Vorsorge treffen für den Katastrophenfall
Landkreis Stade verteilt Notfall-Broschüren über das WOCHENBLATT

Nicole Streitz und Michael Roesberg schauen sich an, wie die Paletten  mit den Broschüren verladen werden
  • Nicole Streitz und Michael Roesberg schauen sich an, wie die Paletten mit den Broschüren verladen werden
  • Foto: Chr. Schmidt/LK Stade
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Landkreis. Hamsterkäufe bei Klopapier und Nudeln, der öffentliche Nahverkehr war zeitweise so gut wie stillgelegt, die Innenstädte waren menschenleer: Corona bedeutete über Wochen ein Leben in der Krise. Was aber Corona bisher nicht war: eine Katastrophe. Die Supermärkte hatten weiter geöffnet, an den Tankstellen gab es reichlich Benzin - und das sogar zu Dumpingpreisen - und die Fernseher funktionierten. Bei einem Katastrophenfall wäre das anders. Die Mattscheibe bliebe schwarz, weil das Stromnetz zusammengebrochen ist, Handynetz und Telefonleitungen wären tot. Doch wie bereitet man sich als Bürger auf solche Notsituationen vor? Hilfreiche Tipps gibt eine Broschüre, die der Landkreis am kommenden Mittwoch über das WOCHENBLATT an alle Haushalte verteilen lässt.

"Wenn die Lichter ausgehen", titelte das WOCHENBLATT genau vor einem Jahr. In dem Artikel ging es um ein Katastrophenszenario, bei dem es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass es hierzulande eintritt: Bei einem Blackout würden nicht nur überall die Lichter ausgehen, im Gegensatz zur Corona-Krise wären auch die Lebensmittelläden geschlossen. Die Geldautomaten würden keinen einzigen Schein ausspucken.
Das öffentliche Leben käme zum Stillstand und die Behörden könnten nur einen Notbetrieb in den wichtigsten Bereichen, etwa bei den Krankenhäusern, aufrechterhalten. Hier sei dann der Bürger selbst gefordert, Notfallvorsorge zu treffen, so Landrat Michael Roesberg.

Auch die für den Katastrophenschutz zuständige Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz macht unmissverständlich deutlich, dass die Menschen im Ernstfall weitgehend auf sich selbst gestellt seien. Betrachte man die Auswirkungen auf den persönlichen Bereich, sei ein großflächiger, mehrtägiger Stromausfall für die meisten schlimmer als die bisherige Corona-Krise.

In einer solchen Situation sei die Eigeninitiative der Bevölkerung gefordert, so Roesberg. "Mit der Broschüre geben wir den Menschen einen wertvollen Ratgeber an die Hand, wie sie sich für den Notfall wappnen und Vorsorge treffen können, um auch bei Versorgungsengpässen über die Runden zu kommen", erläutert der Landrat. Am kommenden Mittwoch, 8. Juli, werde man insgesamt 103.000 Exemplare kreisweit an alle Haushalte verteilen. "Die Broschüre liegt dem WOCHENBLATT bei", sagt Roesberg.

Streitz hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, als es im WOCHENBLATT ums Thema Blackout ging, dass der Katastrophen-Ratgeber an die Bevölkerung verteilt wird. Sie hält Wort. Dass es etwas länger gedauert hat als geplant, lag daran, dass die Broschüre überarbeitet wurde. Herausgeber ist zwar eine Bundesbehörde, doch der Landkreis hat das 68 Seiten starke Heft in Eigenregie herstellen lassen. "Die Gesamtkosten liegen bei 44.000 Euro", verrät Streitz. Die 16 Paletten mit den Broschüren wurden bereits in dieser Woche verladen.

Die Broschüren warten nun darauf, der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe beigelegt zu werden.

Ganz wichtig: die Checkliste

Was brauche ich, um mich und meine Familie im Katastrophenfall für einige Tage selbst versorgen zu können? Antworten darauf gibt die Checkliste, die in der Mitte der Broschüre eingeheftet ist. Die Liste führt auf, welche Mengen an Lebensmitteln für einen zehntägigen Notvorrat vorhanden sein sollten. Außerdem sind alle Utensilien aufgelistet, die man inklusive Notgepäck, dazu zählen Gummistiefel, Taschenlampe und Wolldecke, im Katastrophenfall im Haus haben sollte.

"Diese Checkliste ist ganz wichtig", meint Landrat Roesberg. Er empfiehlt, einen gepackten Notfallkoffer bereitstehen zu haben, der immer griffbereit ist. "In diesen Koffer gehören auch alle wichtigen Dokumente."
Dezernentin Streitz legt zudem allen ans Herz, ein kleines Kofferradio, entweder mit Batterie oder mit Kurbel betrieben, im Haus zu haben. "Dann kann man im Ernstfall zumindest weiter die Rundfunkdurchsagen verfolgen."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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