Mediziner warnen davor, Corona jetzt auf die leichte Schulter zu nehmen
Fortschreitende Impfmüdigkeit: Ärzte sind in Sorge

Mediziner raten dringend dazu, sich impfen zu lassen
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(jd). "Es gibt Leute, die es immer noch nicht kapiert haben." Mit diesen deutlichen Worten bewertet Dr. Jörn Jepsen, ärztlicher Leiter der Impfzenten im Landkreis Harburg, das Ergebnis einer WOCHENBLATT-Umfrage zum Thema Impfpflicht (siehe hier). Impfskeptiker und -gegner hätten einfach nicht verstanden, dass Corona weiterhin eine Bedrohung darstellt - mit gravierenden Folgen für die gesamte Gesellschaft. Auch der Vorsitzende der Ärztekammer Stade, Dr. Volker von der Damerau-Dambrowski, kann die impfkritische Haltung mancher Menschen nicht nachvollziehen. "Den skurrilen Gerüchten, die unter den Impfgegnern kursieren, ist mit Vernunft und sachlichen Argumenten leider nicht beizukommen", so der Facharzt für Allgemeinmedizin.

Häufig ist von Impfskeptikern jetzt zu hören: Ich warte erstmal ab, wie sich die Lage bis zum Herbst entwickelt. Eine solche Aussage halten die beiden Mediziner für grundverkehrt. "Auf was wollen diese Menschen denn warten?", fragt sich Jepsen. "Dass nach Party, Urlaub, Sonnenschein die Welt wieder in Ordnung ist?" Im Gegenteil: Er rechne damit, dass die Sieben-Tage-Inzidenz ab September über 200 steigen wird. Erst dann zur Erstimpfung zu gehen, sei für einen zeitnahen ausreichenden Impfschutz zu spät.

Umfrage: Mehrheit spricht sich gegen Impfpflicht aus

Von der Damerau-Dambrowski rät Corona-Skeptikern dazu, sich die Berichte über Long-Covid-Patienten anzuschauen oder noch einmal nachzulesen, wie die Lage auf den Intensivstationen war. Vielleicht setze dann ein Umdenken ein. "Jetzt, wo wir wissen, dass wir mit recht gut verträglichen Impfstoffen ein großes gesundheitliches Risiko vermeiden oder stark abmildern können, ist es doch unsinnig, noch abzuwarten." Er zieht eine Analogie zu Tetanus: "Durch eine unkomplizierte Impfung wird eine tödliche Erkrankung gebannt." Er selbst habe als junger Medizinstudent miterlebt, wie eine junge Frau unter Krämpfen an Wundstarrkrampf verstorben sei. "Ein einfacher Piks hätte das verhindert."

Wer zudem meine, als jüngerer Mensch per se gegen Corona quasi immun zu sein, liege grundverkehrt, so Jepsen. "Ich hatte jetzt bei einem Sonder-Impftermin für Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren drei Schüler, die nach COVID-19-Erkrankungen im vergangenen Jahr bis heute nicht wieder über ihren Geruchssinn verfügen."

Mit Sorge blicken die zwei Mediziner auf England: Die Fußball-EM sei in Sachen Corona schon eine Katastrophe gewesen. Die seit Montag geltenden Lockerungen würden alles noch schlimmer machen. "Je mehr sich das Virus wieder ungehemmt ausbreiten kann, umso größer ist die Gefahr weiterer Mutationen", meint Jepsen. Beide sind sich einig: Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich, sondern seine Familie, seine Umgebung und letztlich auch alle anderen.

Fischhaut als Heilmittel für chronische Wunden
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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