Kreis Stade: Millionenbedarf für Sportstättensanierung

Die Förderung soll den Kommunen ermöglichen, Sportstätten energieeffizient, barrierefrei und zukunftsfähig zu modernisieren (Symbolfoto) | Foto: KI-generiert
  • Die Förderung soll den Kommunen ermöglichen, Sportstätten energieeffizient, barrierefrei und zukunftsfähig zu modernisieren (Symbolfoto)
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Der Sanierungsbedarf ist riesig – und im Landkreis Stade will man nicht tatenlos zusehen: Mit sage und schreibe elf Anträgen hoffen die Kommunen von Nordkehdingen bis Buxtehude auf Fördergeld, um Turnhallen, Sportplätze und Schwimmbäder instand zu setzen. Hintergrund ist das neue Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten, das in Stadt und Land Hoffnungen weckt.
Allerdings: Der Andrang auf das Förderprogramm ist gewaltig. Bereits in der ersten Bewerbungsrunde gingen mehr als 3.600 Projektskizzen ein – mit einem Förderbedarf von mehr als 7,5 Milliarden Euro. Die zur Verfügung stehenden Mittel: nur 333 Millionen Euro. „Das Programm ist damit um das 21‑Fache überzeichnet“, teilte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit.

Bund reagiert – mit mehr Geld

Der Bund reagiert auf den Antragsansturm – und zwar mit mehr Geld. "Der Bau und Erhalt von Sportstätten ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen", teilt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) dem WOCHENBLATT auf Anfrage mit. "Um dem hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei kommunalen Sportstätten entgegenzuwirken, wurden die Mittel weiter aufgestockt: Eine zweite Tranche von 333 Millionen Euro sowie zusätzliche 250 Millionen Euro speziell für die Sanierung von Schwimmstätten stehen im Bundeshaushalt 2026 zur Verfügung."

Welche Projekte eine Förderung erhalten, entscheidet der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages nach eingehender Prüfung. Die Förderung soll den Kommunen ermöglichen, Sportstätten energieeffizient, barrierefrei und zukunftsfähig zu modernisieren. Förderfähig sind Sanierungen ebenso wie Ersatzneubauten, wenn diese wirtschaftlich sinnvoller sind. Der Bund übernimmt im Erfolgsfall bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, der Rest ist als kommunaler Eigenanteil aufzubringen.

Gleich vier Anträge aus der Samtgemeinde Lühe

Zurück in den Landkreis Stade: Hier hat beispielsweise die Samtgemeinde Lühe gleich vier Förderanträge gestellt: u.a. für die Sanierung der Turnhalle in Hollern-Twielenfleth und für die Sanierung des Sportplatzes in Steinkirchen. "Die Sporthalle bei der Appelsnut Grundschool sanieren wir auf jeden Fall", berichtet Samtgemeinde-Bürgermeister Timo Gerke. Die Halle weise deutliche energetische und bauliche Defizite auf. Geplant ist eine Sanierung von Dach und Fassade, der Tausch der alten Ölheizung gegen klimafreundliche Technik mit Wärmepumpen und Photovoltaik sowie Maßnahmen zur Barrierefreiheit. "Der Bauantrag ist bereits gestellt, die Umsetzung kann innerhalb kurzer Zeit beginnen", so Gerke. Die Maßnahme wird rund 2,2 Mio. Euro kosten, die beantragte Bundesförderung läge bei 985.000 Euro (45 Prozent).

Ewas anders liegt der Fall beim Sportplatz Striep in Steinkirchen. Hier wird nur saniert, wenn es Fördergeld gibt. Denn Geld ist eigentlich gar keins da. "Wenn wir für den Sportplatz vom Bund einen Zuschlag erhalten, würde ich aber nicht zögern, den erforderlichen Eigenanteil nachträglich in den Haushalt einzustellen", so Gerke. "Das würde jedoch komplett über einen Kredit finanziert." Hintergrund: Der alte Sportplatz ist so in die Jahre gekommen, dass die Laufbahn und die Sprunganlage nicht mehr genutzt werden können. Der Sportplatz kann nur noch eingeschränkt für den Trainingsbetrieb genutzt werden. Die Gesamtkosten für die Sanierung lägen bei 1,2 Mio. Euro, 45 Prozent öffentliche Förderung lägen bei 540.000 Euro.

Drochterser Hallenbad bald auf den Trockenen?

In der Gemeinde Drochtersen hofft man bereits seit Jahren auf Förderung für die dringend erforderliche Sanierung des Hallenbads "Kehdinger Welle". Der Förderverein „Kehdinger Welle“ setzt sich mit vielen öffentlichen Aktionen für eine Sanierung bzw. einen Neubau ein. Zum siebten Mal wurde ein Förderantrag auf finanzielle Unterstützung für einen Ersatzneubau abgelehnt. Die Kosten für einen Ersatzneubau steigen weiter, der Aufwand zum Weiterbetrieb des alten Bades ebenso.

Drochtersen: Keine Landesförderung für Hallenbad ‚Kehdinger Welle"

Die geschätzten Kosten liegen aktuell bei rund 9 Millionen Euro – eine Summe, die die Gemeinde Drochtersen nicht aufbringen kann. Fest steht: Ohne Fördergelder gehen im Drochterser Hallenbad in absehbarer Zeit die Lichter aus. „Aber wir geben nicht auf und hoffen, dass wir dieses Mal dabei sind“, so Bürgermeister Mike Eckhoff. Das Hallenbad sei sehr wichtig – "für die Schulen, Vereine und auch als Treffpunkt und für die soziale Infrastruktur insgesamt". Es dürfe nicht sein, dass eine so zentrale Einrichtung einfach wegbricht.

Hier wird dringend Geld benötigt

  • Apensen: Ersatzneubau einer Zweifeldsporthalle an der Grundschule
  • Buxtehude: Sanierung des Kunstrasens beim Jahnstadion und Sanierung der Sporthalle Süd
  • Drochtersen: Sanierung des Hallenbads "Kehdinger Welle"
  • Fredenbeck: Sanierung der Sporthalle Mulsum
  • Horneburg: Ersatzneubau der Sporthalle Agathenburg
  • Lühe: Sanierung der Turnhallen in Hollern-Twielenfleth und in Guderhandviertel, Sanierung des Sportplatzes Steinkirchen und Sanierung des Freibads Hollern-Twielenfleth
  • Nordkehdingen: Sanierung der Dreifachturnhalle in Freiburg/Elbe
  • Landkreis: Sanierungen der Sporthallen an der BBS Buxtehude und an der BBS Stade 

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Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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