Gemeinsam mit der Gemeinde Hammah
267 Meter hohe Windräder: Stade plant Windpark bei Haddorf
- Der geplante Windpark "Haddorf - Hammah". Die braunen Flächen liegen im Stader Stadtgebiet, die lila Flächen gehören zur Gemeinde Hammah
- Foto: Open Topo Map/jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wenn man von Haddorf aus Richtung Norden blickt, könnte sich der Horizont in einigen Jahren deutlich verändern. Dort, wo heute vor allem Wiesen- und Ackerflächen das Bild prägen, plant die Hansestadt Stade gemeinsam mit der Gemeinde Hammah einen neuen, gemeindeübergreifenden Windpark. Das Projekt „Windpark Haddorf – Hammah“ nimmt nun konkret Gestalt an – politisch wie planerisch.
F-Plan auf Windpark zugeschnitten
Als Grundlage für die weiteren Planungen muss der Flächennutzungsplan (F-Plan) geändert werden. Der Geltungsbereich des F-Plans soll gezielt auf den projektierten Windpark zugeschnitten werden. Darüber beraten in der kommenden Woche erst der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Umwelt und dann der Ortsrat Haddorf. Der geplante Windpark liegt an der nordwestlichen Stadtgrenze von Stade, nördlich des Hofes Sternberg. Insgesamt umfasst das Areal rund 179 Hektar, davon etwa 72 Hektar auf Stader Stadtgebiet. Die Flächen werden bislang überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt.
Anlagen sind 267 Meter hoch
Geplant ist die Errichtung von bis zu neun Windrädern. Nach dem bisherigen Planungsstand sind Anlagen des Typs N179 von Nordex vorgesehen. Der Hamburger Windenergieanlagenbauer, der im Vorjahr satte Gewinne einstrich, verzeichnete in den vergangenen Tagen hohe Kursgewinne an der Börse. Die Nordex-Aktie schoss regelrecht nach oben. Hoch hinaus geht es auch bei den Windrädern: Diese haben eine Nabenhöhe von 179 Metern und einen Rotordurchmesser von 175 Metern, was einer Gesamthöhe von 267 Metern entspricht. Realisiert werden soll der Windpark durch die NaturStromProjekte GmbH. Das Unternehmen entwickelt und betreibt bundesweit Windenergieprojekte.
Ausbau der Windenergie beschleunigen
Rückenwind erhält das Projekt auch aus dem Stader Kreishaus. Die Fläche soll im Entwurf des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Stade als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen werden und gilt damit als Windkraft-Potenzialfläche. Wie berichtet, muss der Landkreis aufgrund gesetzlicher Vorgaben des Landes und des Bundes bis Ende des Jahres knapp vier Prozent des Kreisgebietes für die Windkraftnutzung bereitstellen. Ursprünglich hatte die Hansestadt Stade vor, den Windpark im Rahmen eigener Planungen umzusetzen, um den Ausbau der Windenergie im Stadtgebiet
"unabhängig von der komplexen Neuaufstellung des RROP zu beschleunigen", wie es aus dem Rathaus heißt.
Potenzialfläche für Windkraft
Das Areal des geplanten Windparks kam übrigens schon für das bestehende RROP als mögliche Potenzialfläche für die Windkraft-Nutzung in Betracht. Die Aufnahme ins derzeit geltende RROP wurde nach eingehender Prüfung aber verworfen – mit der Begründung, dass die Windräder nur 1,6 Kilometer Abstand zum nächstgelegenen Windpark westlich von Bützfleth aufweisen würden. Ein Unterschreiten des Vier-Kilometer-Mindestabstandes gilt nach den bisherigen RROP-Vorgaben als Ausschlusskriterium. Dieses Kriterium wird bei der Neuauflage des RROP entfallen. Darauf vertrauend, dass aus der Potenzialfläche am Ende tatsächlich eine Vorrangfläche wird, wurden in Stade die Planungen angeschoben.
Abgestimmtes Verfahren
Parallel zur Änderung des Flächennutzungsplans in Stade hat auch die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten bereits einen Aufstellungsbeschluss für die Anpassung ihres Flächennutzungsplans auf dem Gemeindegebiet von Hammah gefasst. Die Verfahren laufen abgestimmt, die Unterlagen werden von dem Hamburger Planungsbüro Cappel und Kranzhoff erarbeitet. Sollte der Landkreis mit seinem neuen RROP schneller sein als Stade mit der Änderung des Flächennutzungsplans, könnte die Stadt das F-Plan-Verfahren frühzeitig beenden.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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