Trinkwasser: Flächendeckende Nutzungseinschränkungen bei Trockenheit oft nicht sinnvoll
Stader CDU hinterfragt Bewässerungsverbot

2018 war der Rasensprenger tabu  Foto: Fotolia/Ralf Geithe
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Die Stader beziehen ihr Trinkwasser zuverlässig von den stadteigenen Stadtwerken - mit ein paar Ausnahmen: Die vier Ortschaften der Hansestadt werden vom Trinkwasserverband Stader Land versorgt. Dieser Unterschied machte sich im vergangenen Sommer bemerkbar. Während im Stadtgebiet das Wasser weiter munter aus den Hähnen sprudeln durfte, galt für die Bewohner von Wiepenkathen, Haddorf, Hagen und Bützfleth ein Nutzungsverbot. Wegen der anhaltenden Trockenheit hatte der Trinkwasserverband die Verwendung von Leitungswasser zum Rasensprengen sowie Befüllen von Planschbecken untersagt. Dieses Verbot sei für die Stader Ortschaften völlig sinnlos gewesen, sagt jetzt die CDU. Auf Antrag der Christdemokraten befassen sich die vier Ortsräte, die in diesen Tagen Sitzungen haben, mit dem Thema.

Das Bewässerungsverbot in den vier Stader Ortschaften habe zu keiner Verbesserung der Versorgung in den von Wasserknappheit betroffenen Gebieten auf der Stader Geest geführt, so der CDU-Ratsherr Daniel Friedl. Die dortigen Versorgungsengpässe hätten nicht dadurch behoben werden können, dass man in den Stader Außenbereichen die Wassernutzung reglementiert. Friedl bezieht sich nach eigenen Angaben auf Aussagen des Trinkwasserverband-Geschäftsführers Fred Carl, der die Ortsräte Ende Mai über die Vorkommnisse im Vorjahr und über die grundsätzliche Vorgehensweise bei Problemen mit der Wasserversorgung informiert hat.

Demnach werde immer ein Nutzungsverbot für das gesamte Versorgungsgebiet des Verbandes ausgesprochen, so Friedl. Er hält eine solche Maßnahme für überzogen: "Solidarität bringt nur etwas, wenn jemand anderes auch einen Vorteil davon hat. Andernfalls führt es nur zu Frust und zu sinkenden Umsätzen beim Trinkwasserverband." Die CDU fordert daher, dass in Zukunft nur selektive Verbote ausgesprochen werden. Stades Vertreter im Verbandsausschuss, Stadtbaurat Lars Kolk, soll beauftragt werden, sich für eine Änderung der Regelungen zu den Nutzungsverboten einzusetzen. Außerdem soll nach dem Willen der CDU der Einsatz intelligenter Wasseruhren forciert werden. Der Trinkwasserverband könnte dann preisliche Anreize für diejenigen schaffen, die beispielsweise das Bewässern ihrer Gärten in die Nachtstunden verlegen. So könnten Verbrauchsspitzen abgebaut werden.

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