Fall von "schwerer Kindesmisshandlung"
Sechsfachmord von Stade: Gutachten bestätigt Schütteltrauma bei Baby

Nach der schrecklichen Bluttat von Stade erinnerten unzählige Blumen und Kerzen an die sechs Menschen, die in der Mutter-Kind-Einrichtung gewaltsam zu Tode kamen | Foto: jd
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Streit in Stade-Bützfleth eskaliert
Polizeihund beißt 40-Jährigen

Schon wieder ist ein Streit in Stade eskaliert: Nachdem es erst am vergangenen Freitagabend eine große Schlägerei mit 50 Beteiligten und mehreren Verletzten gegeben hat, ist es am Dienstagnachmittag zwischen zwei Familien in Stade-Bützfleth zu einem Streit gekommen. Die Polizei rückte mit sechs Streifenwagen zu einer Auseinandersetzung aus, an der zunächst rund 15 Menschen beteiligt waren. Als ein 40-Jähriger trotz mehrfacher Warnungen versuchte, an den Beamten vorbeizukommen, wurde ein...

Blaulicht

Feuerwehr-Nachwuchs in Oldendorf-Himmelpforten
29 Einsatzkräfte bestehen QS1-Prüfung

Erfolgreicher Abschluss der Feuerwehr-Grundausbildung: 29 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten haben den Kompetenznachweis der Qualifikationsstufe Einsatzfähigkeit (QS1) bestanden. Damit haben sie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur voll ausgebildeten Feuerwehreinsatzkraft geschafft. Große Freude bei den Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten: Nach einer mehrwöchigen Ausbildung und einem abschließenden Prüfungstag haben...

Blaulicht
Eine verletzte Person wird zur medizinischen Versorgung gebracht | Foto: DLRG
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Von der Autobergung bis zur Personensuche
Großeinsatz im Alten Land: 115 Retter proben den Katastrophenfall

Vermisste Menschen auf der Elbinsel Lühesand, versunkene Container nach einem Starkregen, eine Evakuierung über die Lühe und ein schwerer Unfall an einem Baggersee: Was nach einer ganzen Serie dramatischer Ereignisse klingt, war glücklicherweise nur eine Übung. Bei der groß angelegten Katastrophenschutzübung stellten 115 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem Landkreis Stade ihr Können an verschiedenen Schauplätzen im Alten Land unter Beweis. Beteiligt waren der DLRG-Wasserrettungszug aus dem...

Blaulicht

Polizei sucht Zeugen
800 Liter Diesel aus Baggern gestohlen

Unbekannte haben auf einer Baustelle in Burweg rund 800 Liter Diesel aus drei Baggern gestohlen. Die Tat ereignete sich zwischen Freitag, 9. Oktober, 16.30 Uhr, und Montag, 12. Oktober, 7 Uhr. Auf dem weitläufigen Baustellengelände an der Straße Dörpstroot brachen die Täter die Tankdeckel der drei Bagger auf. Die Maschinen standen mehrere Hundert Meter voneinander entfernt. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass die Diebe mit Kanistern unterwegs waren, um den Kraftstoff abzuzapfen. Für den...

Blaulicht
Der Rettungskräfte ließ die eingeschlossenen Personen aus dem Fahrstuhl | Foto: Feuerwehr Buchholz
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Buchholz
Aufwändige Rettung aus Aufzug am Bahnhof Buchholz

Am frühen Donnerstagabend, 15. Oktober,  wurden zuerst die Werkfeuerwehr der Deutschen Bahn und darauffolgend auch die Feuerwehr Buchholz und der Rettungsdienst zum Bahnhof in Buchholz alarmiert. In einem der Aufzüge die Reisende zu den Bahnsteigen befördern sollen, kam es zu einem technischen Defekt. Der Aufzug steckte mit sieben Personen zwischen den Etagen fest und ließ sich durch die Feuerwehr nicht mehr bewegen. Auch ein hinzugerufener Techniker konnte den Aufzug nicht in eine korrekte...

Blaulicht

Schläge mit Schlagstöcken und Holzlatten
Neue Erkenntnisse zur Massenschlägerei in Stade

(pau/jd). Blutüberströmte Männer hinter einer Sporthalle, brutale Schläger und ein Großeinsatz der Polizei: An der Berufsbildenden Schule III geriet am vergangenen Wochenende ein Streit beim Freizeitfußball völlig außer Kontrolle. Am Ende gab es mindestens sechs Verletzte, vier von ihnen mussten ins Krankenhaus. Und Stade steht erneut vor der Frage: Warum eskalieren Konflikte in der Hansestadt immer wieder derart heftig? Kurz vor 22 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Polizei ein. Zeugen...

Blaulicht
Der Landkreis hatte am 1. Oktober zunächst einen Blitzer-Anhänger in Höhe des Friedhofs in Richtung Heidekreis aufgestellt | Foto: bim
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Welle
Nach tödlichem Unfall auf B3 - Behörden planen erste Verkehrssicherheitsmaßnahmen

Nach dem tödlichen Unfall am 18. September an der B3 in Welle gab es am Freitag, 9. Oktober 2026, einen Ortstermin mit Vertretern der Verkehrsbehörde des Landkreises Harburg, des Straßenbaulastträgers (Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Lüneburg) und der Polizei. "Wir haben uns ein umfassendes Bild der Lage vor Ort verschafft und insbesondere auch die Forderungen der Gemeinde Welle sowie der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt", teilt der Landkreis mit.  Dabei wurden sofortige und...

Blaulicht
Der Wagen des 50-jährigen Buxtehuders überschlug sich | Foto: Polizeiinspektion Stade
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Sekundenschlaf am Steuer
Auto überschlägt sich in Sauensiek, Fahrer schwer verletzt

Sekundenschlaf mit schweren Folgen: Ein 50-jähriger Autofahrer aus Buxtehude ist am Mittwochnachmittag in Sauensiek gegen eine Ampelanlage geprallt und hat sich mit seinem Nissan überschlagen. Der Wagen blieb auf der Fahrerseite liegen. Der schwer verletzte Mann konnte sich nicht selbst befreien. Gegen 16.15 Uhr war der Buxtehuder mit seinem Nissan Qashqai auf der Hauptstraße aus Richtung Beckdorf unterwegs. Nach Angaben der Polizei schlief er offenbar für einen kurzen Moment am Steuer ein und...

Blaulicht

Schwerer Verkehrsunfall
Transporter prallt bei Tönnhausen gegen Baum – Fahrer verletzt

Auf der Kreisstraße 2 bei Tönnhausen hat sich am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Am Ortsausgang in Richtung Hunden streifte der Fahrer eines Mercedes-Benz Sprinters aus bislang ungeklärter Ursache einen Baum. Anschließend kam der Transporter am Fahrbahnrand zum Stehen. Da zunächst vermutet wurde, dass der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt sei, wurden neben dem Rettungsdienst die Feuerwehr Tönnhausen sowie das Hilfeleistungslöschfahrzeug und der Rüstwagen der...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Einbrecher in Seevetal hebeln Terrassentür auf

Unbekannte Täter sind am Dienstag, 13. Oktober, in eine Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Bürgermeister-Heitmann-Straße in Seevetal eingebrochen. Die Tat ereignete sich zwischen 13 und 20 Uhr. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei gelangten der oder die Täter vermutlich über den von einer hohen Hecke umgebenen Garten auf die Terrasse der Wohnung. Dort hebelten sie mit einem unbekannten Werkzeug die Terrassentür auf und verschafften sich so Zutritt. Anschließend durchsuchten sie die...

Es gibt neue Erkenntnisse zur Vorgeschichte der Stader Bluttat vom 29. Juni mit sechs Toten: Bereits im April vermuteten Ärzte eine schwere Misshandlung der kleinen Tochter des mutmaßlichen Täters Fatih G. Die Eltern bestritten die Vorwürfe. Jetzt erhärtet ein medizinisches Gutachten den damaligen Verdacht. Auch die Rolle der mutmaßlichen Fluchtwagenfahrerin wirft weiterhin Fragen auf.

Es war offenbar der Ausgangspunkt einer verhängnisvollen Entwicklung, die in einer unfassbaren Gewalttat endet: die schweren Verletzungen eines damals erst wenige Wochen alten Babys. Mehr als drei Monate nach dem Sechsfachmord in einer Stader Mutter-Kind-Einrichtung liegt jetzt ein medizinisches Gutachten vor, das die Eltern des kleinen Mädchens schwer belastet. Demnach erlitt das Kind tatsächlich ein Schütteltrauma. Die Staatsanwaltschaft Hannover spricht von einer schweren Kindesmisshandlung. Wer dem Säugling die Verletzungen zugefügt hat, ist allerdings weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Wie der NDR  jetzt berichtet, wird insbesondere gegen die Mutter des Kindes weiter ermittelt. Ihr drohen eine Anklage und im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe. Der Vater, der am 29. Juni in Stade sechs Menschen erschossen haben soll, hatte sich im Juli in Untersuchungshaft das Leben genommen.

Hirnblutungen als Folge eines Schütteltraumas
Die Vorgeschichte reicht bis Mitte April zurück. Da begaben sich die Eltern mit ihrer kleinen Tochter wegen gesundheitlicher Auffälligkeiten in ärztliche Behandlung. In der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) stellten die Mediziner Hirnblutungen fest. Bereits damals äußerten sie den Verdacht, dass das Baby gewaltsam geschüttelt worden sein könnte. Der Verdacht richtete sich vor allem gegen den Vater. Die Eltern bestritten jedoch, dass ihre Tochter misshandelt worden sei. Es entwickelte sich ein heftiger Konflikt mit den behandelnden Ärzten und den zuständigen Behörden.

Wegen der schweren Verletzungen und des Verdachts einer Kindeswohlgefährdung wurde den Eltern das Sorgerecht entzogen. Später durfte die Mutter wieder mit ihrer Tochter zusammenleben – allerdings nur unter Auflagen in der betreuten Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Der Vater kämpfte weiter um den Umgang mit seinem Kind. Nach bisherigen Erkenntnissen war dieser Streit um das Sorgerecht und den Umgang mit der Tochter ein wesentlicher Hintergrund der späteren Gewalttat.

Sechs Tote in Stade: Täter neigte schon vorher zu Gewaltausbrüchen

"Patentante" verteidigte den Vater
Eine besondere Rolle in dem Konflikt spielte die damals 65-jährige Sylvia S. aus Bremen, die sich als Patentante des Mädchens bezeichnete. Sie setzte sich vehement für die Eltern und insbesondere für den Vater ein. Noch drei Tage vor dem Sechsfachmord verschickte sie ein rund 20-seitiges Schreiben an verschiedene Medien. Darin schilderte sie die Auseinandersetzungen mit Ärzten, Jugendamt und Justiz aus Sicht der Familie und erhob schwere Vorwürfe gegen die beteiligten Institutionen.

Vor allem versuchte sie, den Verdacht einer Kindesmisshandlung zu entkräften. Nach ihrer Darstellung hatte der Vater das Baby keineswegs geschüttelt. Vielmehr sei es zu einem unglücklichen Zwischenfall gekommen: Der Mann habe im Halbschlaf versehentlich mit seinem Kopf den Kopf des Kindes getroffen. Dadurch seien die Verletzungen entstanden. Diese Erklärung steht nun im deutlichen Widerspruch zu dem medizinischen Gutachten, das ein Schütteltrauma bestätigt. Ob und welche konkreten Handlungen eines Elternteils die Verletzungen verursacht haben, müssen die Ermittler allerdings noch klären. Das Mädchen lebt jetzt von seiner Mutter getrennt.

Mutmaßlicher Stader Sechsfachmörder begeht Suizid

Bremerin steuerte den Fluchtwagen
Brisant ist auch die weitere Rolle der Frau. Sylvia S. begleitete den Vater am 29. Juni nach Stade und soll nach den tödlichen Schüssen den Fluchtwagen gesteuert haben. Die Polizei konnte das Fahrzeug noch am Tattag stoppen und die Insassen festnehmen. Gegen die Bremerin wird weiterhin ermittelt. Welche Kenntnisse sie von möglichen Tatplänen hatte und ob sie an der Vorbereitung beteiligt gewesen sein könnte, ist bislang nicht abschließend geklärt. Eine strafrechtliche Verantwortung für die Morde ist damit nicht nachgewiesen. Die Frau arbeitete für einen Verband, der unter anderem binationale Familien berät. Nach Angaben des Verbands war sie am Tattag ausschließlich privat unterwegs.

Schwiegersohn trat als Migrationsbeauftragter zurück
Der Fall hatte inzwischen auch politische Folgen. Sylvia S. ist die Schwiegermutter des SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku, der bis Anfang September niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe war. Anfang September erklärte Kurku seinen Rücktritt von diesem Ehrenamt. Er begründete den Schritt mit massiven Anfeindungen, Morddrohungen und Falschbehauptungen, denen er und seine Familie nach der Bluttat ausgesetzt gewesen seien. Unter diesen Umständen könne er die Aufgabe nicht mehr angemessen wahrnehmen. Kurku bestreitet eine Beteiligung an den Vorgängen. Sein Landtagsmandat behielt der SPD-Politiker.

Bluttat in Stade: Gericht erlässt Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes

Rückblick: Sechs Menschen erschossen – Tatverdächtiger beging Suizid
Am 29. Juni 2026 erschien der damals 45-jährige Vater zu einem Gespräch in der Stader Mutter-Kind-Einrichtung. Mitarbeiter des Jugendamts der Region Hannover und der Einrichtung wollten mit den Eltern über die weitere Betreuung und den Umgang mit ihrer Tochter sprechen. Während des Termins zog der Mann nach bisherigen Ermittlungen eine Pistole und eröffnete das Feuer. Vier Frauen und zwei Männer starben. Die Mutter und das Baby blieben unverletzt. Der Tatverdächtige flüchtete zunächst, wurde jedoch wenig später festgenommen. Am 21. Juli wurde er tot in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde auf gefunden. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums beging er Suizid. Das Strafverfahren gegen ihn wurde daraufhin eingestellt. Die Ermittlungen gegen die Mutter des Kindes und die "Patentante" dauern an.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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