"Eckiges Ei" in Stade unter Beschuss

Der Pavillon im Bürgerpark
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Avci, der in der Innenstadt eine Änderungsschneiderei betreibt und täglich mit Kunden ins Gespräch kommt, sagt, viele Bürger hätten den Eindruck, die Stadt habe sie nicht ausreichend an dem Bauprojekt beteiligt. "Dazu habe ich auf der Sitzung laut meine Meinung gesagt, dafür wurde ich ja schließlich in den Rat gewählt", sagt der gebürtige Türke selbstbewusst. "Ich ahnte allerdings nicht, dass die Sache solch hohe Wellen schlägt."

Und das sagen die WOCHENBLATT-Leser: Meike Hagenah-Gabriel findet, "dass der Standort schlecht gewählt ist. So direkt am Wegesrand. Die Form und Farbe sagen mir eben so wenig zu. Man hätte versuchen sollen, das Gebäude natürlicher zu gestalten. Zeigt es doch wieder einmal, dass die Architektur in Stade nicht immer schön ist."

Christa Effenberger sagt: "Mir gefällt dieses Bauwerk auch nicht! Für eine mit sehr viel Historie belegte Hansestadt ist es völlig unpassend. Die 120.000 Euro hätte man besser für andere dringende Maßnahmen wie die Aufwertung des Bahnhofsumfelds, die Parkpflege oder den Ausbau der Radwege verwenden sollen."

Helga E. Ehrke sagt: "Was die Lage und der futuristische Stil des
Pavillons am Burggraben betrifft, so bin ich mit Herrn Avci auf einer Wellenlänge. Mich erinnert dieses Ei an einen umgebauten Kleinbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Als ich vor sechs Jahren an den Stader Burggraben zog, habe ich mich gefreut, dass von Jahr zu Jahr Verbesserungen durchgeführt wurden. Ich traute meinen Augen nicht, als ich im vergangenen Jahr diesen Klotz erblickte. Egal von welcher Seite aus gesehen - der Pavillon steht durch den natürlichen Bogen des Weges 'mitten drauf' und nimmt einem die Sicht, was aus Sicherheitsgründen sehr wichtig ist, denn erst auf der Höhe des Pavillons kann man die hintere Seite überblicken und den weiteren Weg einsehen. Ich kann nur hoffen, dass dieses 'kubische Ei' von den Bürgern angenommen wird und die großzügige Spende der Dow nicht versandet." Sollte es mal wieder einen Spender geben, schlägt Ehrke die Investition in den Umbau eines ausgedienten "Alsterdampfers" zu einer Gaststätte vor.

"Ich muss Herrn Avci zustimmen", sagt Jennifer Lipinski. "Der Pavillon passt einfach nicht auf den Adolf-Ravelin-Platz. Es sieht aus wie abgestellt und vergessen, wieder abzuholen."

• Zwischenzeitlich haben Schmierfinken die Außenwand des Pavillons mit Lackstift bekritzelt."

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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