Bunker-Rätsel in Stade: der Lösung auf der Spur

Jörg Baumann unternahm selbst eine Probegrabung. Dabei stieß er auf den Bunkereingang
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Besitzer schaltet nach Probegrabung die Stadtarchäologie ein / Zeitzeuge berichtet

tp. Stade. Bei Altstadtbewohner Jörg Baumann (38) ist das Forschungsfieber ausgebrochen: Die Geschichte des Bunkers hinter seinem Restaurant "Fischhus Störtebeker" an der Salzstraße 15 in Stade (das WOCHENBLATT) ließ ihm keine Ruhe. Er unternahm auf eigene Faust eine Probegrabung. Dabei stieß er auf den Eingang des privaten Schutzbauwerkes. Nach der spannenden Entdeckung will er die Stadtarchäologie einschalten.

Anderthalb Meter tief grub Gastronom Jörg Baumann nach dem Eingang des Bunkers, dessen Bauherr ihm unbekannt ist. Dabei stellte er fest, dass sich unter einer von Kraut bewachsene Backsteinmauer nicht, wie ursprünglich angenommen, ein Tunnel befindet. Die Ziegel sind lediglich Reste einer alten Hauswand.

In der Nähe der Kuppel, die sich als Wölbung auf seinem Rasen abzeichnet, stieß er auf einen unterirdischen Rundbogen, den er für den Eingang mutmaßlichen Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg hält. Inzwischen schließt Baumann nicht mehr aus, dass der Bunker älter ist. In Gesprächen mit zwei älteren Stadern habe er erfahren, dass der frühere Eigentümer, Kaufmann Franz Hausloh, der das Haus vor mehr als 100 Jahren bewohnte, über große Reichtümer verfügt haben soll. "Gut möglich, dass er die Wertsachen buchstäblich im Garten bunkerte", sagt Baumann.

Beim Aushub des Erdboden machte er zudem zahlreiche Zufallsfunde, darunter ein Katzenskelett, Keramikscherben und ein Bruchstück eines Mühlsteines.

Bei der interessanten, aber allmählich unübersichtlichen Sachlage ist es für den geschichtsinteressierten Grundstücksbesitzer an der Zeit, Profis zu konsultieren. Baumann hat die Altertumsforscher um den Stadtarchäologen Dr. Andreas Schäfer informiert, die das Gelände im Innenhof jetzt in Augenschein nehmen wollen. "Ich hoffe, sie können das Bunker-Rätsel lösen", so Baumann.

Unterdessen meldete sich Zeitzeuge Helmut Marwede (81) aus Norderstedt zu Wort, der die Luftangriffe in den 1940er Jahren in Stade miterlebte. Dabei habe er als kleiner Junge mit seinen beiden älteren Schwestern und den Eltern Schutz in dem großen, öffentlichen Bunker, dem Splitterschutzgraben am "Alten Finanzamt", gesucht. Von dem Privatbunker auf Baumanns Grundstück hat er allerdings keine Kenntnisse.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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