Mit Neugier zur Erkenntnis
Das Athaneum Stade glänzt bei „Jugend forscht“
- Das Jugend forscht Dream Team aus Stade
- Foto: Sandra Polenz
- hochgeladen von Sandra Polenz
[b]sapo. Stade. Von der Katze zum Wolf, vom Weltall in die Schulbank: Die Jugend forscht AG am Gymnasium Athenaeum Stade ist unter der Leitung von Hans-Otto Carmesin ein wahres Innovationslabor – mit beachtlichen Erfolgen auf Landes- und Regionalebene.
Hans-Otto Carmesin – Mentor der Forschertalente
Wenn man über „Jugend forscht“ am Gymnasium Athenaeum in Stade spricht, fällt ein Name sofort: Hans-Otto Carmesin. Seit 1999 leitet der 65-jährige Lehrer für Mathematik und Physik die gleichnamige AG – mit unermüdlichem Engagement und wissenschaftlichem Tiefgang. Unterstützt wird er seit einigen Jahren von Inga von Bargen, einer selbstständigen Lerntherapeutin. Inga von Bargen bringt Struktur und Projektmanagement in die oft sehr großen Gruppen mit bis zu 40 Schülerinnen und Schülern. Zusammen bilden sie ein unschlagbares Team, das Talente fördert – und sie zu echten Forscherinnen und Forschern formt.
Wenn die Katze den Wolf ersetzt: Paul Zörbs KI für den Artenschutz
Mit seinem Projekt zur autonomen Erkennung von Wölfen durch Künstliche Intelligenz sicherte sich der 16-jährige Paul Zörb gleich mehrere Preise: 1. Platz beim Regionalwettbewerb, ein Sonderpreis für „Mit Sicherheit die Zukunft gestalten“ und sogar ein 3. Platz auf Landesebene – samt Auszeichnung für wissenschaftliche Fotografie.
Paul ist ein echtes Eigengewächs der AG: Schon seit der fünften Klasse forscht er, mit nur einer kurzen pandemiebedingten Pause. Seine Idee kam durch Zeitungsberichte und Erzählungen eines Freundes aus Himmelpforten, wo Wölfe gesichtet wurden. Paul entwickelte ein System, das mithilfe von KI zwischen Hund, Katze, Fuchs und Wolf unterscheiden kann – bei Wölfen kann automatisch ein Alarm an Landwirte oder Förster ausgelöst werden.
Erprobt wurde das Gerät im Wildpark Schwarze Berge – mit beeindruckender Trefferquote. Auch ein Heimtest an der eigenen Katze durfte nicht fehlen. „Das Beste war das Programmieren und die App-Entwicklung“, sagt Paul, der später Informatik oder Mathematik studieren möchte. Unterstützung gab es von den Eltern – vor allem vom Vater, selbst Webentwickler. Die Leidenschaft scheint also familiär veranlagt.
Raumzeit zum Verstehen: Schwarze Löcher made in Stade
Physikalisch anspruchsvoll wurde es bei Ivan Renner (18) und Jeremy Neumann (17). Ihr Projekt dreht sich um nichts Geringeres als das Verhalten von Volumen und Masse in einem Schwarzen Loch – mit Blick auf Anwendungen in der Raumfahrt und Weltraumnavigation.
Die beiden Tüftler gewannen den 1. Platz beim Regionalwettbewerb sowie einen Sonderpreis auf Landesebene für Geo- und Raumwissenschaften. Inspiration und konzeptionelle Grundlagen kamen von Hans-Otto Carmesin. Gemeinsam mit ihm entwickelten sie Theorien, leiteten Formeln ab und testeten diese in eigens geschriebenen Programmen.
„Es war richtig harte Arbeit“, sagen beide. Denn das Thema liegt weit jenseits des schulischen Lehrplans. Doch genau das hat sie gereizt. „Sie sind an der Herausforderung gewachsen“, berichtet Inga von Bargen anerkennend. Beide stammen aus Familien mit technischem Hintergrund – die Väter Ingenieure, aber laut Ivan „versteht fachlich eigentlich keiner in der Familie so richtig, worum es geht.“ Stolz sind sie dennoch.
Sonnenstürme mit System: John Neumanns KI für das Weltraumwetter
John Neumann (18) war zum ersten Mal bei Jugend forscht dabei – und gleich erfolgreich: 1. Platz auf Regionalebene und Teilnahme am Landeswettbewerb. Seine Idee: Eine KI-gestützte Vorhersage von Sonnenstürmen, die das Erdmagnetfeld beeinflussen. Diese solaren Ausbrüche können bis zu fünf Tage nach ihrer Entstehung zu Stromausfällen oder Satellitenproblemen führen.
John entwickelte ein eigenes KI-Modell, das rund 8 Milliarden Datensätze analysierte – ein wahres Rechenmonstrum. „Ich habe mehrere Ansätze ausprobiert, bevor es funktioniert hat“, erzählt er. Seine größte Herausforderung? „Die Unvorhersehbarkeit der KI – man muss lernen, mit Unerwartetem umzugehen.“
Sein Projekt entstand aus einer Facharbeit – über den Umweg kam er zur AG und bedauert rückblickend, nicht schon früher dabei gewesen zu sein. Bruder Jeremy (der gemeinsam mit Ivan das Schwarze-Loch-Projekt entwickelte) war sein wichtigster Sparringspartner. Die Brüder verbindet nicht nur der familiäre Hintergrund mit Ingenieursvätern, sondern auch ein gemeinsames Interesse für Wissenschaft und Technik.
John arbeitet bereits neben der Schule als Softwareentwickler für einen Bank-Dienstleister und möchte nach dem Abitur Informatik bei der Bundeswehr studieren. Eine seiner wichtigsten Lernerfahrungen: komplexe Inhalte verständlich erklären. „Ich musste viele Analogien finden – das war fast schwieriger als das Programmieren selbst.“
Forschergeist mit Zukunft
Die jungen Tüftlerinnen und Tüftler sind sich einig: Die größte Herausforderung war das Zeitmanagement. Trotzdem überwiegt der Stolz auf das Erreichte – auch wenn alle betonen, dass sie „noch einiges verbessern könnten“. Wissenschaft eben – der Weg ist das Ziel.
Hans-Otto Carmesin und Inga von Bargen können zu Recht stolz sein. Ihre AG ist ein Paradebeispiel dafür, wie frühe Förderung und Begeisterung für Naturwissenschaften Schüler über sich hinauswachsen lässt. Und wer weiß – vielleicht wird eines dieser Projekte ja schon bald im echten Leben eingesetzt. Die Katze zu Hause wird es freuen.sapo. Stade[/b]. Von der Katze zum Wolf, vom Weltall in die Schulbank: Die Jugend forscht AG am Gymnasium Athenaeum Stade ist unter der Leitung von Hans-Otto Carmesin ein wahres Innovationslabor – mit beachtlichen Erfolgen auf Landes- und Regionalebene.
Hans-Otto Carmesin – Mentor der Forschertalente
Wenn man über „Jugend forscht“ am Gymnasium Athenaeum in Stade spricht, fällt ein Name sofort: Hans-Otto Carmesin. Seit 1999 leitet der 65-jährige Lehrer für Mathematik und Physik die gleichnamige AG – mit unermüdlichem Engagement und wissenschaftlichem Tiefgang. Unterstützt wird er seit einigen Jahren von Inga von Bargen, einer selbstständigen Lerntherapeutin. Inga von Bargen bringt Struktur und Projektmanagement in die oft sehr großen Gruppen mit bis zu 40 Schülerinnen und Schülern. Zusammen bilden sie ein unschlagbares Team, das Talente fördert – und sie zu echten Forscherinnen und Forschern formt.
Wenn die Katze den Wolf ersetzt: Paul Zörbs KI für den Artenschutz
Mit seinem Projekt zur autonomen Erkennung von Wölfen durch Künstliche Intelligenz sicherte sich der 16-jährige Paul Zörb gleich mehrere Preise: 1. Platz beim Regionalwettbewerb, ein Sonderpreis für „Mit Sicherheit die Zukunft gestalten“ und sogar ein 3. Platz auf Landesebene – samt Auszeichnung für wissenschaftliche Fotografie.
Paul ist ein echtes Eigengewächs der AG: Schon seit der fünften Klasse forscht er, mit nur einer kurzen pandemiebedingten Pause. Seine Idee kam durch Zeitungsberichte und Erzählungen eines Freundes aus Himmelpforten, wo Wölfe gesichtet wurden. Paul entwickelte ein System, das mithilfe von KI zwischen Hund, Katze, Fuchs und Wolf unterscheiden kann – bei Wölfen kann automatisch ein Alarm an Landwirte oder Förster ausgelöst werden.
Erprobt wurde das Gerät im Wildpark Schwarze Berge – mit beeindruckender Trefferquote. Auch ein Heimtest an der eigenen Katze durfte nicht fehlen. „Das Beste war das Programmieren und die App-Entwicklung“, sagt Paul, der später Informatik oder Mathematik studieren möchte. Unterstützung gab es von den Eltern – vor allem vom Vater, selbst Webentwickler. Die Leidenschaft scheint also familiär veranlagt.
Raumzeit zum Verstehen: Schwarze Löcher made in Stade
Physikalisch anspruchsvoll wurde es bei Ivan Renner (18) und Jeremy Neumann (17). Ihr Projekt dreht sich um nichts Geringeres als das Verhalten von Volumen und Masse in einem Schwarzen Loch – mit Blick auf Anwendungen in der Raumfahrt und Weltraumnavigation.
Die beiden Tüftler gewannen den 1. Platz beim Regionalwettbewerb sowie einen Sonderpreis auf Landesebene für Geo- und Raumwissenschaften. Inspiration und konzeptionelle Grundlagen kamen von Hans-Otto Carmesin. Gemeinsam mit ihm entwickelten sie Theorien, leiteten Formeln ab und testeten diese in eigens geschriebenen Programmen.
„Es war richtig harte Arbeit“, sagen beide. Denn das Thema liegt weit jenseits des schulischen Lehrplans. Doch genau das hat sie gereizt. „Sie sind an der Herausforderung gewachsen“, berichtet Inga von Bargen anerkennend. Beide stammen aus Familien mit technischem Hintergrund – die Väter Ingenieure, aber laut Ivan „versteht fachlich eigentlich keiner in der Familie so richtig, worum es geht.“ Stolz sind sie dennoch.
Sonnenstürme mit System: John Neumanns KI für das Weltraumwetter
John Neumann (18) war zum ersten Mal bei Jugend forscht dabei – und gleich erfolgreich: 1. Platz auf Regionalebene und Teilnahme am Landeswettbewerb. Seine Idee: Eine KI-gestützte Vorhersage von Sonnenstürmen, die das Erdmagnetfeld beeinflussen. Diese solaren Ausbrüche können bis zu fünf Tage nach ihrer Entstehung zu Stromausfällen oder Satellitenproblemen führen.
John entwickelte ein eigenes KI-Modell, das rund 8 Milliarden Datensätze analysierte – ein wahres Rechenmonstrum. „Ich habe mehrere Ansätze ausprobiert, bevor es funktioniert hat“, erzählt er. Seine größte Herausforderung? „Die Unvorhersehbarkeit der KI – man muss lernen, mit Unerwartetem umzugehen.“
Sein Projekt entstand aus einer Facharbeit – über den Umweg kam er zur AG und bedauert rückblickend, nicht schon früher dabei gewesen zu sein. Bruder Jeremy (der gemeinsam mit Ivan das Schwarze-Loch-Projekt entwickelte) war sein wichtigster Sparringspartner. Die Brüder verbindet nicht nur der familiäre Hintergrund mit Ingenieursvätern, sondern auch ein gemeinsames Interesse für Wissenschaft und Technik.
John arbeitet bereits neben der Schule als Softwareentwickler für einen Bank-Dienstleister und möchte nach dem Abitur Informatik bei der Bundeswehr studieren. Eine seiner wichtigsten Lernerfahrungen: komplexe Inhalte verständlich erklären. „Ich musste viele Analogien finden – das war fast schwieriger als das Programmieren selbst.“
Forschergeist mit Zukunft
Die jungen Tüftlerinnen und Tüftler sind sich einig: Die größte Herausforderung war das Zeitmanagement. Trotzdem überwiegt der Stolz auf das Erreichte – auch wenn alle betonen, dass sie „noch einiges verbessern könnten“. Wissenschaft eben – der Weg ist das Ziel.
Hans-Otto Carmesin und Inga von Bargen können zu Recht stolz sein. Ihre AG ist ein Paradebeispiel dafür, wie frühe Förderung und Begeisterung für Naturwissenschaften Schüler über sich hinauswachsen lässt. Und wer weiß – vielleicht wird eines dieser Projekte ja schon bald im echten Leben eingesetzt. Die Katze zu Hause wird es freuen.
Redakteur:Sandra Polenz aus Buxtehude |
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