IW-Gemeindecheck: Buxtehude und Stade vorn
So schneiden die Gemeinden im Landkreis Stade bei der Versorgung der Bürger ab

Das IW hat einen Gemeindecheck zur Daseinsvorsorge erstellt. Ein Großteil der Gemeinden im Landkreis Stade schneidet dabei nicht besonders gut ab (Symbolbild) | Foto: KI-generiert
  • Das IW hat einen Gemeindecheck zur Daseinsvorsorge erstellt. Ein Großteil der Gemeinden im Landkreis Stade schneidet dabei nicht besonders gut ab (Symbolbild)
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Bei der Daseinsvorsorge ist Versorgungsqualität letztlich auch Lebensqualität - und da sieht es beim Landkreis Stade höchst unterschiedlich aus. Während die Menschen in Buxtehude, Stade oder Horneburg von einer vergleichsweise guten Versorgung mit Ärzten, Schulen und digitaler Infrastruktur profitieren und sich hinsichtlich der ÖPNV-Verbindungen nicht beklagen können, sieht die Lage in Teilen Kehdingens oder im östlichen Kreisgebiet deutlich schlechter aus.

Das geht jedenfalls aus dem aktuellen Gemeindecheck des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Für die Untersuchung wurden alle 10.817 deutschen Städte und Gemeinden anhand von 17 Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitalisierung und Freizeit bewertet. Ziel war es, die Qualität der sogenannten Daseinsvorsorge vor Ort messbar zu machen. Für den Landkreis Stade ergibt sich dabei ein gemischtes Bild: Einige Kommunen gehören bundesweit zur Spitzengruppe, während andere im unteren Viertel des Rankings landen.

"Sehr gut" für Buxtehude und Stade 
Die besten Ergebnisse im Landkreis erzielen die beiden Städte. Buxtehude erreicht bundesweit Rang 1.808 und erhält die Bewertung „sehr gut“. Direkt dahinter folgt Stade auf Rang 1.975, ebenfalls mit der Bestnote „sehr gut“. Mit "gut" werden Dollern, Horneburg, Apensen, Nottensdorf und Neuenkirchen benotet. Horneburg, Dollern und Apensen haben mit eigenen Bahnhöfen eine gute Verkehrsanbindung nach Hamburg.
Weitere Pluspunkte gibt es für eine gute Ärzteversorgung und kurze Wege zu den Schulen.

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Harsefeld im Mittelfeld 
Und wie sieht es mit den größten Kommunen hinter den beiden Städten aus? Harsefeld landet mit Rang 4.597 im Mittelfeld der bundesweiten Wertung - ebenso wie Himmelpforten, das Rang 4.762 erreicht. Deutlich schlechter fällt das Ergebnis für Fredenbeck aus, das auf Rang 7.762 kommt und bereits als „schlecht“ eingestuft wird. Auch Drochtersen erreicht nur die Kategorie „schlecht“ (Rang 7.943). Besonders auffällig ist hier die Bewertung im Bereich Mobilität, die deutlich schlechter ausfällt als in vielen anderen Gemeinden.

Hier ist das Ranking aller Kommunen im Landkreis Stade:

Gemeinde Gesamtrang Bewertung
Buxtehude1.808Sehr gut
Stade1.975Sehr gut
Dollern2.689Gut
Horneburg3.107Gut
Apensen3.223Gut
Nottensdorf3.522Gut
Neuenkirchen4.181Gut
Jork4.331Mittel
Agathenburg4.374Mittel
Bliedersdorf4.392Mittel
Harsefeld4.597Mittel
Steinkirchen4.756Mittel
Himmelpforten4.762Mittel
Hollern-Twielenfleth5.226Mittel
Hammah6.061Mittel
Grünendeich6.502Schlecht
Guderhandviertel6.514Schlecht
Ahlerstedt6.621Schlecht
Beckdorf6.675Schlecht
Düdenbüttel6.909Schlecht
Deinste6.966Schlecht
Mittelnkirchen6.983Schlecht
Fredenbeck7.762Schlecht
Drochtersen7.942Schlecht
Burweg7.975Schlecht
Oldendorf8.123Schlecht
Wischhafen8.372Schlecht
Bargstedt8.376Schlecht
Freiburg (Elbe)8.783Sehr schlecht
Kutenholz9.139Sehr schlecht
Sauensiek9.295Sehr schlecht
Heinbockel9.788Sehr schlecht
Kranenburg10.008Sehr schlecht
Balje10.318Sehr schlecht
Estorf10.339Sehr schlecht
Oederquart10.353Sehr schlecht
Großenwörden10.505Sehr schlecht
Brest10.566Sehr schlecht
Engelschoff10.619Sehr schlecht
Krummendeich10.667Sehr schlecht

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge 2026. Weitere Informationen, die vollständige Studie und bundesweite Ergebnisse gibt es unter www.iwkoeln.de.

Schlechteste Werte in Nordkehdingen 
Insgesamt zwölf Kommunen im Landkreis Stade landen beim IW-Gemeinde-Ranking in der untersten Kategorie "sehr schlecht". Darunter befinden sich vier der fünf Mitgliedsgemeinden der noch bis Ende Oktober bestehenden Samtgemeinde Nordkehdingen. Lediglich Wischhafen steht etwas besser da, kann aber mit der Bewertung "schlecht" auch nicht gerade stolz auf sein Angebot für die Bürger sein. Fünf weitere mit "sehr schlecht" benotete Gemeinden gehören zur Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten.

Diese Gemeinden bilden nicht nur die Schlusslichter im Landkreis Stade, sie befinden sich auch bundesweit im unteren Bereich des Rankings. Die Rote Laterne im Landkreis Stade steht in Krummendeich, das im Deutschland-Vergleich den Rang 10.667 einnimmt. Ein wesentlicher Grund für die schlechte Bewertung dürfte die Lage sein. Große Entfernungen zu zentralen Einrichtungen, eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte und Defizite im öffentlichen Nahverkehr wirken sich negativ aus.

Altes Land mit Licht und Schatten
Kein einheitliches Bild zeigt die zweite große Region am Elbufer. Im Alten Land reichen die Noten von "gut" (Neuenkirchen mit Rang 4.181) über "mittel" (Steinkirchen mit Rang 4.756) bis "schlecht" (Mittelnkirchen mit Rang 6.983). Jork landet noch im Mittelfeld (Rang 4.331). Die "Altländer Perle" profitiert von ihrer relativen Nähe zu Hamburg sowie einer vergleichsweise guten Infrastruktur. Wenig verwunderlich ist, dass viele Altländer Gemeinden bei der Mobilität meist schlechter abschneiden als ihre Nachbarn entlang der Bahnlinie. 

Bildung als Stärke vieler Gemeinden
Interessant ist ein Blick auf einzelne Themenfelder. So schneiden einige Kommunen im Landkreis Stade besonders stark bei der Bildung ab. Neuenkirchen erreicht hier sogar bundesweit Rang 417. Auch Stade, Buxtehude, Apensen und Ahlerstedt kommen auf Werte, mit denen sie im Kreisvergleich ganz vorn sind. Bei der Digitalisierung erzielen Dollern, Stade, Apensen und Horneburg überdurchschnittliche Ergebnisse.

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Mobilität bleibt die größte Herausforderung
Ein bekanntes Problem stellt die Mobilität dar. Gerade kleinere Gemeinden in Kehdingen und auf der Stader Geest landen bei diesem Thema in der Einschätzung der Bewohner weit hinten. Lange Wege, fehlende Bahnanschlüsse und ein begrenztes Angebot im öffentlichen Nahverkehr wirken sich negativ aus. Das bestätigt auch die IW-Studie insgesamt. Nach Ansicht der Forscher ist Mobilität ein zentraler Faktor für die Wahrnehmung staatlicher Leistungsfähigkeit vor Ort.

Warum die Studie mehr ist als ein Kommunalranking
Das IW verbindet die Versorgungslage ausdrücklich mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Nach Angaben der Forscher fühlen sich Menschen dort stärker vom Staat wahrgenommen, wo Schulen, Ärzte, Verkehrsanbindungen oder digitale Infrastruktur gut erreichbar sind. Umgekehrt können Defizite bei der Daseinsvorsorge das Vertrauen in staatliche Institutionen schwächen. Die Untersuchung zeigt damit nicht nur, wo Menschen besonders gut versorgt sind. Sie macht auch sichtbar, wo Politik und Verwaltung künftig investieren müssen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land zu sichern.

So verteilen sich die Bewertungen im Landkreis Stade:

Bewertung der Daseinsvorsorge im Landkreis Stade

Anteil der 40 Gemeinden nach IW-Gemeindecheck

Sehr gut 5 %
Gut 12,5 %
Mittel 20 %
Schlecht 32,5 %
Sehr schlecht 30 %

Quelle: IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge 2026, Auswertung für den Landkreis Stade

Damit liegen mehr als Prozent aller Kommunen im Landkreis in den beiden unteren Bewertungskategorien. Die fünf "guten" Bewertungen zeigen aber auch, dass auch eher ländliche Kommunen Ergebnisse erzielen können, mit denen man zufrieden sei kann. Die Herausforderung besteht jetzt darin, dass der Landkreis Stade gemeinsam mit seinen Kommunen daran arbeiten muss, die Lebensqualität auch im ländlichen Bereich weiter zu verbessern.

Hier geht es direkt zum IW-Gemeindecheck mit den Rankingn zu fünf Hauptkategorien Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitales und Freizeit: bitte hier klicken.

Welche Gemeinden im Landkreis Stade schneiden beim IW-Gemeindecheck zur Daseinsvorsorge am besten ab?

Die besten Ergebnisse im Landkreis Stade erzielen die Städte Buxtehude und Stade. Buxtehude erreicht bundesweit Rang 1.808 und Stade Rang 1.975. Beide Kommunen erhalten die Bewertung „sehr gut“. Ebenfalls gute Bewertungen erhalten Dollern, Horneburg, Apensen, Nottensdorf und Neuenkirchen. Positiv bewertet wurden unter anderem die Ärzteversorgung, die Bildungsangebote, die digitale Infrastruktur und die Verkehrsanbindung.

Warum schneiden Horneburg, Dollern und Apensen bei der Daseinsvorsorge besonders gut ab?

Horneburg, Dollern und Apensen profitieren vor allem von ihrer guten Verkehrsanbindung nach Hamburg. Alle drei Orte verfügen über Bahnhöfe an der Strecke Hamburg–Cuxhaven. Hinzu kommen eine vergleichsweise gute medizinische Versorgung sowie kurze Wege zu Schulen und anderen wichtigen Einrichtungen der Daseinsvorsorge.

Wie haben Harsefeld, Himmelpforten, Fredenbeck und Drochtersen im IW-Ranking abgeschnitten?

Harsefeld erreicht Rang 4.597 und Himmelpforten Rang 4.762. Beide Gemeinden liegen damit im Mittelfeld des bundesweiten Rankings. Deutlich schlechter schneiden Fredenbeck mit Rang 7.762 und Drochtersen mit Rang 7.943 ab. Beide Kommunen werden als „schlecht“ eingestuft. Besonders bei der Mobilität und Verkehrsanbindung bestehen laut Studie Defizite.

Welche Bereiche hat das Institut der deutschen Wirtschaft im Gemeindecheck untersucht?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat für seinen Gemeindecheck 10.817 Städte und Gemeinden in Deutschland anhand von 17 Indikatoren bewertet. Untersucht wurden die Bereiche Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitalisierung und Freizeit. Ziel der Studie ist es, die Qualität der Daseinsvorsorge und damit wichtige Faktoren für die Lebensqualität vor Ort messbar zu machen.

Welche Gemeinde im Landkreis Stade überzeugt besonders bei Bildung und Digitalisierung?

Im Bereich Bildung erzielt Neuenkirchen mit Rang 417 bundesweit das beste Ergebnis im Landkreis Stade. Ebenfalls starke Bildungswerte erreichen Stade, Buxtehude, Apensen und Ahlerstedt. Bei der Digitalisierung schneiden insbesondere Dollern, Stade, Apensen und Horneburg überdurchschnittlich gut ab.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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