Schläge mit Schlagstöcken und Holzlatten
Neue Erkenntnisse zur Massenschlägerei in Stade
- KI-generiertes Symbolbild
- hochgeladen von Pauline Bellmann
(pau/jd). Blutüberströmte Männer hinter einer Sporthalle, brutale Schläger und ein Großeinsatz der Polizei: An der Berufsbildenden Schule III geriet am vergangenen Wochenende ein Streit beim Freizeitfußball völlig außer Kontrolle. Am Ende gab es mindestens sechs Verletzte, vier von ihnen mussten ins Krankenhaus. Und Stade steht erneut vor der Frage: Warum eskalieren Konflikte in der Hansestadt immer wieder derart heftig?
Kurz vor 22 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Polizei ein. Zeugen berichteten von 40 bis 50 Menschen, die mit Messern und Schlagstöcken aufeinander losgehen sollten. Auch schussähnliche Geräusche wurden gemeldet. Die Polizei mobilisierte ein Großaufgebot: Streifenwagen aus Stade und den Nachbarlandkreisen sowie Bereitschaftspolizisten aus Lüneburg rückten an.
Vor der Schule trafen die Beamten auf Männer mit blutverschmierter Kleidung. Bei der Kontrolle eines weiteren Autos wiesen dessen Insassen auf Verletzte hinter der Sporthalle hin. Dort entdeckten die Einsatzkräfte mehrere teils stark blutende Männer.
Schlagstöcke sichergestellt
Als die Beamten das Schulgelände und die Umgebung durchsuchten, fanden sie Holzlatten und Schlagstöcke. Messer, Schusswaffen oder Patronenhülsen wurden dagegen nicht entdeckt. Dennoch gibt es Hinweise auf den Einsatz einer Klinge. Bei einem Verletzten deute das Verletzungsmuster auf Schnittwunden hin, erklärt Polizeisprecher Daniel Kraus. Es handele sich allerdings um oberflächliche Verletzungen, nicht um Stichwunden. Lebensgefahr bestand für keinen der Männer.
Auslöser der Gewalt war offenbar ein zunächst verbaler Streit während eines offenen Fußballtrainings in der BBS-Sporthalle. Die Situation schaukelte sich hoch, einer der Beteiligten setzte Pfefferspray ein. Anschließend verlagerte sich der Konflikt nach draußen und eskalierte zur handfesten Schlägerei.
Nach WOCHENBLATT-Informationen wird die Hallenzeit von der islamischen Gemeinde DITIB aus Bützfleth in Kooperation mit einer Sportgemeinschaft genutzt. An der Auseinandersetzung sollen laut Auskunft zuverlässiger Quellen kurdische und syrische Personengruppen beteiligt gewesen sein.
Schon wieder Gewalt in Stade
Der Vorfall weckt Erinnerungen an die massiven Ausschreitungen im Altländer Viertel in diesem Sommer. Dort musste die Polizei gleich zweimal wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen einschreiten. Zeitweise hatten sich rund 150 Menschen im Umfeld des Jugendhauses an der Hohenfriedberger Straße versammelt, darunter zahlreiche Schaulustige. Bei den Schlägereien wurden unter anderem Äste und Besenstiele eingesetzt. Vier Menschen wurden verletzt. Die Polizei musste Reizstoff einsetzen, um die Konfliktparteien zu trennen.
Nur wenige Tage später kam es erneut zu einem Großeinsatz im Altländer Viertel. Nach einem Fall mutmaßlicher häuslicher Gewalt versammelten sich rund 150 Menschen vor einem Wohnhaus und erschwerten zeitweise die Arbeit von Polizei und Rettungsdienst.
Nun also die nächste Eskalation, diesmal auf einem Schulgelände. Kraus weist jedoch darauf hin, dass nach bisherigen Erkenntnissen keine Verbindung zu den Vorfällen im Altländer Viertel gezogen werden kann.
Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Offen ist weiterhin, wer die Gewalt auslöste, wer wen angriff und welche Waffen tatsächlich eingesetzt wurden. Mehrere Männer im Alter zwischen 20 und 36 Jahren gelten als tatverdächtig. Sie wohnen nach Polizeiangaben alle in Stade. Weil sich Beteiligte gegenseitig geschlagen haben sollen, sind einige zugleich Beschuldigte und Geschädigte. Festgenommen wurde niemand.
Der Landkreis Stade hat unterdessen reagiert und den Nutzern die Hallenzeit entzogen.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.