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Schwarz-Rot-Gold nicht den Hetzern überlassen
Die Deutschlandfahne steht für Freiheit und Menschenrechte - und nicht für Hass und Intoleranz

Schwarz-Rot-Gold steht in der Tradition von Demokratie und Freiheit. Die Deutschlandfahne sollte nicht Hetzern und Rassisten überlassen werden | Foto: Adobe Stock / weyo
  • Schwarz-Rot-Gold steht in der Tradition von Demokratie und Freiheit. Die Deutschlandfahne sollte nicht Hetzern und Rassisten überlassen werden
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Es sind Bilder, die jedem demokratisch gesinnten Bürger weh tun: Am vergangenen Wochenende gab es bundesweit Demonstrationen rechtsextremer Gruppierungen. Bei diesen Aufzügen wurde immer wieder die Deutschlandfahne geschwungen. Zu den Farben Schwarz-Rot-Gold greifen ausgerechnet diejenigen, die die Werte unseres Grundgesetzes offen verachten. Es ist daher mal an der Zeit, daran zu erinnern, was diese Fahne wirklich bedeutet - und warum wir das Banner der Demokratie nicht den Feinden der Freiheit überlassen dürfen. 

Schwarz-Rot-Gold: Farben der Revolution und Freiheit

Die Deutschlandfahne ist mehr als nur ein staatliches Hoheitszeichen. Sie ist ein Vermächtnis derjenigen, die im 19. Jahrhundert ihr Leben riskierten, um Freiheit und Demokratie zu erlangen. Ihre Ursprünge reichen zurück zu den Befreiungskriegen gegen Napoleon: Die schwarzen Uniformen mit roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen des Lützower Freikorps wurden zum Sinnbild für den Kampf um nationale Einheit und Selbstbestimmung. Erstmals weithin sichtbar wurde Schwarz-Rot-Gold auf dem Hambacher Fest 1832, als rund 40.000 Menschen für Grundrechte, Pressefreiheit und nationale Einheit demonstrierten. Die Farben standen für den Traum eines geeinten, demokratischen Deutschlands. Dieser Traum wurde mit der deutschen Revolution von 1848 für kurze Zeit Wirklichkeit. Die Paulskirchenversammlung in Frankfurt erklärte Schwarz-Rot-Gold zu den offiziellen Farben der demokratischen Bewegung.

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Fürsten unterdrückten demokratische Bestrebungen

Doch der Kampf für die Freiheit war blutig und scheiterte zunächst. Nach dem Zusammenbruch der 1848er Revolution wurden die freiheitlichen Bestrebungen brutal unterdrückt. Die Könige und Fürsten setzten sich mit militärischer Gewalt durch. Auf der Fahne des 1871 gegründeten Kaiserreiches verdrängten die Farben  Schwarz-Weiß-Rot das Schwarz-Rot-Gold der Demokraten. In der Weimarer Republik, der ersten richtigen Demokratie auf deutschem Boden, wurde Schwarz-Rot-Gold erneut zur Nationalflagge erklärt – gegen erheblichen Widerstand aus monarchistischen und nationalistischen Kreisen. Die Nationalsozialisten ersetzten die Farben der Demokratie dann durch die unselige Hakenkreuzfahne, die zum Symbol für Terror, Gewaltherrschaft und Menschenverachtung wurde. 

Farben sind im Grundgesetz verankert

Erst nach dem Ende der Nazi-Herrschaft griff die neu entstandene Bundesrepublik Deutschland wieder auf Schwarz-Rot-Gold zurück. Der Parlamentarische Rat bestimmte diese Farben bewusst zur Flagge des neuen Staates – als Bekenntnis zur demokratischen Tradition der 1848er-Revolution. In Artikel 22 unseres Grundgesetzes sind diese Farben der Freiheit und der unveräußerlichen Menschenrechte festgeschrieben.

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Kein Platz für Rassismus und nationalistische Hetze

Diejenigen, die jetzt unter schwarz-rot-goldenen Fahnen marschieren, um antidemokratische, nationalistische oder gar rassistische Parolen zu verbreiten, pervertieren die tiefere Bedeutung dieser Farben. Die Teilnehmer rechter Demonstrationen sollten sich schämen, diese Fahnen zu schwingen. Denn sie vertreten das genaue Gegenteil dessen, wofür Schwarz-Rot-Gold steht. Es sind nicht ihre Farben. Schwarz-Rot-Gold hat nämlich nichts mit nationalistischem Gedankengut und rassistischer Gesinnung zu tun. Die deutsche Trikolore steht für die Gleichheit aller Menschen. Jene, die am lautesten gegen diese Prinzipien demonstrieren, betreiben eine Vereinnahmung, die wir nicht hinnehmen dürfen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier formulierte es einmal treffend: "Den Verächtern der Freiheit dürfen wir diese Farben niemals überlassen."

Ein neues Selbstverständnis unserer Flagge

Daher gilt: Alle, die zu den Werten unseres Grundgesetzes stehen, sollten die Vereinnahmung der Deutschlandfahne durch demokratiefeindliche Kreise nicht hinnehmen. Wir brauchen ein neues, selbstbewusstes Verständnis unserer Deutschlandfahne. Wer sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt, wer gegen Hass und Hetze aufsteht, der soll und darf Schwarz-Rot-Gold stolz zeigen. Mehr noch: Eine Deutschlandfahne in der einen Hand und eine Europaflagge in der anderen – das wäre das wahre Bild eines Deutschlands, das sich zu seinen Werten und seiner Geschichte bekennt. Ein Deutschland in der Mitte Europas, das Demokratie, Freiheit und Menschenrechte kompromisslos verteidigt.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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