Der Tumor ist geschrumpft: Brustkrebs-Patientin atmet nach Chemotherapie auf

Iris Brehm: "Ich bin eine Käpferin"
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WOCHENBLATT-Hautnah-Serie: Iris Brehm (52) aus Nordkehdingen leidet unter den Blicken von Gaffern

tp. Freiburg. Der Familienfeier zum 52. Geburtstag der Brustkrebs-Patientin Iris Brehm, die das WOCHENBLATT im Rahmen einer Hautnah-Serie in ihren Krankenalltag blicken lässt, war Anfang Juli noch durch die Ungewissheit überschattet, ob die gerade begonnene Chemotherapie Wirkung zeigen würde. Jetzt die Erleichterung: "Der Tumor ist um gut 50 Prozent geschrumpft", berichtet die Alleinstehende aus Freiburg nach der dritten großen Behandlung in der Klinik Dr. Hancken in Stade.

Tapfer ertrug Iris Brehm, die von sich sagt "ich bin eine Kämpferin", die drei ambulanten "Chemo"-Behandlungen mit Infusion und Vergabe starker Medikamente, deren Nebenwirkungen ihr zu schaffen machen: Neben dem Verlust ihrer Haare klagt Iris Brehm über Schwindelanfälle, Konzentrationsschwäche, Taubheitsgefühl in den Fingern, Erschöpfungszustände und einem "fremdartigen Geschmack nach Chemikalien im Mund", der mit Appetitlosigkeit einhergehe. Iris Brehm verlor seit Beginn der Behandlung 20 Kilo Körpergewicht. Sie sagt: "Nachdem ich es selbst durchgemacht habe, kann ich jeden Patienten verstehen, der angesichts der unvorstellbaren Belastungen eine Chemotherapie abbricht."

"Doch die Strapazen waren es wert", lautet Iris Brehms vorläufiges Fazit. Denn das Krebsgeschwür in der rechten Brust, das nach der Diagnose im Mai von 0,9 Zentimetern auf 1,3 Zentimeter angewachsen war, habe sich nun wieder auf 0,6 Zentimeter verkleinert. "Das ist einfach der Hammer!", sagt Iris Brehm, die die freudige Nachricht mit einem Gläschen Sekt feierte.

Iris Brehm, die von Hartz-IV-Leistungen lebt, berichtet von einem insgesamt großem Rückhalt, der ihr durch nette Menschen in ihrem Nordkehdinger Wohnort zuteil werde: Nachbarn aus der Rotkreuz-Seniorenwohnanlage - viele von ihnen sind selbst schwer erkrankt - würden ihr immer wieder Mut zusprechen. Auch bei täglichen Erledigungen wie dem Einkauf im örtlichen Lebensmittelmarkt bekomme sie viel mentale Unterstützung. Besonders dankbar ist Iris Brehm der freundlichen Mitarbeiterin der Post-Servicestelle: "Sie sagt mir immer wieder, dass ich es schaffen werde."

Unterdessen beklagt die Krebskranke das Verhalten von Gaffern, die ihr auf ihren kahlen Kopf starren würden. Sie leide sehr unter den Blicken, würde aber aufgrund der anhaltenden Hitze trotzdem auf ihre Perücke verzichten und derzeit allenfalls ein Kopftuch tragen.

Im September besucht Iris Brehm in der Hancken-Klinik einen speziellen Frisier- und Schmink-Workshop für Krebspatientinnen. Das WOCHENBLATT wird dabei sein.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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