Neues Hilfeleistungs-Löschboot als "Vielzweckwaffe" für die Feuerwehr Stade

Bootsbeauftragter Lennart Köhn am Steuer der "Henry Köpke"   Fotos: tp
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Mit Kran und Löschpumpe / Ausbau in Eigenregie

tp. Stade. Die Retter der Stader Feuerwehr sind jetzt noch stärker im Einsatz zu Wasser: Seit Freitag ist das neue Hilfeleistungs-Löschboot (HLB) in Betrieb. Das Besondere: Der Umbau zur Brandbekämpfung sowie zur Rettung und Bergung erfolgte in Eigenregie eines Teams fleißiger Freiwilliger aus der Projektgruppe "neues HLB".

Beim exklusiven WOCHENBLATT-Ortstermin präsentierte Feuerwehrmann und Bootsbeauftragter Lennart Köhn (26) die neue schwimmende "Allzweckwaffe", die ihren Liegeplatz in Stadersand hat. Mit einem Gewicht von elf Tonnen, einer Länge von 11,20 Metern und 3,80 Metern Breite ist das Spezialboot laut Köhn das größte seiner Art auf der Elbe im Landkreis Stade.

Für seine Verwendung bei der Feuerwehr musste das etwa zehn Jahre alte Boot, das zuvor als Arbeitsboot eines Tischlers auf den Schären in Schweden diente, erst mit entsprechender Technik aufgerüstet werden. Lennart Köhn, von Beruf Strukturmechaniker im Flugzeugbau, Kolja Wiechmann (23), Werks-Feuerwehrmann, und weitere Helfer investierten in den Umbau innerhalb eines Jahres insgesamt mehr als 3.000 Stunden ihrer Freizeit.

An Bord des Bootes mit einer Dieselmotor-Leistung von zwei Mal 350 PS ist u.a. ein praktischer Kran. Der Lastenheber am Heck dient sowohl der Personenrettung als auch der Bergung von Gütern. Weiter verfügt das HLB über eine Schleppvorrichtung, einen Tragentisch für Kranke und Verletzte, eine Feuerlösch-Pumpe mit einer Leistung von 2.400 Litern Wasser pro Minute und eine Sonar-Anlage, mit der Personen und Gegenstände im Wasser geortet werden können. Moderne Navigations- und Funktechnik, eine Wärmebildkamera, ein Dieselgenerator und zahlreiche Utensilien wie Schläuche und eine schwimmende Trage etc. komplettieren die Ausrüstung des Bootes, das sich auch als Plattform für Taucher-Einsätze eignet. 

In Notfällen ist die Besatzung in der Regel nach spätestens zehn Minuten an Bord. Bei medizinischen Einsätzen kooperiert die Crew mit dem Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes.

Bei der feierlichen Taufe wurde das Boot am Freitagabend nach dem früheren Bootsbeauftragten "Henry Köpke" benannt.

Die "Henry Köpke" ist eine Ersatzbeschaffung für die alten Feuerwehrboote "Brunshausen" und "Florian 1". Die Investition von 420.000 Euro teilten sich die Stadt Stade, die 80 Prozent der Kosten übernahm, und der Landkreis Stade.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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