahrer musste nach rechts ausweichen und fuhr infolgedessen gegen die Leitplanke. Bei dem Pkw soll es sich um einen dunklen Kombi gehandelt haben. Der Pkw-Fahrer entfernte sich ohne anzuhalten, von der Unfallstelle. Wer Angaben zu dem Pkw machen kann, setzt sich bitte mit der Polizei Winsen...

Blaulicht

Feuerwehreinsatz in Beckdorf
Geschirrspüler in Brand geraten

Wegen eines Küchenbrandes in Beckdorf wurden heute Mittag gegen 13 Uhr die Feuerwehren aus Beckdorf, Goldbeck, Sauensiek und Apensen alarmiert. Vermutlich war ein Geschirrspüler in Brand geraten. Durch die starke Rauchentwicklung entstand erheblicher Sachschaden. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt. Die Einsatzkräfte löschten den Brand und kontrollierten die betroffenen Bereiche auf mögliche Glutnester.

Blaulicht

Kurioses aus dem Nachbarlandkreis
Entwischter Esel verletzt Helfer

Ein freilaufender Esel, ein ausgebüxtes Pferd und plötzlich ein Tier im Wohnmobil: In Holßel im Landkreis Cuxhaven nahm eine gut gemeinte Hilfsaktion am Freitag eine ungewöhnliche Wendung. Passanten hatten im Bereich des Kreisverkehrs einen entlaufenen Esel und eine ebenfalls ausgebüxte Stute entdeckt. Zwei Reisende aus der Wurster Nordseeküste hielten mit ihrem Wohnmobil an und wollten den Esel mit dem Namen „Freddy“ sichern. Doch dieser reagierte heftig: Er stieg in das Wohnmobil, trat und...

Blaulicht
 Auto im Vollbrand | Foto:  Feuerwehr Nordkehdingen
4 Bilder

Auto brennt bei Oederquart vollständig aus
Feuerwehren mit 30 Kräften im Einsatz

Ein brennender VW hat am Donnerstagabend, 20. August, die Feuerwehren Oederquart und Freiburg beschäftigt. Auf dem Freiburger Weg zwischen Doesemoor und Landsbrück stand das Fahrzeug beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits in Vollbrand. Verletzt wurde nach den vorliegenden Informationen niemand. Rauch steigt plötzlich aus dem Motorraum auf Gegen 20.15 Uhr alarmierte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle die Feuerwehren Oederquart und Freiburg zu einem Fahrzeugbrand auf der Verbindungsstraße...

Blaulicht

Motorsegler startete vom Flugplatz Wenzendorf
Flugzeug aus dem Landkreis Harburg stürzt in Kroatien ab: Beide Insassen tot

Ein tragisches Unglück erschüttert die Fliegergemeinschaft im Landkreis Harburg: Ein Motorsegler der Airbus HFB-Fluggemeinschaft e.V., die auf dem Flugplatz Wenzendorf bei Buchholz beheimatet ist, stürzte am Freitagnachmittag, 21. August, im kroatischen Velebit-Gebirge ab. Die beiden Personen an Bord des Fliegers  kamen ums Leben. Bei den zwei Opfern handelt es sich um Vereinsmitglieder. Verein in Wenzendorf: „Wir trauern“ Die Maschine mit dem deutschen Kennzeichen D-KWZE gehörte zum...

Blaulicht

Verfolgung durch Horneburg
Ladendiebstahl endet mit Festnahme auf der Auebrücke

Ein mutmaßlicher Ladendieb ist am Donnerstagnachmittag, 20. August, nach einer kurzen Flucht durch Horneburg von der Polizei festgenommen worden. Zuvor soll der 31-Jährige in einem Drogeriemarkt am Burggraben mehrere Waren gestohlen haben. Gegen 16.15 Uhr bemerkten Mitarbeiter des Geschäfts den Diebstahl. Nach Angaben der Polizei hatte der Mann unter anderem eine Milchpumpe sowie zehn Packungen Rasierklingen aus der Auslage genommen und in einem mitgebrachten Rucksack verstaut. An der Kasse...

Blaulicht

Buchholz
Autofahrer missachtet Vorfahrt und flüchtet

Am Donnerstag, 20. August, kam es gegen 22.05 Uhr an der Kreuzung Hamburger Straße / Bendestorfer Straße beinahe zu einem Zusammenstoß zwischen einem PKW und einem Pedelec. Der Pedelec-Fahrer wollte, nachdem die für ihn geltende Ampel Grünlicht anzeigte, auf dem Radweg anfahren und die Bendestorfer Straße queren. In diesem Moment bog der bislang unbekannter Fahrzeugführer des PKW von der Hamburger Straße nach rechts in die Bendestorfer Straße ab und ignorierte die Vorfahrt. Es kam zwar zu...

Blaulicht

Autobahn 39 / Maschener Kreuz
Zusammenprall von Fahrzeugen mit Überschlag

Am Freitag, 21. August, kam es gegen 13.10 Uhr auf der A39 im Maschener Kreuz zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Pkw. Der 21-jährige Fahrer eines VW Caddy überholte nach dem Auffahren auf die A39 in Fahrtrichtung Lüneburg einen Sattelzug. Dies wurde von einem aus Richtung A7 kommenden Audi RS5 übersehen und der 24-jährige Fahrer konnte trotz Vollbremsung einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. In der Folge überschlug sich der Caddy und flog über die Außenschutzplanke eine Böschung hinab....

Blaulicht

Vieles war den Behörden nicht bekannt
Bluttat in Stade: Landesregierung beantwortet Anfrage der CDU zum mutmaßlichen Täter

Ein Mann ohne Aufenthaltstitel, ein früher Hinweis auf eine mögliche Flucht aus türkischer Haft und eine Ausländerbehörde, die erst nach der Bluttat von seinem Wohnort erfuhr: Die Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage zur Bluttat von Stade liefert neue Details – und neuen Stoff für politische Nachfragen. Die CDU-Landtagsabgeordneten Birgit Butter (Buxtehude), Melanie Reinecke (Stade) und André Bock (Winsen) hatten insgesamt 32 Fragen gestellt. Sie wollten wissen,...

Ein Mann ohne Aufenthaltstitel, ein früher Hinweis auf eine mögliche Flucht aus türkischer Haft und eine Ausländerbehörde, die erst nach der Bluttat von seinem Wohnort erfuhr: Die Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage zur Bluttat von Stade liefert neue Details – und neuen Stoff für politische Nachfragen.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Birgit Butter (Buxtehude), Melanie Reinecke (Stade) und André Bock (Winsen) hatten insgesamt 32 Fragen gestellt. Sie wollten wissen, welche Erkenntnisse Behörden vor dem 29. Juni über den Tatverdächtigen Fatih G. hatten, wie diese bewertet und ob Informationen zwischen Polizei, Justiz, Jugendhilfe und Ausländerbehörden ausgetauscht wurden. Für Butter steht nach der Antwort fest: Die Aufarbeitung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Hintergrund sind die tödlichen Schüsse vom 29. Juni in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade. Sechs Menschen wurden erschossen. Gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen war Haftbefehl wegen des Verdachts des sechsfachen Mordes erlassen worden. Wenige Wochen später beging der Beschuldigte in der JVA Bremervörde Suizid. 

Tatverdächtiger war ausreisepflichtig
Eine der zentralen Antworten betrifft den Aufenthaltsstatus des Mannes. Der in Goslar geborene türkische Staatsangehörige besaß zum Zeitpunkt der Tat keinen Aufenthaltstitel. Damit war er nach Angaben der Landesregierung gemäß Aufenthaltsgesetz ausreisepflichtig. Eine Prüfung aufenthaltsbeendender Maßnahmen ist der Landesregierung allerdings nicht bekannt. Die aufenthaltsrechtliche Historie des Mannes werde weiterhin aufgearbeitet.

Butter hält diesen Punkt für besonders erklärungsbedürftig. „Die Landesregierung räumt ein, dass der Tatverdächtige zum Zeitpunkt der Tat keinen Aufenthaltstitel besaß und damit ausreisepflichtig war. Gleichzeitig ist ihr keine Prüfung einer aufenthaltsbeendenden Maßnahme bekannt“, erklärt die CDU-Innenpolitikerin.

Bluttat in Stade: Gericht erlässt Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes

Seit Mai 2025 in Garbsen – aber nicht gemeldet
Hinzu kommt ein weiterer problematischer  Punkt: Nach Angaben der Landesregierung lebte der Mann seit Mai 2025 in Garbsen in der Region Hannover. Melderechtlich erfasst war er dort jedoch nicht. Für die ausländerrechtliche Bearbeitung wäre die Ausländerbehörde der Region Hannover zuständig gewesen. Diese erfuhr laut Antwort der Landesregierung aber erst nach der Tat davon, dass sich der Mann gewöhnlich in ihrem Zuständigkeitsbereich aufhielt.

Erst im Nachgang wurde zudem bekannt, dass der Mann in früheren Jahren zeitweise in Hannover gemeldet gewesen war. Diese Aufenthalte seien nachträglich im Ausländerzentralregister eingetragen worden. Die genaue Rekonstruktion seiner Aufenthaltszeiten in Deutschland und im Ausland dauert laut Landesregierung weiterhin an.

CDU-Landtagsabgeordnete fordern Aufklärung nach Bluttat von Stade

Hinweis auf Flucht aus dem Gefängnis bereits 2017
Für weitere Fragen sorgt ein Vorgang aus dem Jahr 2017. Damals erhielt die Polizeiinspektion Goslar einen mündlichen Hinweis, wonach der Mann aus einem türkischen Gefängnis geflohen sein soll. Die Polizei leitete daraufhin eine Erkenntnisanfrage an die türkischen Behörden weiter. Die Antwort aus der Türkei lautete, dass die Person dort nicht bekannt sei.

Nach der Bluttat stellte sich die Lage anders dar. Nachdem Medien über mögliche Strafverfahren und eine Haftflucht berichtet hatten, fragte die Polizei Anfang Juli erneut bei den türkischen Behörden nach. Drei Tage später kam die Antwort: Der Mann war in der Türkei wegen dort vorgeworfener Straftaten auf nationaler Ebene zur Fahndung ausgeschrieben. Eine internationale Fahndung lag allerdings nicht vor. Deshalb waren diese Erkenntnisse den deutschen Strafverfolgungsbehörden nach Darstellung der Landesregierung zuvor nicht bekannt.

Butter sieht genau darin weiteren Aufklärungsbedarf. „Wir wollen ausdrücklich keine vorschnellen Schuldzuweisungen treffen. Aber wir müssen wissen, wer wann welche Informationen hatte, was damit geschah und warum diese Informationen offenbar nicht zusammengeführt wurden“, sagt sie.

Polizeieinsatz in der Klinik  bestätigt
Die CDU-Abgeordneten hatten auch nach den Vorgängen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gefragt. Medien hatten nach der Tat unter anderem über den Verdacht eines Schütteltraumas bei der kleinen Tochter des Mannes sowie über Konflikte mit Klinikpersonal berichtet. Die Landesregierung bestätigt, dass es am 22. April einen Polizeieinsatz in der MHH wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gab.

Weitere Details nennt sie allerdings nicht. Wegen der noch laufenden Ermittlungen verweist die Landesregierung auf die Niedersächsische Verfassung und macht keine näheren Angaben zu Vorstrafen, eingestellten oder laufenden Ermittlungsverfahren sowie sonstigen polizeilichen Erkenntnissen. Eine Veröffentlichung könne den Ermittlungserfolg gefährden.

Auch auf die Frage, ob Behörden den Mann bereits vor der Tat als auffällig, aggressiv, schwierig oder potenziell gefährlich wahrgenommen hatten, gibt es keine umfassende Antwort. Die Landesregierung erklärt lediglich, dass den Beteiligten keine Erkenntnisse darüber vorlagen, dass das Gespräch am 29. Juni in dieser Form eskalieren würde.

Sechs Tote in Stade: Täter neigte schon vorher zu Gewaltausbrüchen


Butter fordert weitere Aufklärung

Für Birgit Butter reichen die bisherigen Antworten deshalb nicht aus. Sie will genauer wissen, ob das Zusammenspiel zwischen Polizei, Ausländerbehörden, Jugendhilfe, Justiz und weiteren Stellen funktioniert hat. „Gerade deshalb darf die Aufarbeitung nicht bei Einzelinformationen stehen bleiben“, erklärt Butter. Die Öffentlichkeit müsse erfahren, ob vorhandene Hinweise erkannt, richtig bewertet und zwischen den zuständigen Behörden weitergegeben worden seien.

Die CDU will das Thema deshalb auch parlamentarisch weiterverfolgen. Butter kündigt an, dass eine Unterrichtung im Innenausschuss beantragt worden sei. Ihr Grundsatz dabei: „Erst aufklären, dann bewerten.“

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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