Überwintert auf spanischen Müllhalden
Im Landkreis Stade sind die ersten Störche zurückgekehrt

Störche begrüßen sich mit lautem Geklapper | Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
2Bilder
  • Störche begrüßen sich mit lautem Geklapper
  • Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Früher galten sie als Frühlingsboten, heute sind sie mitten im Winter wieder da: Im Landkreis Stade sind die ersten Weißstörche aus ihren Quartieren im Süden zurückgekehrt. Trotz Schnee und eisiger Temperaturen wurde bereits am 9. Februar der erste Storch in Hammah gesichtet. Inzwischen gibt es Storchen-Sichtungen aus dem gesamten Kreisgebiet.

Zahlreiche Sichtungen
Beim ehrenamtlichen Storchenbetreuer Gert Dahms gingen in den vergangenen Wochen zahlreiche Meldungen ein. Ab dem 12. Februar wurden Störche in Stade gemeldet, am Hohenwedel und im Stadtteil Schölisch. In Burweg wurden am 14. Februar sogar zwei Tiere gemeinsam am Nest beobachtet. Dort soll nun geprüft werden, ob der im Vorjahr beringte Storch dabei ist. Weitere Sichtungen gab es in Bargstedt, Ruschwedel, Harsefeld, Dollern, Estorf, Ahlerstedt und Sauensiek.

„Bei den nun ankommenden Störchen handelt es sich nicht unbedingt um die vorjährigen Brutstörche. Es könnten auch Durchzügler sein, die dann weiter im Norden brüten“, erklärt Dahms. Auch der Storch in Hammah habe sich nur ein paar Tage vor Ort aufgehalten und sei dann weggeflogen.

Ein Storchenpaar im Nest in Harsefeld | Foto: Kathrin Warnat
  • Ein Storchenpaar im Nest in Harsefeld
  • Foto: Kathrin Warnat
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Immer früher zurück im Norden
Auffällig ist der frühe Zeitpunkt der Rückkehr. Noch vor 20 Jahren kehrten die Weißstörche meist erst Anfang April aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück, um hier im Norden zu brüten. „Ursachen für die frühere Rückkehr sind zum einen der Klimawandel und zum anderen die Überwinterung vieler Störche im nahen Spanien“, erläutert Dr. Uwe Andreas, Leiter des Amtes für Naturschutz beim Landkreis Stade.

Müllkippen bieten Nahrung
Tatsächlich verbringen inzwischen zahlreiche Weißstörche den Winter nicht mehr in Afrika, sondern auf der iberischen Halbinsel. Vor allem rund um die spanische Hauptstadt Madrid halten sich viele Tiere auf Müllkippen auf, wo sie in den Abfällen ausreichend Nahrung finden. Diese veränderten Zuggewohnheiten verkürzen die Reisedistanz erheblich – und ermöglichen eine deutlich frühere Rückkehr in die Brutgebiete im Norden.

Die ersten Störche sind wieder da

Störche fielen Vogelgrippe zum Opfer
Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Stade 107 Nester besetzt. 79 Storchenpaare zogen erfolgreich insgesamt 140 Jungvögel groß. Ob solche Zahlen in diesem Jahr wieder erreicht werden, ist fraglich. Denn die Freude über die Rückkehr der ersten Störche wird jedoch von besorgniserregenden Nachrichten aus Spanien überschattet. In der Umgebung von Madrid wurden nach Angaben der Behörden insgesamt rund 1.000 verendete Weißstörche eingesammelt. Zunächst waren die Behörden von einer milden Variante der Vogelgrippe ausgegangen. Weitere Tests ergaben jedoch, dass es sich um eine hochpathogene, meist tödlich verlaufende Form des Virus handelt. Wahrscheinlich sind auch einige Störche, die sonst den Sommer im Landkreis Stade verbringen, dem heimtückischen Virus zum Opfer gefallen.

Ungewisses Schicksal von Storch „Porrentruy“
Dieses Schicksal dürfte auch einen ganz besonderen Storch ereilt haben: den sogenannten „Loggerstorch Porrentruy“. Die 2017 im schweizerischen Porrentruy im Rahmen des Projektes „SOS Storch“ beringte Störchin brütete 2021 erstmals in Heinbockel und in den Folgejahren am Schwinger Steindamm. Die Zugroute konnte dank eines Senders tagesaktuell online verfolgt werden – ein echter (Medien-)Star unter den heimischen Störchen.

Storchendame bezieht Quartier auf der Stader Geest

Doch nun besteht große Sorge: Das letzte Signal von "Porrentruy"  wurde am 26. November aus der Nähe einer Müllkippe südöstlich von Madrid übermittelt. In dieser Region grassierte auch die Vogelgrippe. Vieles deutet darauf hin, dass auch "Porrentruy" dort verendet ist. Gewissheit gibt es bislang nicht – doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Für viele Storchenfreunde im Landkreis wäre das ein schmerzlicher Verlust, denn kaum ein anderer Storch wurde hier so aufmerksam begleitet.

Alles Wissenswerte zur Lebensweise der Weißstörche und zu ihren Niststandorten im Kreisgebiet ist zu finden auf der Internetseite des Landkreises Stade – Suchbegriff "Weißstorch": www.landkreis-stade.de

Störche begrüßen sich mit lautem Geklapper | Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser
Ein Storchenpaar im Nest in Harsefeld | Foto: Kathrin Warnat
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

Webseite von Jörg Dammann
Jörg Dammann auf Facebook
Jörg Dammann auf Instagram

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

16 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.