Politik will im Werkstattverfahren favorisiertes Drei-Zonen-Modell umsetzen
Keine Wohnbebauung auf der Camper Höhe

Die Zukunft der Tribüne auf der Camper Höhe (hinten) bleibt auch nach dem Werkstattverfahren ungewiss   Foto: bc
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jd. Stade. Keine Wohnbebauung auf der Camper Höhe – darin waren sich die verschiedenen Arbeitsgruppen aus dem Werkstattverfahren einig. Mehrheitlich haben sich die beteiligten Bürger für das sogenannte Drei-Zonen-Modell entschieden. Demnach soll das Gelände um die Ex-Güldenstern-Sportstätten in drei Bereiche mit verschiedenen Nutzungen aufgeteilt werden. Vorgesehen ist, einen kleinen Park zu schaffen, die Sportplätze zu erhalten und ein gastronomisches Angebot einzurichten. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) gab die Politik bereits einstimmig grünes Licht für das Vorhaben. Die endgültige Entscheidung musste der Rat am Montagabend treffen. Die Sitzung fand nach Redaktionsschluss statt. Es ist davon auszugehen, dass der Empfehlung des Ausschusses gefolgt wird.

Vorgesehen ist nun, einen Wettbewerb auszuloben. Dabei haben sich die Planungsbüros, die sich daran beteiligen möchten, an den von den Arbeitsgruppen aufgestellten Vorgaben zu orientieren. Ziel soll es aber sein, dass das Gelände der Camper Höhe trotz der drei unterschiedlichen Nutzungszonen weiterhin als Einheit wahrgenommen wird. Ausdrücklich soll der Rat außerdem beschließen, dass auf dem Areal keinerlei Bebauung mit Wohnhäusern erfolgt. Auch die Erarbeitung eines Wegekonzeptes gehört zu den Vorgaben. Bei der Gestaltung der Wegeführung sollen die Planer insbesondere auf die Belange von Fußgängern und Radfahrern eingehen.

Ungewiss bleibt die Zukunft der Tribüne. Hier erhalten die Planer freie Hand. Sie sollen selbst entscheiden dürfen, ob das Gebäude vollständig bzw. teilweise erhalten bleibt - oder ob es komplett abgerissen wird, um gegebenenfalls Platz für einen Neubau zu haben. Für den Wettbewerb werden im Haushalt 50.000 Euro bereitgestellt. Darin enthalten sind Preisgelder und Aufwandsentschädigungen für eine Jury. Für die konkrete Umsetzung eines favorisierten Plans entstehen dann weitere Kosten.

Das Werkstattverfahren war von der Politik beschlossen wurden, nachdem es heftige Proteste vor allem seitens der Anwohner und Ex-Güldensterner gegenüber den ursprünglichen Überlegungen in der Politik gegeben hatte, die Sportstätten auf der Camper Höhe zugunsten einer Wohnbebauung aufzugeben. Unter Moderation des Hamburger Planers Markus Birzner entwickelten die Arbeitsgruppen das Drei-Zonen-Modell, das in groben Zügen folgendermaßen aussieht:

Die Zone 1 erstreckt sich im nördlichen Bereich entlang des Lönsweges. Dort sollen die Fußballfelder wegfallen. Stattdessen wird ein öffentlicher Park geschaffen.
In der Zone 2 (mittlerer Bereich) sollen die Sportplätze, darunter der Kunstrasenplatz, erhalten bleiben, ebenso wie umstehenden Bäume. Saniert werden sollen die 400-Meter-Bahn und der Rasenplatz. In den AGs wurde der Wunsch geäußert, die Flächen auch Freizeitsportlern zur Verfügung zu stellen. Zur konkreten Nutzung gab es im Verfahren unterschiedliche Auffassungen.
Unterschiedliche Meinungen gab es auch hinsichtlich der Zone 3, die den südlichen Bereich mit der Tribüne umfasst. Ein Teil sprach sich dafür aus, den Gebäudekomplex mit Umkleidekabinen, Gastronomie und Casino abzureißen. Andere wiederum sind der Meinung, dass der Tribünenbereich zum historischen Ambiente der Camper Höhe gehört. Einig sind sich alle, in dieser Zone einen Ort der Begegnung zu schaffen. Möglich wäre ein Treffpunkt für die Menschen in diesem Stadtteil, ergänzt durch ein gastronomisches Angebot.

Nach dem Ratsbeschluss sind in den kommenden Monaten die Planungsbüros gefordert, die Vorgaben in ansprechende Konzept einfließen zu lassen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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