Ein Karton voller Geschichte
Historischer Schatz: Stader Archiv erhält private Dokumente aus dem 18. Jahrhundert
- Dr. Christina Deggim und Jörg Girmann bei der Übergabe der Archivalien
- Foto: Hansestadt Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Ein unscheinbarer Karton – und doch steckt darin ein Stück lebendige Geschichte: Das Stadtarchiv Stade hat eine außergewöhnliche Schenkung erhalten, die weit mehr ist als altes Papier. Sie eröffnet einen überraschend persönlichen Blick in das Leben vor rund 300 Jahren.
Ein Glücksfall für das Archiv
Überreicht wurde der Fundus von Jörg Girmann – und für die Hansestadt entpuppt sich das als echter Glücksfall. Der Rentner war früher im Archivdienst der Hannoverschen Landeskirche tätig und weiß genau, worauf es bei historischen Dokumenten ankommt. Entsprechend gut sortiert und gepflegt ist das Material, das aus dem privaten Familienarchiv stammt. Giermanns Familie zeichnete sich als Sammler historischer Dokumente aus und unterhielt ein privates Archiv, das sich auch durch Jörg Girmanns Expertise in einem guten Zustand befindet.
Es geht um eine Familie Schultz
„Wir bekommen nämlich leider auch immer wieder Papiere angeboten, die nicht fachgerecht gelagert wurden“, sagt Stadtarchivarin Dr. Christina Deggim – umso größer ist die Freude über den hervorragenden Zustand dieser Sammlung. Die gut erhaltenen Dokumente stammen teils aus dem 18. Jahrhundert und erzählen Geschichten aus dem Alltag – und darüber hinaus. Im Mittelpunkt steht die Familie Schultz, deren Name in verschiedenen Schreibweisen auftaucht.
Viele private Dokumente
Was zunächst trocken klingt, entpuppt sich als erstaunlich vielseitig: Es geht um Einnahmen aus der Harschenflether Schleuse, um Rechtsgeschäfte, den Stader Walfang – und sogar um Modefragen. Gerade solche Details machen den besonderen Reiz aus. So geben Bestellungen von Kleidung Aufschluss darüber, was damals getragen wurde. „Madame Schultz trug feinsten Kattun, Seide und Fischbein für die Mieder“, berichtet Dr. Deggim begeistert.
Informationen über Achtmänner
Solche Informationen sind für Historiker Gold wert: Sie machen Geschichte greifbar und lassen das Leben vergangener Jahrhunderte plastisch erscheinen. Auch für die Forschung liefern die Unterlagen wertvolle Ergänzungen. Denn sie enthalten Informationen über die sogenannten Achtmänner – eine seit 1604 bestehende Institution mit beratender Funktion für den Rat der Stadt. Besonders spannend: Johann Schultz war selbst ein solcher Achtmann. „Wir haben viel Material über die Achtmänner, nicht aber über Johann Schultz“, erklärt Deggim. „Daher erhalten wir heute eine sehr wertvolle Ergänzung unserer Sammlung.“
Archiv sucht Dokumente Stader Unternehmen
Der Fund zeigt, welche Schätze noch in privaten Händen schlummern können. Die Stadtarchivarin betont, dass sie sehr interessiert ist an gut erhaltenen Dokumenten aus der Geschichte ortsansässiger Unternehmen – Traditionsgeschäfte und Handwerksbetriebe zum Beispiel. Wer derartige Unterlagen besitzt, kann sich gerne bei ihr telefonisch (04141 - 401460) oder per E-Mail (christina.deggim@stadt-stade.de) melden.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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