Pläne für "The Surfdeck" schreiten gut voran
Stade erhält den womöglich ersten Surfpark Deutschlands

In Bristol/Großbritannien befindet sich mit dem Surfpark „The Wave“ eine vergleichbare Surfanlage vom Hersteller Wavegarden®
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  • In Bristol/Großbritannien befindet sich mit dem Surfpark „The Wave“ eine vergleichbare Surfanlage vom Hersteller Wavegarden®
  • Foto: “The Wave”, Bristol (Großbritannien)/https://www.thewave.com/
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jd. Stade. Dieses Projekt wird hohe Wellen schlagen - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: In Stade soll ein Surfpark entstehen. Halten sich die beiden Initiatoren des 20-Millionen-Euro-Projekts, die Brüder Jan und Dirk Podbielski, ran und es bleibt bei der für das Frühjahr 2023 angepeilten Eröffnung, wäre es die erste Surfanlage dieser Art in Deutschland.

Surfen vor der eigenen Haustür

Die beiden Altländer sind selbst begeisterte Surfer. Sie wurmt es aber, für die "perfekte Welle" bis zum Atlantik fahren zu müssen. Denn Surfen an der Nord- und Ostseeküste sorgt für leidenschaftliche Wellenreiter, wie es die Podbielski-Brüder sind, nur für mäßige Begeisterung. So kam die Idee auf, Surfen vor der eigenen Haustür möglich zu machen - und das zu Bedingungen, wie sie sonst nur an Surfer-Hotspots wie der portugiesischen Algarveküste oder auf Hawaii vorherrschen.

Konzept passt zum maritimen Image

Im Herbst 2018 stellten Jan und Dirk Podbielski ihr ehrgeiziges Vorhaben vor. Die Stadt biss sofort an, denn die Vision der Brüder, Stade zu einem Zentrum des Surfsports werden zu lassen, passt perfekt zum maritimen Image und den städtischen Plänen, verstärkt auf den Wassertourismus zu setzen.
Mit einer Ackerfläche an der K30, dort wo sich der Kreisel mit dem Abzweig nach Dollern befindet, fand sich relativ schnell ein geeignetes Grundstück. Die Politik schob die Bauleitplanung an, denn im F-Plan ist das Areal bisher als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen.

150 positive Stellungsnahmen

Im April wurden der F- und B-Plan ausgelegt, im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gingen 150 Stellungnahmen ein. "Allesamt positiv", berichtet Jan Podbielski.
Für die beiden Bauherren ist dieses positive Echo ein zusätzlicher Ansporn und zudem Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Und hier können die Podbielski-Brüder bereits einiges vorweisen: Das rund sechs Hektar große Grundstück ist gesichert, mit der Surfdeck GmbH ist bereits eine Projektgesellschaft gegründet worden und die beiden Bauherren haben den passenden Hersteller für die Wellenerzeugungsanlage gefunden: Die spanische Firma Wavegarden hat rund um die Welt Surfparks realisiert oder ist gerade dabei und verfügt daher über das erforderliche Know-how.

Exklusiv Rechte

"Mit Wavegarden haben wir uns vertraglich die exklusiven Rechte für den Hamburger Raum gesichert", berichtet Jan Podbielski. Die Spanier liefern die Maschine für die Wellen und geben die technischen Spezifikationen und das Design für das Becken vor. Es wird eine Art künstliche Sandbank geschaffen, bei der die Wellen so auslaufen, dass sie ideal zum Surfen sind. Die bauliche Ausführung wird dann von Firmen aus der Region übernommen.

Jan Podbielski betrachtet das Projekt "The Surfdeck", unter diesem Label wird die Vermarktung laufen, als Beitrag zum ökologischen Tourismus: "Ein Surfer aus Hamburg muss sich nicht mehr ins Flugzeug setzen, um seinem Hobby zu frönen, sondern steigt einfach in den Zug, um dann per Bus-Shuttle vom Stader Bahnhof zum Surfpark gebracht zu werden." Zudem sei eine Kooperation mit der Stader Tourismusgesellschaft denkbar.

Ein paar Fakten zum geplanten Surfpark:

• Die Anlage: Das Becken umfasst rund 20.000 Quadratmeter. Es hat die Form eines überdimensionalen Tortenstücks und ist zweigeteilt. In der Mitte befindet sich die Surfmaschine, die die Wellen erzeugt. Bis zu 90 Surfer können sich gleichzeitig im Wasser aufhalten.

• Die Wellen: Die Wellenhöhe lässt sich variabel von 50 Zentimeter bis zwei Meter einstellen - je nachdem, ob sich Anfänger, Fortgeschrittene oder Könner im Becken befinden. Bis zu 1.000 Wellen pro Stunde sind möglich.

• Das Surfen: Auch Surf-Cracks sollen hier auf ihre Kosten kommen. Sie platzieren sich ganz vorn in dem dreieckigen Becken und können auf der "grünen Welle" surfen oder auch in hohl brechende Wellen eintauchen. Wer noch nicht so oft auf dem Board stand, geht weiter nach hinten in den sogenannten Weißwasserbereich, wo die Wellen auslaufen.

• Das Angebot: Rund um die eigentliche Surfanlage soll ein großer Freizeitbereich entstehen. Geplant ist ein 1.500 Quadratmeter umfassendes Gebäude, in dem Gastronomie und ein Surfshop untergebracht sind. Außerdem soll es eine Kletterwand, einen Erlebnisspielplatz und eine Surfschule geben. Surfer, die eine weitere Anreise haben, können vor Ort in Hütten oder auf einem Wohnmobilstellplatz übernachten.

• Die Arbeitsplätze: Die Brüder Podbielski rechnen mit 100 Voll- und Teilzeitjobs. Benötigt werden u.a. Techniker, Gärtner, Servicekräfte für das Restaurant, Aufsichtspersonal und Surflehrer.

In Bristol/Großbritannien befindet sich mit dem Surfpark „The Wave“ eine vergleichbare Surfanlage vom Hersteller Wavegarden®
Der geplante Surfpark bietet Spaß für jede Altersgruppe und Leistungsstufe  (Symbolfoto)
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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